Pogen für die Wissenschaft: Moshpit-Simulator soll Leben retten

Wer hätte das gedacht: Aus den chaotisch anmutenden Moshpits, wie man sie auf Konzerten vornehmlich metallischer Musiknatur findet, lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse erzielen. Denn: Die Regeln beim „Pogen“ weisen große Ähnlichkeit zur natürlichen Gruppendynamik bei Tieren auf – die Bewegungen zahlreicher Individuen haben Einfluss auf die Bewegung der Gruppe.

Der Effekt im Tierreich: Sardellen bleiben beispielsweise in einem zusammenhaltenden Schwarm, wenn sich eine Gefahr nähert – Individuen verfallen nicht in Panik, dank der vorherrschenden „Gruppendisziplin“. In einer Moshpit funktioniert das ähnlich. Eine Erkenntnis, die der Physik-Student Jesse Silverberg von der Cornell-Universität in New York machte und auf deren Basis er seinen Moshpit-Simulator entwickelte. Der berechnet anhand unterschiedlicher Variablen (Menschenmenge, Fläche, Moshpit-Größe etc.) die Dynamik der anwesenden Zuschauer, beispielsweise bei Konzerten oder Partys.

Wozu das Ganze? Der Simulator soll ein besseres Verständnis für die Reaktionen von Gruppen verschiedener Größen in Paniksituation schaffen. Dieses Wissen hilft, Gebäude entsprechend zu konzipieren und Notausgänge richtig zu planen. Damit könnten tödliche Unfälle, wie das Feuer in dem US-amerikanischen Nachtklub The Station, das mehr als 100 Menschen ihr Leben gekostet hat, verhindert werden.

[Cornell University via gizmodo.com / Foto: Aija Lehtonen, Shutterstock]

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2 Antworten auf Pogen für die Wissenschaft: Moshpit-Simulator soll Leben retten

  1. Alex 17 Feb 2013, 10:50

    Bezweifele ich…
    Wer schonmal auf nem richtigen Metal Konzert war weiß wie sehr die Simulation daneben liegt…

  2. Baba 17 Feb 2013, 14:03

    Also die Wissenschaftler hätten auch eine Gnu-Herde, die durch den Mare-Fluss der voller Krokodile ist, panisch durchqueren und sich so verhalten wie Menschen in einer Paniksituation, wie auf der Loveparade in Duisburg.