Black Hornet: Spionageflugzeug in Handgröße für 146.000 Euro

MINIATURE SURVEILLANCE HELICOPTERS HELP PROTECT FRONTLINE TROOPS

Das Leben der britischen Soldaten soll durch eine Miniaturdrohne deutlich sicherer werden. Anstelle selbst nach Hinterhalten Ausschau zu halten, schicken sie in Zukunft einfach einen faustgroßen Hubschrauber auf Erkundungsflug.

Der Black Hornet Nano wurde von Prox Dynamics in Norwegen entwickelt und ist 10 cm lang und 2,5 cm breit. Der Rotor erreicht einen Durchmesser von ebenfalls 10 cm. Das kleine Fluggerät wiegt gerade einmal 16 Gramm und fliegt fast lautlos durch die Gegend. Mit seiner grauen Farbe ist es schwer zu erkennen.

Der Black Hornet trägt eine winzige Kamera und liefert damit Video und Fotos zurück zu dem Soldaten, der sie auf einem tragbaren Display empfängt. Die Funkdistanz liegt beim einem Kilometer. Auf wenn die Drohne vielleicht aussieht wie ein Spielzeug soll sie den harschen Wetterverhältnissen in der Steppe und der Wüste standhalten.

original

Der Akku erlaubt Fluggeschwindigkeiten von bis zu 10 Metern pro Sekunde und ein Flugdauer von 25 Minuten: Das reicht für Kurzerkundungsflüge locker aus. Der Black Hornet kann wahlweise mit Fernsteuerung dirigiert werden oder mit einem GPS-Empfänger autonom eine festgelegte Route abfliegen.

Britische Soldaten setzen den Black Hornet seit August 2012 ein und waren bislang sehr angetan von dem Gerät. Major Adam Foden sagte gegenüber UAS Vision:

Der Black Hornet verändert die Spielregeln. Früher mussten wir Soldaten vorschicken, die herausbekommen musste, ob sich Gegner in Gebäuden vor uns versteckten. Nun schicken wir den Black Hornet vor, der für uns nachschaut. Die Bilder auf dem Display sind klar und der Flieger ist so leise und klein, dass ihn der Gegner nicht bemerkt.

Das britische Verteidigungsministerium hat für 20 Millionen Pfund (23,5 Millionen Euro) 160 der Flieger geordert, um die bislang sonstigen 300 UAVs zu ergänzen, die derzeit im Einsatz sind. Das sind mehr als 146.000 Euro pro Stück.

[Via UAS Vision, Prox Dynamics, BBC, MoD; Wikipedia, Bild: MoD]

Tags :
  1. Die nächste Marktlücke wäre,
    Geräte zu Entwickeln, die Funksignale der Fernsteuerung erkennen, Warnung ausgeben, und diese Funkverbindung stören.
    Aber wenn die Entwickler gut waren, verwenden die „Frequency Hopping Spread Spectrum“ Verfahren.
    -
    Und dazu einen GPS-Jammer, falls das Teil in GPS-Modus navigiert…

  2. 146 000 € pro Pico- Drohne, wirkt auf ersten Blick sehr teuer, bei geschätzten Herstellungspreis weit unter 10 % von VK.
    -
    Und das „Leben der britischen Soldaten“ dürfte auch nebensächlich sein.
    Aber die Kosten wenn einer davon verkrüppelt oder getötet wird, nicht !
    -
    Wenn man bilanziert, was die Ausbildung eines Soldaten kosten kann, sein Transport zum Einsatzort, Rücktransport als Verwundeter oder Toter, ggf. lebenslängliche Rente und Versorgung seiner Verkrüppelung, ggf. Hinterbliebenen- Rente, und der politischer Druck im eigenem Staat den jeder toter Soldat auslöst, usw.,
    dann sind die 146 000 € pro Pico- Drohne, nur „Peanuts” dagegen.
    -
    Bei HiTec- Produkten, ohne oder mit nur wenig Wettbewerb,
    wird der Preis nach dem Nutzen bestimmt,
    und nicht nach den Herstellungskosten !
    -
    Kriege sind eben grausam und teuer !

  3. Bin ich der einzige der sowas für “schwachsinnig” hält? Wofür das Militär hier auch immer 23 Millionen hingeblättert hat es ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Bestimmt zahlt niemand für etwas das man in china für 30 euro zusammen schrauben lassen kann 140 000 Euro.

    1. Erst denken, dann schreiben. So etwas muss nicht nur zusammengeschraubt werden, sondern auch entwickelt, getestet und programmiert werden. Wenn dabei Entwickler Geld verdienen sollen, dann kostet das halt.
      Und was soll dieses “Ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht”-Geschwafel?

      1. Naja bei uns gibts RC Hubschrauber mit Kamera und gps seit über 10 jahren. Hab sogar einen “Zauberkasten” mit dem ich mit Leuten reden kann die gar nicht neben mir stehen; und der hat auch Video und GPS.. wirklich musst es nicht glauben. Wenn du mir deine Adresse gibst friede schick ich dir für 2000 Euro zwei Holzstöcke wenn du die aneinanderreibst werden sie heiss, aber so genau muss das noch erforscht werden..

  4. Der Preis ist deutlich überhöht – typisch Militär. Eine AR.Drone mit Direktbild und einer Flugzeit von 10 bis 15 Min. gibt es derzeit für knapp unter 300 €. Wenn man sie etwas optimieren würde (besserer Akku, stärkere Motoren, …) könnte man die Flugzeit auch deutlich verlängern. Hubschrauber mit Kameras gibt es derzeit für unter 100 €.

  5. Unverständlicher Preis von 200.000 US$ resp. knapp 150.000 Euro!
    Ich möchte hier keinesfalls behaupten, dass ein 200-400 Euro Gerät aus dem Modellbauladen das gleiche leisten kann, aber für unter 1000 Euro gibt es das selbe!

    Noch dazu sprechen wir hier nicht von Technologien aus der neuesten Forschung!
    Solche “Drohnen” bauen sogar viele Hobby-Bastler selbst!

    Also selbst, wenn man jedes einzelne Bauteil durch die derzeit technisch beste Version ersetzt (Akku, Motor, Rotorblätter, Gehäuse, Kamera, GPS, Funkübertragung etc…) käme man zwar sicherlich auf einen, für Normalsterbliche, beachtlichen Preis, aber wohl kaum auf einen so irrwitzigen Preis wie die 200k US$!

    Und nicht zuletzt geht es ja auch nicht um ein Einzelstück, sondern gleich 160 davon!
    Ist mir einfach unverständlich.
    Das ganze regt eher das Interesse in mir, selbst so etwas zu entwickeln und dem Militär vor zu stellen.
    (Und gerade in den USA ist es nichts seltenes, dass auch kleine Firmen für das Militär arbeiten! Das Ergebnis zählt für die Amerikaner. Da ist es ihnen egal, ob ein gutes Produkt von einer 5-Mann Firma oder einem Milliardenkonzern kommt!)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Advertising