Energie aus dem Meer – Segelschiffe sollen Wind-Wasser-Strom sammeln

Ingenieure der Technischen Hochschule Regensburg entwickeln zur Zeit ein neues Konzept zur Energiegewinnung auf hoher See. Sie arbeiten an speziellen Energieschiffen, welche unschöne Windparks endlich ersetzen sollen und sogar Treibstoff für Autos gewinnen.

Michael Sterner, ein Energiewende-Spezialist der Technischen Hochschule Regensburg entwickelt unter dem Namen Segelenergie ein neuartiges Konzept zur Gewinnung von Ökostrom. Speziell entworfene Schiffe sollen in Zukunft an ihren Rümpfen Turbinen tragen, die während der Fahrt durch das anströmende Wasser Generatoren antreiben. Zur Fortbewegung der Schiffe sollen große Segel angebracht werden.

Sterner zur Segelenergie:

“Ich liebe es, wenn sich Dinge mischen.
Gute Musik entsteht, wenn ich verschiedene Akkorde mit Melodien und Rhythmen mische. Gute Unterhaltungen entstehen, wenn verschiedene Sichtweisen, Hintergründe und Menschen zusammen kommen. Power-to-Gas entstand, in dem wir das Stromnetz mit dem Gasnetz in beide Richtungen interdisziplinär kombinierten. Bei der Segelenergie mischen wir erneut: Wind, dem wir mit Energieschiffen folgen, Wasserkraft, die wir kennen und Energiespeichertechnologie, die wir entwickeln.”

Mit dem über die Generatoren erzeugten Strom wird über ein Elektrolyseverfahren Wasserstoff erzeugt. Sobald der schiffseigene Wasserstoffspeicher voll ist, soll ein Hafen oder eine schwimmende Übergabeinsel angesteuert werden. Von dort aus könnte der gewonnene Wasserstoff als Kraftstoff für Autos dienen oder in vorm von Methan auch in das Erdgasnetz gespeist werden.

Der ganze Prozess nennt sich Power-to-Gas-Technologie und befindet sich noch in der Testphase. Erst im Juni 2013 nahm E.ON die erste Anlage dieser Art in Betrieb – leider jedoch in Form eines Windparks.

Durch Segelenergie bliebe die Landschaft jedoch unangetastet. Denn das Einsatzgebiet der Energieschiffe befindet sich auf hoher See. Dort sind die Winde äußerst kräftig und gleichmäßig. Laut Sterner wären die Power-to-Gas-Anlagen auf See etwa doppelt so gut ausgelastet wie am Land.

land-segelenergie

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