Mehr als 200.000 Erdlinge wollen zum Mars auswandern

MarsOneKonzept

Sieben Jahre Astronautentraining, sieben Monate im Raumschiff, den Rest des Lebens eingepfercht in einer videoüberwachten Marsbehausung  – für 202.586 Menschen aus aller Welt klang das verlockend genug, um sich für die Mars One Mission zu bewerben.

Bas Landsdorp plant sein ambitioniertes Projekt bereits seit vielen Jahren. Im März 2011 gründete er Mars One und ging im Mai 2012 mit seiner Vision an die Öffentlichkeit. Das Ziel seines Teams ist es, ab 2023 den Mars dauerhaft zu besiedeln. Die benötigte Technologie soll unter anderem von Space X und Paragon Space Development bereitgestellt werden.

Das Besondere an Landsdorps Vorhaben: Eine Rückkehr der Marsbesucher ist nicht vorgesehen. Die Siedler sollen für den Rest ihres Lebens auf dem Mars bleiben. Wie man unter den Extrembedingungen auf dem roten Planeten Kinder zur Welt bringen und großziehen soll, ist nur eine von vielen ungeklärten Fragen um das Projekt. Trotzdem haben offensichtlich genügend Menschen Vertrauen in Landsdorps Vision, den roten Planeten dauerhaft zu besiedeln.

Die Bewerberrunde zum Marsflug wurde Anfang 2013 gestartet. Die Bewerber mussten ein kurzes Video einsenden, in dem sie ihre besondere Eignung zum Astronauten erklären sollten. Aus den Einsendungen werden nun 6-10 Viererteams ausgewählt, denen ein siebenjähriges Training in den USA bevorsteht. Wenn alles nach Plan verläuft, wird das erste Team im Jahr 2023 zum Mars geschickt – im Abstand von jeweils zwei Jahren sollen die anderen Gruppen folgen.

Die Kosten für Landsdorps Mammutprojekt sollen mit einer Reality Show wieder eingespielt werden. In den Werbevideos verspricht der CEO eine Überwachung, gegen die Big Brother im Vergleich verblassen werde. Von den Bewerbern für die einsamste Siedlung unseres Sonnensystems darf sich also ironischerweise niemand nach Privatsphäre sehnen.

[Mars One]

[Youtube: Mars One introduction film]

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  1. 202586 Teilnehmer * 25 Euro Registrierungsgebühr macht also etwas mehr als 5 Mio. Euro.
    Ich hab das Gefühl, das Bas Landsdorp sein Ziel schon erreicht hat, würde mich jedenfalls nicht wundern wenn das Projekt plötzlich von der Bildfläche verschwindet…

    1. Das geht beim Mars nicht. Bei den Mondmissionen war das möglich, weil der nur eine minimale Schwerkraft besitzt. Eine kleine Startdüse reicht da schon. Auf dem Mars müsste man die selben Trägerraketen und Abschussrampen einsetzen, wie hier auf der Erde. Du kannst auch keine Flugzeuge starten, die in den Orbit fliegen, da die Dichte der Atmosphäre viel zu gering ist.
      Die Marsmission ist ein One-Flight-Ticket. Und alles nur damit die Zuschauer vor den Fernsehern wieder ihre Reality Show haben. Ich möchte nicht wissen, wieviele da mitmachen wegen einer Krankheit und für das Geld, dass ihre Familien vom Fernsehsender kriegen.

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