NSA: Deutschland als Angriffsziel eingestuft

NSA

Der US-Geheimdienst NSA hat neuen Informationen zufolge auch EU-Gebäude in Washington, New York und Brüssel ausspioniert. Offenbar fällt die Überwachung Deutschlands deutlich umfangreicher aus als angenommen. Ein Großteil der Telefon- und Internetverbindungsdaten wird kontrolliert und gespeichert.

Wie Der Spiegel aktuell berichtet, wird durch die NSA in Deutschland ein “überraschend” erheblicher Teil der der Verbindungen kontrolliert und gespeichert. Einer internen Statistik nach sind es eine halbe Milliarde Verbindungsdaten monatlich. Dies umfasst, so Der Spiegel, Telefonate, E-Mail-Verkehr, SMS, Chatbeiträge sowie deren Metadaten, also wer sich wann mit wem verbindet.

An einem durchschnittlichen Tag, das weist die Statistik aus, werden 20 Millionen Telefonverbindungen und 10 Millionen Internetdatensätze ausgewertet. Höchstwerte mit 60 Millionen ausspionierten Telefonverbindungen zeichneten sich beispielsweise am 7. Januar ab. Somit ist die Bundesrepublik größtes Angriffsziel der NSA in der Europäischen Union. Frankreich zum Beispiel kommt mit 2 Millionen ausgelesenen Verbindungsdaten täglich vergleichsweise gut weg. Aus den dem Spiegel vorliegenden Unterlagen ginge außerdem hervor, dass Frankfurt eine zentrale Rolle im globalen Netz spielt. Die Bankenstadt sei als Basis in Deutschland aufgeführt. Trafficmaßig ist Frankfurt der weltweit größte Internetknoten (DE-CIX).

Eine vertrauliche Quelle berichte, Deutschland werde von der NSA als Partner, gleichzeitig aber auch als Angriffsziel erachtet. Demzufolge gehöre Deutschland zu den sogenannten Partnern dritter Klasse. Frei von Spionageattacken sind nur Kanada, Australien, Großbritannien und Neuseeland. Sie werden als Partner zweiter Klasse geführt. Die NSA zuweilen brüstet sich unverholen: “Wir können die Signale der meisten ausländischen Partner dritter Klasse abgreifen – und tun dies auch.”

[via Der Standard; Der Spiegel]

Tags :