Tomb Raider im Test: Beeindruckendes Comeback

Lara ist zurück! Nach Abschluss der Legend-Trilogie wagt Square Enix einen Neustart der Tomb Raider Serie. Mit im Gepäck sind Quicktime Events, viel Action, ein schnelles Kampfsystem und schön in Szene gesetzte Charaktere.

Die dramatische Präsentation wurde dieses Mal noch mehr fokussiert als schon bei den letzten von Square Enix entwickelten Tomb Raider Spielen. So folgen auf die schon im Vorfeld veröffentlichten Opening Cinematics haufenweise Cutscenes und Rückblenden, die das Spielgeschehen unterfüttern und Tomb Raider im Trend großer Titel der letzten Jahre über weite Strecken an einen Kinofilm erinnern lassen. Da werden dramatische Entscheidungen auf hohen Klippen getroffen und gute Freunde im letzten Moment gerettet – das ist schon was anderes als die guten alten Tiger aus Tomb Raider 2.

Durchschnittliche Story – Tolle Atmosphäre

Die Story selbst ist leider ziemlich mau. Lara strandet auf einer Insel, Lara verliert ihre Freunde, Lara findet ihre Freunde wieder, Lara verliert ihre Freunde erneut, Lara sucht ihre Freunde, Lara findet ihre Freunde… gähn. Dabei stoßen Lara (und ihre Freunde!) auf die Geheimnisse der Insel, die mit einer uralten Legende um die Sonnenkönigin Himiko zu tun hat, die über die sagenumwobene Stadt Yamatai herrscht.

tomb-raider-11 Nervig wird das eigentlich selten, weil das Spiel dank gut gemachter Präsentation trotzdem spannend bleibt. Nur im Rückblick gerät die Geschichte eben nicht über das Niveau eines Actionfilms hinaus.

Action gibt es dafür  zur Genüge. Die Quick Time Events sind nicht mehr nur an geskripteten Stellen über die Level verteilt, sie sind jetzt auch essentieller Teil des Kampfsystems. Das ist gut gelöst worden und fügt sich flüssig ins Kampfgeschehen ein. So muss im Nahkampf beispielsweise ein bestimmter Knopf zur rechten Zeit gedrückt werden, um Gegnern den Rest zu geben oder nach dem Ausweichen einen Konter anzusetzen.

Auch die „normalen“ Quick-Time Events, in denen innerhalb einer Cutscene schnell rechts und links gedrückt werden muss um Lara vor dem Absturz zu retten oder man sich per Tastendruck gegen aufdringliche Söldner wehrt, sind gut ins Spiel integriert worden. Bei Misslingen drohen Lara teils überzogen brutale Tode – zerquetscht und aufgespießt sind da noch die harmloseren Varianten.

Lara Croft muss einiges aushalten

Überhaupt ist dieser Tomb Raider Teil nichts für schwache Nerven. Waren die alten Spiele eine nie ganz ernstgemeinte Mischung aus Comic und Puzzlegame, wird hier dem Spieler gerade zu Anfang unmissverständlich der Leidensweg der Lara Croft vorgeführt. Natürlich ist das keine realistische Darstellung vom Überleben in der Wildnis (ein Streichholz für ein Lagerfeuer im Regen… ist klar…) aber man muss schon sehr abgehärtet sein, um nicht wenigstens ein bisschen Mitleid mit der gebeutelten Hauptfigur zu bekommen.

Das zahlt sich aus: Dadurch, dass die „neue Lara“ die Tortur erst als naive und ängstliche Abenteurerin durchlebt, wirkt ihr Auftreten als männermordende Killerin zu Ende des Spiels viel realistischer.

Sogar die Animationen und Geräusche der Spielfigur sind zu Beginn andere: Die junge Lara hievt sich mit letzter Kraft über Kanten und schleppt sich nach jedem Sprint schwer atmend durch die Gegend. Später ist sie fitter geworden und hangelt sich in gewohnter Croft-Manier einhändig an brennenden Schlossmauern entlang.

Dieser Blick aufs Detail beeindruckt und lässt die Metamorphose zur Actionheldin um Längen glaubwürdiger wirken als beispielsweise in Far Cry 3.

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Seite 2 – Kämpfe, Grafik, Sandbox
Seite 3 – Fazit und Galerie

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3 Antworten auf Tomb Raider im Test: Beeindruckendes Comeback

  1. Tom 14 Mrz 2013, 16:41

    Hey Leute, eine Runde Applaus, Gizmodo hat es endlich geschafft, eine ordentliche Galerie zu basteln!

  2. Christian Lipowsky 14 Mrz 2013, 17:23

    Die war doch schon immer so? Alles andere sind Gerüchte.

  3. Xyz 14 Mrz 2013, 18:47

    Ted….jetzt mal ernst…. Möpse?