Test: Ninja Regenschirm – “Warum ham’ die denn sowas?”

Es heißt, Japan sei durch ein Schwert entstanden: Die alten Götter hätten eine Korallenklinge ins Meer getaucht, und als sie sie wieder herauszogen, seien vier perlengleiche Tropfen zurück ins Meer gefallen und diese vier Tropfen bildeten die japanischen Inseln. Ich behaupte, Japan entstand durch eine handvoll mutiger Männer, Krieger, die bereit waren ihr Leben für etwas zu opfern, was heute in Vergessenheit zu geraten scheint: Ehre. Und ich behaupte, …. ach, vergiss es!

Nochmal von vorn: In erster Linie dient ein Regenschirm ja genau einem einzigen Zweck. Dafür sorgen, dass bei regnerischem Wetter die Tropfen nicht zum Kopf vordringen und so den liebevoll gekämmten Seitenscheitel oder die Tolle ruinieren. Letzteres dürfte vor allem im Sinne der Rockabilly-Szene sein. Sieht auch doof aus, so ne’ nasse Tolle. Abschirmen – Schirm – Regenschirm. Die einzig wahre Passion eines Gebrauchsgegenstands, der in Deutschland vereinzelt auch noch unter dem Namen Paraplü bekannt ist. Und weil in diesem Artikel oft genug die Wörter Regen, Schirm oder Regenschirm fallen werden, einigen wir uns jetzt schon einmal darauf, hin und wieder den Begriff Paraplü in den Raum zu stellen – weil’s einfach niedlich klingt.

Historie

Der gemeine Paraplü wurde das erste Mal um das Jahr 800 erwähnt. Irgend ein Abt schickte irgend einem Bischof xy – und weil die Namen eigentlich völlig egal sind, lassen wir sie einfach raus – einen eben solchen als Präsent. Zitat: „Ich sende dir ein Schutzdach, damit es von deinem verehrungswürdigen Haupte den Regen abhalte“. Denn eigentlich – und da ist der gemeine Paraplü der Evolution ebenso unterworfen wie der Affe oder der, sagen wir mal, Wurm – war es nicht immer seine Passion gewesen, den Regen abzuschirmen. Viel mehr diente er über Jahre dem Sonnenschutz. Damals, weit vor Sonnenstudio und Bräunungscreme, als es noch ziemlich schick war, leichenblass durch die Gegend zu rennen. Aber auch, um den adretten Damen in ihren hitzestauenden Kleidern einen Gefallen zu tun und eine überhöhte Schweißbildung auf der Stirn mit anschließendem Sonnenstich zu vermeiden.

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Heute, 1200 Jahre und ein paar Zerquetschte später, hat die Modeindustrie längst Sorge getragen, dass sich der gemeine Paraplü nicht mehr nur als reiner Gebrauchsgegenstand verseht, nein, der Regenschirm ist Accessoire geworden. Das dürfte spätestens seit Gene Kellys legendärer Tanznummer zu „I’m singing in the rain“ auch noch dem militantesten Praktiker bewusst geworden sein (Oma, wie hieß noch gleich der Film?). Entwicklung, Fortschritt, Evolution eben. Und manchmal, ja manchmal, da nimmt die Evolution besondere Formen an – auch beim Paraplü.

Produkt

Denn während wir zwar immer noch nicht in der Lage sind mit einem Regenschirm zu fliegen, ganz egal ob es uns Märchen-Nanny Marry Poppins oder der „Pinguin“ in Tim Burtons legendärem „Batman Returns“ noch so oft vorgemacht haben, haben wir uns dann doch ein wenig über ein besonders nettes Resultat dieser paraplünischen Evolution amüsiert. Ein Regenschirm für Freunde der Ninjas und Samurais: Der Ninja Regenschirm.

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Der Ninja Regenschirm von Anbieter „Get Digital“ hat alles was der gemeine Regenschirm eben so braucht und obendrein einen verzierten Griff, der an den Griff eines Samurai oder Ninja Schwerts erinnert. Das erklärt dann auch endlich die Einleitung dieses Artikels, ein Zitat aus „Last Samurai“. Öffnen lässt sich der schwarze Regenschirm ganz einfach via Knopfdruck, dazu wurde am Stilende extra eine Federung installiert. Mit einer Spannweite von über einem Meter ist man auch zu zweit wunderbar vor Regenwetter abgeschirmt.

Material

Was jedoch wenig beeindruckt, sind die Streben (oder Speichen) des Samurai Schwerts, pardon, Ninja Regenschirms: Mit Plastik, wenn auch glasfaserverstärkt, lässt sich bekanntlich auch kein Blumentopf gewinnen. Für einen Schirm im unteren, mittleren Preissegment (29,95 Euro bei www.getdigital.de) kann man darüber mit ein wenig guten Willen aber auch hinwegsehen. Weitere Materialien sind Metall, Stoff und Holz.

Pluspunkt

Der Knaller am Schirm ist jedoch die Art des Transports: Dank einer Hülle mit verstellbarem Tragegurt, kann man den Ninja Regenschirm im geschlossenen Zustand wie ein Ninja-Schwert auf den Rücken schnallen oder man platziert ihn griffbereit am Hosenbund.

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Praxistest

In der Praxis hat sich der Ninja Regenschirm jedenfalls bewährt. Als es kurz vor Weihnacht statt „Leise rieselt der Schnee“ viel mehr „Es pisst aus Kübeln“ hieß, haben wir uns zu zweit nach draußen gewagt, den Schirm aufgespannt und sind erwartungsgemäß trocken geblieben – also oben zumindest. Und auch nerviges Umstülpen, wie man es von Regenschirmen immer wieder kennt, ist trotz Wind ausgeblieben.

Fazit

Während Optik und Bedienung des Ninja Regenschirms durchaus überzeugen, könnten die verwendeten Materialien hochwertiger sein. Der Praxistext fiel wiederum positiv aus. So ist der Ninja Regenschirm ein nettes Gadget für Fernost-Fans und Männer, die sich selbst nicht immer bierernst nehmen – mehr aber auch nicht. Oder um es in den Worten der Freundin des Autors zu sagen: „Ich frag mich nur, warum ham’ die denn sowas?“. Nicht jeder potentielle Kunde dürfte darauf eine befriedigende Antwort geben können.

Den Ninja-Regenschirm gibt es für 29,95 Euro bei www.getdigital.de.

Gizrank: 3,5

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2 Antworten auf Test: Ninja Regenschirm – “Warum ham’ die denn sowas?”

  1. Cystasy 05 Feb 2013, 21:11

    “Ich behaupte, Japan entstand durch eine handvoll mutiger Männer, Krieger, die bereit waren ihr Leben für etwas zu opfern, was heute in Vergessenheit zu geraten scheint: Ehre. Und ich behaupte, …. ach, vergiss es!”

    …besser so!

  2. Drucker Guide 06 Feb 2013, 12:01

    Sehr beeindruckend, muss ich doch jetzt mal so sagen! Ich hätte auch gern solch ein Gerät zu Hause!!