Vergrub Atari wirklich 3,5 Millionen Videospiele in der Wüste?

Eine Legende wird überprüft: Atari hat 1983 angeblich mehrere Truck-Ladungen des Videospiels „E.T. Der Außerirdische“ in der Wüste von New Mexiko vergraben und einbetoniert. Der Stadtrat von Alamogordo, New Mexiko, hat nun der Multimediafirma Fuel Industries die Erlaubnis für Ausgrabungen erteilt.

Das Spiel zu Steven Spielbergs Film sollte damals in nur fünf Wochen entstehen, weil die Verhandlungen zu lange gedauert hatten und Atari das Weihnachtsgeschäft nicht verpassen wollte. Gamedesigner Howard Scott Warshaw, für Perlen wie Raiders of the Lost Ark und Yar’s Revenge verantwortlich, konnte in diesem Zeitrahmen auch nichts mehr retten und so entstand eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten.

Atari blieb auf ungefähr 3,5 Millionen Cartridges von „E.T.“ sitzen. Zeitgleich war 1983 das Jahr, in dem bei Atari auch alles andere den Bach runterging, die Firma fuhr mehr als 500 Millionen Dollar Verlust ein und wurde schließlich an Warner verkauft.

Der Legende nach wurde aus dieser Situation heraus eine skurrile Entscheidung getroffen: Atari sandte zehn bis zwanzig Lastwagen in die Wüste von New Mexiko, vollgepackt mit Spielen, die keiner haben wollte. Dort wurden die Games erst zerstampft und dann einbetoniert, und somit alle Spuren des Desasters beseitigt. Diese Geschichte hielt sich über die Jahrzehnte hin hartnäckig und wurde in Gamerkreisen zur Legende. So hat beispielsweise auch der kommende Film des Angry Video Game Nerd die vergrabenen ET-Spiele zum Thema.

Letzte Woche wurde nun der Multimediafirma Fuel Industries die Erlaubnis erteilt, an der besagten Stelle eine Ausgrabung zu beginnen. Die Medienmacher aus Ottawa wollen ihren eigenen Dokumentarfilm drehen und im Zuge dessen endlich die Wahrheit hinter der Legende aufspüren.

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