Tschüss Supermärkte: Amazon will frische Lebensmittel ausliefern

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Amazon beherrscht den Einzelhandel in weiten Teilen schon jetzt - doch die Lebensmittel-Läden konnten sich bislang in Sicherheit wiegen. Damit ist es nun vorbei. Amazon will seinen Lebensmittel-Frischlieferservice nach umfangreichen Tests ausbauen.

Amazon hat mit AmazonFresh einen Lebensmittel-Lieferdienst gegründet, der in den letzten fünf Jahren in Seattle testweise lief. Das hat offensichtlich so gut geklappt, dass Amazon nun nach einem Bericht von Reuters den Dienst 2013 auf Los Angeles und das Gebiet San Francisco ausweiten will.

Wenn auch an diesen Orten AmazonFresh funktioniert, sollen noch 20 weitere Städte in das Liefernetz einbezogen werden. Das soll dann 2014 nicht nur in den USA passieren. Das könnte für einige Lebensmittelketten eine heftige Konkurrenz werden, zumal Amazon natürlich auch in Büros liefert. Von dort aus können die Angestellten die frischen Lebensmittel dann direkt mit nach Hause nehmen und müssen keinen Umweg zum Supermarkt machen und sich in die langen Schlangen einreihen.

Amazon nutzt in den USA dafür eigene Lieferfahrzeuge und setzt nicht etwa auf UPS und FedEx wie bei den Paketen. Die Ausweitung des Lebensmittelhandels könnte also auch ernste Konsequenzen für die angestammten Lieferdienste haben.

Fändet ihr es gut, wenn Amazon frische Lebensmittel liefern würde? Was wäre euch der Dienst pro Jahr wert?

[Via Reuters, gizmodo.com]

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  1. Ein Problem hätte ich vor allem bei Dingen wie frischem Obst und Gemüse, da man gar nicht mehr genau sieht was man da kauft! Na klar, da sind im Internet dann schöne hübsche Bildchen von angemaltem Obst, damit alles perfekt aussieht. Aber die Ware sieht man dann ja letztendlich erst bei der Lieferung wo man schon bezahlt hat.

    1. Seh ich auch so, ich inspiziere meine frisch-waren gerne vorm kauf, weiß der Kuckuck was die einem so ins Paket packen wenn der sub-unternehmer meint, er könnte noch ein paar Euro an der Qualität sparen.

  2. Klingt erst mal praktisch. Aber frische Lebensmittel würde ich auch nicht da kaufen wollen und wenn ich dann eh schon im Supermarkt bin kann ich den Rest gleich so kaufen. Für Getränke oder ähnliches sicher ne gute Alternative aber sonst, ich weiß nicht so recht?

  3. Das hätte den vorteil, dass ich beim einkauf mal locker jede woche 40 Euro spare. Nämlich die 40 Euro die meine Frau beim durchstöbern der Regale einfach so mit in den Wagen schmeisst die sicher nicht benötigt werden. Also ich wäre sofort dabei !

    1. Genau, vor allem, weil du im Internet keine Werbung bekommen wirst wie “Kunden, die eine Gurke und eine Tomate kauften, kauften auch folgendes: Birne, Äpfel, Kiwi”…

      1. Kommt immer drauf an, wie “anfällig” man für solche Werbung ist. Wenn ich nur Nudeln brauche, kauf ich nur Nudeln und nicht noch nen Kochtopf dazu !

      2. Da sind wir Männer anders. Wir kaufen halt bloß das, was wir wirklich brauchen. Wenn ich mit der Frau einkaufen gehe, dann fürchte ich mich schon vor der Kreditkartenabrechnung. ;-)

  4. Ich schließe mich den meisten Meinungen der vorherigen Posts an. Obst und Gemüse würde ich dort wahrscheinlich eher weniger kaufen. Denn dieses überprüfe ich immer vor Kauf auf Qualität. Denn zerdrücktes oder nicht mehr frisches Obst kann man im Handel direkt aussortieren.

    Das Kaufen von Getränken und sonstigen Lebensmitteln, die eine längere Haltbarkeit aufweisen, wären da aber schon drin.

    Grüße

  5. Wenn ich ALLE Zutaten aus einer Hand in guter Qualität zu einem vernünftigen Preis bekäme, wäre AMAZON für mich eine echte Alternative. Die Sachen müssten nur binnen Stunden auch da sein. Wenn die Tendenz bei Lebensmittelhändlern wie beim normalen Handel dahin geht, nur noch Mainstream Produkte anzubieten, sprich: Alle Ladenhüter auslisten, nur noch wenige, gutgehende Artikel zu führen, dann kann Amazon Punkten. Der Einzelhandel steht vor dem Dilemma, dass er nicht mehr ALLES mögliche in seinen Regalen lagern kann, weil Lagerhaltung viel zu teuer geworden ist. (Stichwort: Tante Emma-Laden). Und wenn man heutzutage von Supermarkt zu Supermarkt laufen darf, weil der eine mal wieder z.B. keinen Ingwer hat oder die Grillwürste alle sind, dann ist die Schwmerzschwelle ziemlich schnell erreicht. Wenn ich mir das Zeug dann zusammen mit Grillkohle, gekühltem Bier, Brot usw. kommen lassen kann, bin ich dabei.

  6. Ich frage mich, wie das Beliefern funktionieren soll. Wer schonmal im Einzelhandel vllt an der Kasse gearbeitet hat oder sogar beim Ausliefer-Service, weiß, wie groß so ein Einkauf ausfallen kann. Wie viele Lieferfahrzeuge brauchen die dann bitte und wie groß müssen die dann sein? Das ganze wird meiner Meinung nach nie den Einzelhandel ersetzen können. Angenommen es ist Hochsommer und am besten noch Fußball-WM und die Menschen bestellen alle mehrere Kisten Bier und Wasser. Da kann ich mir nur vorstellen, dass die gesamte Logistik erstmal zusammenbricht und die Leute ihre Waren nach der WM bekommen. Das Problem ist außerdem, dass sich Amazon in weiten Teilen eines Landes ausbreiten müsste und riesige Lager bräuchte, aus denen es dann die Leute beliefert und selbst das würde nicht aufgehen, weil Lebensmittel beinahe täglich gekauft werden (von jedem einzelnen Haushalt). Und genau das ist doch der Grund, warum man mehrere Großlager hat und noch mehr Einzelhandelsgeschäfte, die die Ware wiederum an den Verbaucher erst weitergeben, weil man so viel Nachfrage aus nur wenigen Großlagern gar nicht decken kann.
    Amazon verkauft momentan über das Netz vielleicht durchschnittlich 2 Artikel pro Paket (nur eine Vermutung). Wenn die Menschen Lebensmittel einkaufen, kaufen sie gleich viel mehr Artikel auf einmal. Allein die Zusammenstellung der Pakete muss ein Horror für die Angestellten werden oder man nutzt automatisierte Systeme, die zu Lasten der Qualität der Waren gehen werden, weil sie keiner mehr überprüfen kann.
    Der Gedanke Amazons ist allerdings nicht schlecht, denn im Gegensatz zu Einzelhändlern, verkaufen sie Waren sozusagen ab Großhandel, weil nach Ihnen keiner mehr etwas an den Waren verdient, im Gegensatz zum Einzelhandel, der ja beim Großhandel einkauft. Also werden sie wohl neben dem Bequemlichkeitsaspekt der Warenlieferung auch im Preis sehr stark konkurrieren und damit könnte einigen Einzelhändlern tatsächlich ein Teil aus dem Umsatz-Pot genommen werden. Amazon wird aber nicht drum herum kommen, ein begrenztes Sortiment zu führen. Und: je größer die Nachfrage wird, desto mehr Außenlager brauchen sie, die weitere Kosten verursachen werden. Ein gewagtes Projekt.

  7. Nach dem Umgang von amazon mit deutschen und internationalen Arbeitsrechtsbestimmungen und den generellen Umgang, rumänische Leiharbeiter von bekannten rechtsradikalen Personnen überwachen zu lassen, sowie es zuzulassen, dass Sie in menschenunwürdigen Verhältnissen, wie Leibsklaven leben müssen und der damit verbundenen Umgang, nach Bekanntwerden, möchte ich von diesem Unternehmen gar nichts mehr geliefert bekommen und erst recht keine Lebensmittel!

  8. Irgendwann bleiben wir alle zuhause sitzen und bestellen nur noch. Das herkömmliche Prinzip klappt doch bisher wunderbar. Denkt jemand vielleicht noch an die Natur? Das ist doch noch mehr Umweltverschmutzung wenn jetzt alles per Lieferwagen kommt!

    1. Naja, kann man halten wie´n Dachdecker… ! 1 Transporter mit 10 Eunkäufen (?!) oder 10 Pkw´s auf dem Weg zum Aldi (wo´s sicher nicht alles gibt was man braucht), dann nochmal zum Edeka um alles andere zu bekommen… !

  9. Ich wäre auch sofort dabei und bereit, etwas mehr zu bezahlen. Der Einzelhandel wird umgehend kontern, so dass zumindest die großen Ketten wie Edeka eigene Lieferservices auf die Beine stellen werden, so dass der aaarme Einzelhandel, der im Jammern ja immer ganz groß ist, auch nicht gleich vor die Hunde gehen wird. Gesetz dem Fall, dass das Sortiment und die Qualität (auch bei Frischware) SO gut sind, dass ich wirklich nur noch ein- oder zweimal im Monat in ein Lebensmittelgeschäft müsste, wäre mir das schon 40 Euro im Monat wert (ausgehend von zwei Belieferungen pro Woche).

    Was die Amazon-Reportage angeht: Erstens wurde über die Art und Weise der – sagen wir mal “kreativen” – Berichterstattung der Redakteure im Nachhinein ausgiebig berichtet. Dann ist es nicht gerade neu, dass sogenannte Sicherheitsdienste Vollidioten und Neonazis anziehen wie Motten das Licht – ich arbeite nun über 10 Jahre im Veranstaltungswesen und habe festgestellt, dass der einzige (!) Weg zu einer anständigen Security der ist, sich selbst ein handverlesenes Team aufzubauen. Und wer Leiharbeiter im Weihnachtsgeschäft (oder jeder anderen saisonalen Umsatzspitze) für eine Besonderheit oder Neuerung hält, sollte mal mehr vor die Tür gehen…

  10. Die Idee ist ja nicht neu. In England arbeitet Tesco bereits seit einigen Jahren mit einem Lieferservice. Rewe hatte es auch zunächst mit einem Abholservice begonnen, liefert nun allerdings auch. Bei Gesprächen mit englischen Freunden zeigt sich aber, dass das System, zumindest von Tesco, nicht ganz perfekt ist. Tesco hat folgendes Problem: Kunde bestellt Artikel Brot “a”, bekommt aber, weil Brot “a” nicht verfügbar ist, ein Substitut Brot “b” geliefert. Da er das Brot ja direkt benötigt, nimmt er es an und ist aber eigentlich unzufrieden. Ein weiteres Problem ist, dass bei der Zusammenstellung des Warenkorbes die Artikel bei Tesco reingelegt werden, deren Mindesthaltbarkeitsdatum gerade abläuft. Im Supermarkt bei der Selbstbedienung sucht sich der Konsument ja häufig die Artikel aus den hinteren Teilen des Regals, welche länger haltbar sind. Darauf hat man dann keinen Einfluss mehr. Gleiches gilt dann auch für den Versandhändler Amazon, welcher ablaufende Artikel bevorzugt ausliefern wird. Von daher bin ich der Meinung, dass dieses System nur für wirkliche Schnelldreher Frischwaren oder für länger haltbare Produkte funktioniert.

  11. Bei Kaiser’s in Berlin gibt’s das schon seit 13 Jahren… hat sich nie wirklich durchgesetzt… amazon wird daran verzweifeln… Außerdem haben Aldi und Co schon Walmart aus dem deutschen Lebensmittel-Markt gedrängt. Warum da jetzt Platz für amazon sein soll? Rätselhafte Entscheidung.

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