9 Gründe für das Rooting von Android-Geräten

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Rooten oder nicht Rooten? Das ist hier die Frage. Wer sein Android-Gerät rootet, der steigt auf der Geekskala einige Stufen auf. Aber gibt es auch handfeste Gründe die dafür sprechen? Wir haben gleich 9 Stück gefunden.

Was ist Rooten eigentlich?

Rooting bedeutet, dass man Root-Zugriff auf sein mobiles Android-Gerät erhält. Wenn man ein Android-Smartphone kauft, gibt es zwar zahlreiche Dinge, die man konfigurieren kann, aber nur das, was der Hersteller erlaubt. Wer Root-Zugriff hat, muss sich mit diesen Limitierungen nicht herumschlagen. Dann lässt sich die Software des Geräts grundlegend verändern. Man muss bei manchen Geräten zwar recht viel Arbeit investieren und verliert (oft) seine Garantie, aber trotzdem: Es lohnt sich.

1. Apps im Überfluss

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Wer etwas Zeit in Google Play verbracht hat sieht, was für Unmengen von Apps es mittlerweile gibt. Aber wenn man sein Gerät rootet, hat man nicht nur ZUgriff auf noch mehr Apps sondern kann auch solche nutzen, die viel Tiefer in das mobile Betriebssystem von Google eingreifen können, als ihr euch das jemals erhofft habt. In manchen Fällen kann man damit Sachen machen, die Google und die Mobilfunknetzbetreiber nicht wollen. Manche sind eventuell sogar nur halblegal. Der Network Spoofer kann zum Beispiel genutzt werden, um Android-Geräte in einem Fake-WLAN-Hotspot umzubauen. Damit könnte man sogar unverschlüsselte Logindaten abgreifen, aber das sollte man natürlich nicht tun.

Wo findet man diese Apps, die nur auf gerooteten Geräten laufen? Interessanterweise sind viele davon noch im Google Play App Store zu finden. Google geht mit dem Thema deutlich entspannter um als Apple. Einige Apps wie Tasker funktionieren auch auf ungerooteten (hallo Dudenhölle, btw) Geräten aber mit knapperen Funktionsumfang.

2. Die frischsten Updates des Planeten

Eine der größten Probleme für Android-Nutzern ist die mangelnde Verfügbarkeit von OS-Updates für ihre Geräte. Wer welches Update wann bekommt hängt von vielen Faktoren ab – oftmals sind es die Handyhersteller, die ältere Geräte einfach nicht mehr unterstützen wollen oder sich damit lange Zeit lassen.

Androids Entwickler-Community ist hingegen quirlig wie keine andere. Oft gibt es OS-Updates schon Monate vor dem offiziellen Update der Hersteller oder Mobilfunkanbieter. Wenn man Rooter ist, kann man oft sehr viel früher auf eine neue Android-Version umsteigen, die speziell für das eigene Gerät optimiert wurde.

3. Weg mit den Hersteller-Oberflächen

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Viele Hersteller liefern angepasste Oberflächen für Android mit, an denen man als normaler Nutzer nicht vorbeikommt. Nicht jeder Hersteller weißt hier eine besondere Begabung auf – manche Oberflächen sind schlicht und ergreifend Mist. Auch diese Oberflächen sind übrigens ein Grund, weshalb Android-Updates der Hersteller oft so lange auf sich warten lassen. Wer will, kann bei gerooteten Geräten über Custom-ROMs das Android-Kleid wechseln.

4. Überflüssige Apps abschießen

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Android-Smartphones haben manchmal nicht nur grausame Oberflächen sondern verfügen auch über mitinstallierte Apps der Hersteller, die man eigentlich gar nicht haben will. SIe lassen sich entfernen. In Android 4.1 (Jelly Bean) kann man Apps verstecken, aber sie bleiben auf dem Gerät und nehmen Platz weg. Nach einem Rooting kann man Titanium Backup verwenden, um diese Apps ein für allemal zu löschen. Dabei sollte man aber mit Bedacht vorgehen, damit nichts verloren geht, was man eigentlich noch braucht.

5. Geschwindigkeits- und Akku-Tuning

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Eurer Smartphone ruckelt und wird langsamer? Oder der Akku reicht nicht mehr für den ganzen Tag? Wer gerootet hat, kann angepasste Kernels installieren (simpel gesagt ist das die Software, die dem OS erlaubt mit der Hardware zu kommunizieren), die für spezifische Einsatzzwecke optimiert wurden. Einige sorgen für einen stromsparenderen Betrieb und manche sind für Geschwindigkeits-Freaks gedacht. Man kann auch eine App wie Set CPU verwenden, um den Prozessor hoch- oder herunterzutakten – und das sogar anwendungsspezifisch.

6. Extremes Optik-Tuning

Android ist das am besten anpassbare mobile Betriebssystem – auch ohne Rooting. Wer aber Rootzugriff erlangt, der kann sich richtig austoben. Custom-Roms erlauben es, das Antlitz des Betriebssystems radikal zu verändern. Wollt ihr nur Gesten zum Steuern? Kein Problem. Da hilft GMD Gesture Control. Wollt ihr eine andere Tastatur im Quer-Modus als im Hoch-Modus? Der Keyboard Manager schaltet automatisch zwischen Softwaretastaturen eurer Wahl um, wenn ihr das Gerät dreht. Auch Widgets in der Nachrichtenzentrale oder die Optik einzelner Elemente sind vor Veränderungen nicht sicher.

7. Vollkommen neue Einsatzmöglichkeiten

Anstatt nur die bestehenden Telefonfunktionen zu verändern lassen sich auch vollkommen neue hinzufügen. Manche sind ziemlich irre. Ihr werdet sie lieben.

Soll der Playstation-Controller an das Smartphone angeschlossen werden? Geht. Wollt ihr eine Anrufer-White- und Blacklist erstellen, die Uhrzeit-gesteuert zulässt, wer euch wann anrufen kann? Warum nicht. Gibt es bestimmte Apps in eurem Land nicht? Wer will, kann dem Mobilfunk-Anbieter und Google vortäuschen, dass man sich an einem anderen Ort befindet. Wer will, kann die neue Kamera-App von Android 4.2 auch auf ältere Smartphones spielen.

8. Ein kostenloser WLAN-Hotspot

Wer Tethering nicht nutzen kann, weil der Mobilfunkanbieter gerne einen Obolus dafür hätte, kann bei gerooteten Android-Geräten mit Wireless Tether aus dem Android Market sein eigenes, verschlüsseltes WLAN aufbauen.

9. Bessere Backups

Es gibt Apps, die scheinbar euer Smartphone oder Tablet als Backup sichern – aber in der Regel sind das nur halbherzige Versuche, die Kontakte, Fotos, Musik und ähnliches kopieren können. Wer Root ist, kann alles sichern. Auch Spielstände. Holt euch einfach die App Titanium Backup. Ein Backup sollte man auch immer haben, bevor man wirklich krasse Änderungen an seinem Telefon durchführt.

Auch angesichts der beschriebenen Vorteile ist es natürlich an euch zu entscheiden, ob ihr Rootet oder nicht. Für manche ist die Zeit und der Aufwand zu hoch. Anderen erlaubt das eine bessere Nutzung ihrer Geräte. Schließlich gehört euch die Hardware.

[Via gizmodo.com]

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  1. Aha. Und ich dachte immer euer Betriebssystem wäre sooooo frei und man bräuchte keinen Jailbreak USW….

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    1. …genau das gleich ist mir auch gerade durch den Kopf gegangen.

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      1. Jailbreak brauch ich, um überhaupt irgendwelche Apps aus nicht Apple/iTunes Quellen zu installieren. Das ist bei Android ohne rooten möglich!! Eine Haken in den Einstellungen setzen und ich kann mir Apps auch per E-Mail schicken lassen und installieren.
        Auch kann ich ohne rooten schon deutlich mehr konfigurieren und verändern als bei Apple, z.B. den Launcher (Startscreen) oder den Dialer (Telfonier-App) austauschen.
        Brauche ich Jailbreak nicht auch, um überhaupt mal ein andere SIM Karte benutzen zu dürfen, oder ist inzwischen nicht mehr der Fall?

        Rooten ist eine andere Kategorie, das heisst primär voller Systemzugriff auch auf geschützte Bereiche. Hauptsächlich denke ich wegen Dingen wie Bloatware entfernen und Backups.
        Hat aber mit Dingen wie Cydia und SIM-Lock wie bei Apple nix zu tun!

      2. Dort steht doch klar und deutlich, dass es für Leute ist, die Ahnung haben, nicht für Apple-Fanboys. Apple = AOL-Hirnis, Agenturfritzen und Leute die zum ersten Mal mit Technik spielen, Android = Free Internet, C64 und Sheldon.

    2. Joah, bei den meisten Android-Geräten ist das Rooten extrem einfach und auch gerne gesehen. Der Root-Zugang ist eingangs nur gesperrt, damit normale User nichts machen, wovon sie keine Ahnung haben.

  2. … und was ist mit Schadsoftware?
    Können andere Leute auf mein Handy zugreifen.
    Welche Risiken gibt es noch?
    Der Bericht gibt keine Antworten sondern nur offene Fragen.

    1. Schadsoftware kann es genauso geben. Prinzipiell kann sie sogar auf einem gerooteten Handy mehr Schaden anrichten, da sie natürlich auf ansonsten geschützte Bereiche zugreifen kann.
      Wie immer gilt hier ob gerootet oder nicht: Augen auf, keine Dubiosen Quellen auf SW Empfehlungen achten usw.
      Generell kann man mehr kaputtmachen, im Extremfall kann man beim Rooten das Teil “bricken” also unbrauchbar machen. Kommt meines Wissens nach aber inzwischen nicht/kaum mehr vor wenn man sich genau an die Anweisungen hält (geladener Akku!!)

      Man sollte ein gewisse Expimentierfreude mitbringen.
      Wenn es mal gerootet ist kann man allerdings mit komplett Backups auf ROM Ebene (Nandroid Backups) das Handy jederzeit wieder auf einen laufenden Zustand zurücksetzen, was einem nach Virusbefall eine bessere Möglichkeit bietet als einfach zurückzusetzen und alle Daten zu verlieren.

    2. Ich besitze seit Jahren iPhones, wenn Du mal eines mit Jailbreak hast und dann eine Firewall laufen lässt, dann wird Dir schwindlig! Da greifen fast alle Apps so ziemlich alles ab, was Du Dir nur erdenken kannst.

      1. Das ist allerdings unter Android *nicht* anders! Da gibt es Apps, die eigentlich nur kosmetische Veränderungen an der Oberfläche durchführen sollten, aber Vollzugriff haben auf Netzwerk, IMEI, Telefonie/SMS/MMS, Kontakte, E-Mail usw. usf. – und die auch lustig im Hintergrund Daten übertragen. Ohne Wissen der Nutzer. (Über die Facebook-App braucht man diesbezüglich gar nicht erst zu reden.)

        Sucht einmal nach “PDroid Patch”, “LBE Privacy Guard” und “AFWall+” auf xda-developers. Dort finden sich lange Diskussionen zum Thema.

  3. guter artikel, danke dafür. wusste bisher nicht so recht, was rooten bedeutet.
    aha schau dir android lieber an, bevor du urteilst. deine aussage ist affig.

  4. Korregiert mich wenn ich falsch liege, aber Rooten heißt nicht Boatloader öffnen!!!! Die Garantie verliert ihr nicht und Punkt 2 und 3 sind mit root Recht nicht möglich. Dafür muss der Boatloader geöffnet sein. Dieses öffnen geht meist nur mit dem verlieren der Garantie Software seitiger Hardwarefehler.

  5. aha hat leider ganz recht. Natürlich ist Android Feuer und offene als i, da ist der Grund warum ich es nutze. aber die Updatepolitik und die Steine, die einem durch die Handyhersteller gegen das rooten in den weg gelegt werden, empfinde ich als sehr ärgerlich bis …
    Wird langsam Zeit für echt freie Alternativen. ob ubuntu da wohl offener wird?

  6. Des weiteren kann man das handy mit root rechten komplett von Werbung befreien, sowohl in apps, als auch wie bei adblock in allen Browsern

  7. Danke Andreas, du hast mir mit dem Tip für Keyboard Manager geholfen ein Problem zu lösen, für das ich schon lange eine Lösung suche! *thumbs up*

  8. toll erklärt. nun zu meiner frage, ich habe eset installiert. da ist eine Schutz Software. funktioniert die nach dem rooten wie Vize dem rooten?

  9. Also.
    Ich bin mir noch nicht sicher
    Ob ich mein Samsung Galaxy mini roote.
    ICh möchte mich aber erst gaanz genau erkundigen bevor ich irgendetwas herunterlade. Da lese ich mir auch alle websites zu durch (ok alle nun auch nicht).

    Ich möchte es rooten weil ich mir gamecih runterladen möchte damit ich in Pou und anderen Handygames cheaten möchte. (Bitte keine schlechten kommentare dazu, es ist meine sache ob ich cheate oder nicht)

    Gab es bisher jemanden der “Schlimme” Erfahrungen mit dem Rooten hatte? Will mich schlau lesen ^^

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