Test: Nikon Coolpix A – unwiderstehliches Retrodesign

In schwarz und weiß kann man die formschöne Digitalkamera Coolpix A von Nikon erwerben. Mit gerade einmal 300 Gramm Eigengewicht und nicht wesentlich größer als ein iPhone konnte uns die Kamera als Wegbegleiter überzeugen.

Konzipiert wurde die Coolpix A bereits 2010. Als kompakte Digitalkamera für die Hosentasche soll die Nikon vor allem im Stadtdschungel für Momentaufnahmen dienen. Und das kann sie auch: In weniger als einer Sekunde kann man mit der Coolpix A losknipsen – und zwar gestochen scharf.

Die Nikon Coolpix A im Allgemeinen

Mit 16,2 Megapixel, einem Weitwinkelobjektiv und einer festen Brennweite von 28 Millimetern läd die Kamera für Aufnahmen in den verschiedensten Situationen ein. Der Bildsensor entspricht dem der Nikon D7000. Einen Tasten- und Funktionen-Wald wie bei den Spiegelreflexkameras von Nikon findet man hier nicht. Die Oberflächen wirken klar und die Bedienung der Kamera gelingt ab der ersten Minute.

Coolpix A

Tasten, Knöpfe und Funktionen der Nikon Coolpix A

Auf der Kameraoberseite befinden sich links und rechts zwei Drehräder, eines zur Programmwahl und eines um Veränderungen an ISO-Werten und anderen Funktionen zu bewirken. Außerdem befindet sich noch ein Blitzschuh an der linken oberen Kante. Rund um das Display herum befinden sich acht Tasten und ein Kombidrehrad. Die Tasten wurden mit Funktionen wie Zoom, ISO-Empfindlichkeit, Menü, Belichtungskorrektur und Infoscreen belegt. Das Drehrad neben dem Display ermöglicht vor allem eine schnelle Auswahl im Menü oder im Fotoalbum. Leider wurde beim Display auf einen Touchscreen verzichtet. Jedoch wurde das bewährte Menü der Nikon Spiegelreflexkameras übernommen, sodass für Nikon-Erfahrene keine Umgewöhnung stattfinden muss. Auf der Vorderseite gibt es noch eine frei belegbare Funktionstaste. An den Rändern wurden unter stabilen Klappen einige Eingänge wie HDMI, GPS, und Micro-USB versteckt. Der Blitzschuh auf der oberen Kante ermöglicht einen Blitz oder einen optischen Sucher als Add-on. Der rein optische Sucher schlägt mit 315 Euro aber kräftig zu Buche.

Foto 2

Und noch mehr Fakten zur Nikon Coolpix A

Neben einer Abspeicherung der Fotos im JPEG-Format besteht auch die Möglichkeit die Bilder im unkomprimierten RAW-Format zu sichern. Die Aufnahme von Videos gelingt bei einer Full HD-Auflößung mit 1920 x 1080 Bildpunkten und zwei Mikrofonen zur Stereoaufnahme bestens. Zusätzlich kann über das Programmwahlrad zwischen Blenden-, Programm- und Zeitautomatik ausgewählt werden. Auch eine manuelle Wahl der Belichtungszeit wird hier ermöglicht – klasse Feature. Die ISO-Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis zu ISO 3200 und kann sogar auf ISO 25.600 erweitert werden.

Beim Autofokus der Nikon Coolpix A ging wohl etwas schief

Naja, die Überschrift formuliert das vielleicht zu streng. Dennoch der Autofokus bei der Coolpix A war nicht so zufriedenstellend wie erwartet. Bei Videoaufnahmen konnte er bei einem hohen Motivwechsel nicht rasch genug scharf stellen – im Vergleich konnte sogar das iPhone 5 schneller fokussieren. Und auch bei Fotoaufnahmen gelingt es der Nikon Coolpix A nicht mit der Konkurrenz mitzuhalten. In einem Labortest der Website digitalkamera.deFoto brauchte die Coolpix A 0,51 Sekunden zum Fokussieren “von unendlich auf zwei Meter Motivdistanz” 0,51 Sekunden. Die X100S von Fujifilm brauchte lediglich 0,44 Sekunden und erwies sich in diesem Punkt als starkes Konkurrenzmodell. Die Werte wirken zwar nicht wirklich weit von einander entfernt, doch gerade bei der Actionfotografie hätte man einen etwas schnelleren Autofokus erwarten können. Schließlich wurde die Kamera gerade für Städtetrips und Momentaufnahmen entworfen.

Unsere Meinung zur Nikon Coolpix A

Die Digitalkamera besitzt viele Stärken, wie das kompakte und leichte Design, eine hochwertige Verarbeitung, die super einfache Bedienung, ein hochwertiges Weitwinkelobjektiv und die vielen Add-Ons. Bei einem stolzen Preis von rund 1000 Euro wurden hier aber auf ein paar unverzichtbare Features und Optionen verzichtet, auf die man eigentlich nicht verzichten sollte. Das Display besitzt keinen Touchscreen, was sicherlich auch kein Beinbruch ist. Doch sind wir mal ehrlich, viele von uns sind zu sehr an den Touchscreen gewöhnt und wollen dies ungern missen. Außerdem wäre ein integrierter optischer Sucher schick gewesen, denn das externe Modell schlägt mit 315 Euro ziemlich zu Buche und besitzt dabei keinerlei Zusatzfunktionen. Und zuletzt: Der Autofokus hätte ein wenig schneller ausfallen dürfen. Alles funktioniert innerhalb von Millisekunden bei der Coolpix A. Warum wurde also auf einen besseren Autofokus verzichtet?

Trotzdem, die Nikon Coolpix A macht einfach Spaß sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Hobbyfotografen. Sie bereichert jeden Urlaubstrip durch ihre Klarheit und Schnelligkeit. Momentaufnahmen und hochauflösende Videoclips gelingen in einer hervorragenden Schärfe. Allerdings muss man sich erst ein wenig an die feste Brennweite gewöhnen.

GizRank: 4,5 von 5 Sternen

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3 Antworten auf Test: Nikon Coolpix A – unwiderstehliches Retrodesign

  1. Marcus 04 Mai 2013, 19:25

    Das Design ist wirklich klasse. Retro eben, aber wie ist denn die Handlichkeit. Kann man mit einer Hand schnell einen Schanppschuss schießen? Bei vielen Digitalkameras landet man dann auf irgendwelche Buttons.

  2. Lenz Nölkel 04 Mai 2013, 20:04

    Ja, das funktioniert problemlos! Die Kamera besitzt einen Flipp-Hebel am Auslöser. Dieser lässt sich komplett mit einer Hand bedienen. Und da die Kamera nur 300 Gramm wiegt handelt es sich nicht nur um ein Spielzeug für starke Männer ;-)

  3. Günter S. 08 Jun 2013, 18:39

    Habe die Kamera seit etwa 14 Tagen. Ich muss sagen, ich komme mit ihr bestens zurecht. Die Programme geben das her, was der Normalo so braucht. Die Qualität der Aufnahmen ist einfach hervorragend. Sicher, der AF könnte schneller sein, doch mir persönlich ist dieses Manko nicht so gravierend. Dafür hat die Kamera andere Vorteile: sie ist relativ leicht, sie ist sehr gut verarbeitet.