25 Jahre Computerflieger: Der Airbus A320 hat Geburtstag

25 Jahre ist es nun her, dass sich der „fliegende Computer“ mit dem Namen Airbus A320 das erste Mal im Liniendienst in die Lüfte erhob. Dieses bis heute sehr erfolgreiche Flugzeug war das erste Verkehrsflugzeug, das mit einer vollständigen, rein digitalen Fly-by-Wire-Steuerung ausgestattet war – was auch zu Problemen führte.

Laut Wikipedia wurden bis März 2013 inzwischen 9405 Flugzeuge der A320-Familie – zu der auch die etwas kleineren Varianten A319 und A318 sowie die gestreckte Version A321 gehören – bestellt und davon bislang 5516 Maschinen ausgeliefert. Das lässt diesen Flugzeugtyp damit in der gleichen Liga wie die schon deutlich ältere 737-Familie von Boeing spielen, von der seit dem Erstflug im April 1967 über 10000 Stück bestellt wurden.

Der Airbus A320 kam 1988 dann nach einer siebenjährigen Entwicklungszeit mit einigen bahnbrechenden Neuerungen daher: Die Maschine war das erste Verkehrsflugzeug mit einer rein digitalen Kontrolle der Steuerflächen. Zwar gab es bereits mit der Concorde ein ziviles Flugzeug mit Fly-by-Wire, jedoch hatte diese noch ein mechanisches Backupsystem. Daher gab es im Airbus A320 auch kein klassisches Steuerhorn mehr – Das Flugzeug wird mit einem Sidestick (im Prinzip ein Joystick) und den Ruderpedalen gelenkt. Besonders viel Diskussionsstoff lieferten die Bordcomputer, die sozusagen in der Befehlshierarchie im Normalbetrieb dem Piloten vorgesetzt sind: Steuereingaben, die die Computer für Unsinn halten, werden einfach nicht ausgeführt. Gerade in der Anfangszeit musste Airbus – insbesondere nach einem verheerenden Absturz bei einer Flugschau im französischen Mulhouse mit einer praktisch fabrikneuen Maschine – dafür viel Kritik einstecken.

Ebenfalls revolutionär war der Einsatz eines Glascockpits, also insgesamt sechs Displays anstelle eines damals noch üblichen „Uhrenladens“ aus analogen Einzelinstrumenten. Das komplette Cockpit findet sich bis auf ein paar kleine Details in allen Flugzeugen der A320-Familie identisch wieder, was dazu führt, dass bei der Pilotenausbildung viel Geld gespart werden kann: Für alle Modelle der Familie gibt es ein gemeinsames Type Rating. Das bedeutet, dass ein Pilot mit einem Type Rating für den Airbus A320 auch die Flugzeugmuster A318, A319 und A321 praktisch ohne weiteres fliegen darf.

Trotz der anfänglichen Kritik war und ist der A320 für Airbus ein durchschlagender Erfolg. Die Modellserie wird daher auch beständig weiterentwickelt: Seit kurzem können Kunden optional sogenannte Sharklets mitbestellen. Das sind spezielle, nach oben gebogene Flügelspitzen, die für besseren Auftrieb und geringere Luftverwirbelungen sorgen und so die Effizienz der Flugzeuge steigern. Ab 2015 soll dann der A320neo angeboten, welcher mit neuen Triebwerken ausgestattet wird, die bis zu 15% weniger Treibstoff verbrauchen als bisherige Modelle.

Gizmodo gratuliert dem „Computerflieger“ zum Geburtstag und wünscht für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Bild: curimedia

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