Test: Pogo Connect Stylus – Halbgarer Zeichenstift fürs iPad

Es gibt zwar tonnenweise Zeichen- und Malprogramme für das iPad, aber alle müssen sich mit dem Display des Tablets begnügen, das keine Druckstufen kennt. Der Pogo Connect Stylus soll dieses Problem beheben und aus dem iPad eine Zeichentablett machen.

Der Pogo Connect Stylus ist ein ungefähr 70 Euro teurer Zeichenstift für das iPad, der erkennt, wie stark ihr aufdrückt. Diese Informationen werden per Bluetooth zum iPad geschickt. Kompatible Apps können diese Daten auswerten. Er ist für Künstler und Illustratoren aber auch für diejenigen gedacht, die unterwegs mit dem Apple-Tablet handschriftliche Notizen anfertigen wollen.

Design

Der Stift schaut hübsch und wertig aus und passt auch optisch gut zum iPad-Design. Ein Knopf an der Seite macht die zuletzt gemalten Striche rückgängig, wenn die App das unterstützt. Schlank ist der Stift allerdings nicht gerade. Im Inneren sitzt eine AAA-Batterie und der Schaft ist recht rutschig.

Im Gebrauch

Die Einrichtung des Pogo-Stiftes geht schnell von der Hand. Zunächst sollte man die kostenlose App herunterladen, die der Hersteller zur Verfügung stellt. Danach wird ein Knopf am Stift zum Einleiten der Bluetooth-Verbindung gedrückt. Wer Apps von Drittanbietern benutzt, kann individuelle Einstellungen für den Stift vornehmen. Das ist aber ebenfalls sehr schnell zu bewerkstelligen. Die Bluetooth-Verbindung wurde in unserem Test schnell aufgebaut und blieb stabil. Es gibt ungefähr 15 kompatible Apps im Appstore. Weitere sollen in Zukunft folgen.

Beim Zeichnen hinterlässt das Gerät gemischte Gefühle. Die Druckempfindlichkeit funktioniert zwar, aber mit einigen heftigen Einschränkungen. Im Gegensatz zu einem normalen iPad-Stift oder eurem Finger muss man den Pogo ständig gedrückt halten, damit der Linienzug überhaupt bemerkt wird. Wenn man mit der Stiftspitze einfach nur auf das iPad-Display berührt, passiert gar nichts. Daran gewöhnt man sich nur sehr schwer.

Ein anderes Ärgernis ist die fehlende Handballen-Erkennung. Normalerweise schreibt man mit einem solchen Stift, während der Handballen auf dem Display liegt. Er sollte natürlich nicht erkannt werden. Doch diese “Anti-Handballen-Schaltung” funktionierte leider ganz und gar nicht.

Positiv

Es ist schön anzuschauen, wenn die Linie auf dem iPad-Display dicker wird, wenn stärker aufgedrückt wird. Es gibt zwar auch Apps, die die Linienstärke verändern, wenn man schneller über das Display streicht, aber das ist eine sehr schwer zu beherrschende Funktion.

Negativ

Leider ist der Stift einfach nicht durchdacht genug. Beim Zeichnen ist der leichte Druck eigentlich genau so wichtig wie das stärkere Andrücken. Aber leichte und subtile Stiftbewegungen registriert das Gadget nicht. Das ist seine Achillesferse.
Der Undo-Knopf des Pogo befindet sich zudem ausgerechnet dort, wo normalerweise der Daumen hingehört. Dadurch drückt man den Knopf oftmals auch ausversehen.

Testnotizen

Wir haben den Pogo vornehmlich mit Adobe Photoshop Touch, GoodNotes und der App Paper getestet.
Die Stiftspitze ist austauschbar, sollte sie einmal aufgebraucht sein. Der Hersteller Ten One Design behauptet zudem, dass auch Aufsätze erscheinen sollen, die hinten auf den Stift aufgesteckt werden können, aber entsprechende Hardware dafür ist noch nicht erschienen.

Ten One Design behauptet, dass der Pogo hunderte von Druckstufen erkennen kann. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch ausgewertet werden oder Apps das unterstützen.

Fazit

Auch wenn wir die Idee toll finden, ist der Pogo Connect einfach noch nicht so fehlerfrei, dass er 70 Euro wert wäre. Wir haben nicht erwartet, dass er mit einem Wacom-Tablett konkurrieren kann, aber er sollte mehr als nur die Kernfunktionalität beherrschen. Wer ein Gelegenheitszeichner ist, kann mit dem Pogo jede Menge Spaß haben, aber wer erwartet, dass man damit subtile Zeichenstriche setzen kann, wird enttäuscht werden.

Pogo Connect Stylus

• Kompatibel mit dem iPad der 3. und 4. Generation. Auch die iPad-Mini-Unterstützung soll ausgebaut werden
• Preis: rund 70 Euro
• Gizrank: 2,5

[Via gizmodo.com, Pogo Connect Stylus]

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7 Antworten auf Test: Pogo Connect Stylus – Halbgarer Zeichenstift fürs iPad

  1. polydesigner 01 Feb 2013, 3:00

    Galaxy Note und das Problem ist gelöst. Ausser Apple frisst die Idee und integriert es in iOS. Aber dazu ist Cupertino in meinen Augen nicht innovativ genug.

    • Manwe 01 Feb 2013, 8:42

      Da in meinem Umfeld Gadgets aus allen “verfeindeten” Lagern vorhanden sind, konnte ich das Gelexy Note auch mal testen. Die Stift-Unterstützung ist wirklich genial und funktioniert gut. Die Druckempfindlichkeit reagiert auch bei geringem Druck gut. Nicht zu vergleichen mit den Lösungen älterer Windows-Tablets. Das ist das größte Feature, das mir am iPad fehlt. An Wacom reicht es natürlich noch nicht heran, u.a. fehlt eine Erkennung des Anstellwinkels.

      • Manwe 01 Feb 2013, 8:43

        Ups, “Gelexy” soll natürlich Galaxy heißen.

  2. Artshy 01 Feb 2013, 15:27

    Hallo Gizmodo Team,
    habt ihr denn schon den Stift von Adonit getestet. Der hat mit seiner durchsichtigen Scheibe natürlich den besseren Durchblick. Und in der neuen Version die bald herauskommen soll auch zweitausend Druckstufen.

  3. SomeOne 02 Feb 2013, 10:39

    Fazit
    Auch wenn wir die Idee toll finden, ist der Pogo Connect einfach >>NICHT<< so fehlerfrei, dass er 70 Euro wert wäre.

  4. Lence 02 Feb 2013, 12:28

    Ein Windows 8 Tablet mit aktivem Digitizer, z.B. das Asus Vivo Tab x86 oder das Surface Pro. Mehr muss man nicht sagen. Mehr Power, unwesentlich teurer mit einem vergleichbaren iPad und Millionen von richtigen Programmen.

    Ich frage mich, warum Apple keine Stylusunterstützung einbaut. Bis vor kurzem waren Stifte ja uncool… es sei denn, man möchte doch produktiv arbeiten.