Test: Oakley Airwave – Die High-Tech-Skibrille mit Head-up-Display

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Als Oakley seine Skibrille Airwave mit Head-up-Display für die Anzeige von Geschwindigkeit, Höhenmeter und weiteren Features Ende 2012 ankündigte, schlugen die Herzen vieler Wintersportler höher. Wir hatten die Möglichkeit die Oakley Airwave auf der Piste zu testen. Unser Ergebnis: Die Oakley Airwave ist ein großartiges Pistenspielzeug für Ski-Geeks!

“Ganz schön groß das Teil!”, war mein erster Gedanke nach dem Auspacken der Oakley Airwave. Am Kopf selbst, vor allem in Verbindung mit einem Helm, wirkt die überdurchschnittliche Größe der Brille aber nicht fehl am Platz, sondern sieht großartig aus – vor allem im direkten Vergleich mit einer mickrigen Standardskibrille. Dieser Skibrille sieht jeder auf den ersten Blick an, dass sie etwas ganz besonderes ist.

Was die Oakley Airwave so besonders macht, ist ohne Frage ihr integriertes Display, von Oakley etwas großspurig als Head-up-Display bezeichnet. Nun ja, ein echtes Head-up-Display wie wir es zum Beispiel aus modernen Autos kennen, bietet die Airwave nicht. Dafür müssten direkt in das Blickfeld halbtransparent Informationen projiziert werden. Bei der Oakley Airwave befindet sich stattdessen rechts unten ein kleines Display mit einer vorgeschalteten optischen Linse. Durch die Linse wird der Eindruck erzeugt das Display wäre geschätzt einen Meter entfernt und 10 Zoll groß. Diese Erkenntnis war im ersten Moment etwas ernüchternd.

Oakley Airwave display

Die Skibrille mit Android

Die Erstinstallation erweist sich für jeden, der schon einmal ein Smartphone in der Hand hielt, als erfreulich einfach. Kein Wunder, werkelt doch im Hintergrund eine angepasste Android-Version. Als Bedienelement wird der Airwave eine Art überdimensionale Armbanduhr beigelegt. Die dort verbauten Knöpfe sind groß genug um auch blind und mit einem Handschuh problemlos bedient werden zu können.

Auf der Piste ernten Besitzer der Airwave erstmal jede Menge neidische Blicke, denn die Skibrille schaut mit ihrem überdimensionierten und randlosen Frontglas schon verdammt gut aus! Das Hochfahren des Betriebssystems und das Verbinden mit den GPS-Satelliten dauerte zusammen etwa zwei Minuten – ist also im ersten Lift locker zu schaffen. Danach zeigt sie auch sofort die Zeit, Höhenmeter und die derzeitige Geschwindigkeit an. Aha, der Sessellift fährt 8 km/h. Auf Wunsch kann die Brille zusätzlich via Bluetooth mit dem Android- oder iOS-Smartphone verbunden werden, um eingehende Textnachrichten anzuzeigen oder die Musik zu steuern.

Viel Statistik, wenig Akku

Während der Abfahrt die aktuelle Geschwindigkeit abzulesen ist bei der Airwave zwar möglich, aber dadurch, dass man bewusst in die rechte untere Ecke schauen muss nicht in jeder Situation empfehlenswert. Doch spannend ist es allemal zu sehen, wie schnell man eigentlich auf 50 km/h beschleunigt und, dass es ab 80 km/h richtig ungemütlich wird. Die Airwave soll auch die Airtime, also die Sprungdauer in Sekunden, anzeigen können. Da ich leider nur ein durchschnittlicher Skifahrer bin, wagte ich nicht größere Höhenmeter ohne Bodenkontakt zu überbrücken. Meine Minisprüngchen erkannte die Airwave zumindest nicht als solche an und ignorierte sie einfach.

Spannend waren am Ende des Tages die verschiedenen Statistiken. Dazu gehört nicht nur die Höchstgeschwindigkeit, sondern auch die insgesamt zurückgelegte Strecke in Kilometern, die zurückgelegten Höhenmeter, die Anzahl der Anfahrten und einiges mehr. Die Airwave soll übrigens auch eine Karte des jeweiligen Skigebiets anzeigen. Das klappte in unserem Test im Tennengebierge Österreich leider nicht zufriedenstellend. Einige Lifte wurden erkannt und als rote Linie angezeigt, andere wiederum “vergaß” die Airwave einfach.

Der Akku hielt übrigens bei durchgängiger Nutzung knapp fünf Stunden, fast ein bisschen wenig für einen vollständigen Tag. Hier hätten wir uns einen etwas stärkeren Akku gewünscht. Wer jedoch im Lift nach oben das Display ausschaltet (die Brille rechnet dennoch im Hintergrund weiter) und erst auf der Piste wieder aktiviert, kommt mit einer Akkuladung einen kompletten Skitag hin.

Oakley Airwave Snow

Fazit

Die Oakley Airwave macht richtig Spaß. Sie schaut nicht nur gut aus und bringt alle Eigenschaften einer guten Skibrille mit, sie bietet außerdem durch das integrierte Display einen echten Mehrwert. Das Display zu lesen geht auf der Piste schnell in Fleisch und Blut über. Die permanente Anzeige von Geschwindigkeit, Höhenmeter und Zeit will man bald nicht mehr missen. Abzüge gibt es lediglich beim etwas schwächlichen Akku sowie beim hohen Preis von 600 Euro. Wen das nicht verschreckt sollte sich Oakley Airwave auf jeden Fall mal genauer anschauen. Die Oakley Airwave ist das perfekte Pistenspielzeug für Geeks!

Pro

+ Optische und funktionelle Skibrille der Oberklasse
+ Permanent auf der Piste über Zeit, Geschwindigkeit und Höhenmeter informiert sein
+ Statistiken am Ende des Skitages
+ Eingehende Textnachrichten werden angezeigt
+ Musiksteuerung des Smartphones
+ Austauschbares Brillenglas

Contra

- Akku hält nur knapp 5 Stunden
– Mit 600 Euro ziemlich teuer
– Navigation kennt nicht jedes Skigebiet
– Kein echtes Head-up-Display

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Gizrank: 4/5 Sternen

Features laut Oakley:

Head-up-Display: Die Airwave bietet eine gestochen scharfe Breitbildanzeige mit innovativer Prisma-Technologie. In die Goggle ist ein Gerät namens MOD Live integriert. Dieses stellt ein Head-up-Display bereit, das wie ein etwa 1,5 Meter entfernter 14-Zoll-Bildschirm wahrgenommen wird. Die Augen müssen sich also nicht umstellen.

Geschwindigkeit: Das integrierte GPS ermöglicht die präzise Messung der Geschwindigkeit.

Sprunganalyse: Weite, Höhe und Flugzeit von Sprüngen können gemessen und verfolgt werden.

Höhenunterschied: Der bewältigte Höhenunterschied kann pro Abfahrt und Tag sowie für die gesamte Saison gemessen werden.

Temperatur: Ein Sensor erfasst Temperaturinformationen.

Navigation: Die Goggle ermöglicht die Standortbestimmung auf einer Skigebietskarte und das Auffinden von Pisten und anderen Attraktionen.

Buddy Tracking: Diese Funktion findet und verfolgt Freunde, die eine Oakley Airwave Goggle oder die Airwave App auf ihrem Smartphone haben.

Smartphone-Konnektivität: Anrufe und SMS-Nachrichten werden bei Eingang angezeigt. Über eine Bluetooth Low Energy-Verbindung kann die Goggle mit dem Smartphone, einem Herzfrequenzmesser und anderen Geräten verbunden werden. Die Airwave ist mit Apple und Android-Betriebssystemen kompatibel.

Musik: Der Wiedergabelistenmodus bietet umfassende Steuerungsoptionen für die Wiedergabeliste. Damit ist ein perfekter Pistensoundtrack garantiert.

Oakley Airwave App: Die Oakley Airwave App ist unter www.oakley.com/airwave verfügbar. Sie bietet vielseitige Funktionen für ein völlig neues Wintersporterlebnis. Da offene Software Development Kits bereitgestellt werden, können zudem auch andere Anbieter neue Anwendungen entwickeln, die von den technischen Möglichkeiten der neuen Oakley Goggle Gebrauch machen.

Switchlock-Technologie: Diese Technologie ermöglicht einen schnellen und einfachen Scheibenwechsel. So kann der Träger das vielseitige Angebot an hochwertigen Oakley-Scheibentönungen nutzen, um die Goggle an die Sichtverhältnisse der jeweiligen Umgebung anzupassen.

Sitz, Form, Funktionalität: Das Design der Goggle ist auf optimalen Sitz, maximale Funktionalität und ganztägigen Tragekomfort ausge- richtet. Der Rahmen besteht aus robustem O Matter und die O-Flow Arch-Technologie von Oakley reduziert den Druck auf die Nase. Das Oakley-Scheibenmaterial Plutonite filtert 100 % aller UV-Strahlen und die Iridium-Scheibenbeschichtungen sorgen für ausgewogene Lichtdurchlässigkeit.

Tags :
    1. Man kann iOS-Geräte koppeln, getestet habe ich das allerdings nur mit Android. In der Brillen werden dann Textnachrichten angezeigt. Beantworten muss man sie dann natürlich mit dem Handy. Außerdem kann man seine Musik mit der Handgelenksteuerung wählen.

  1. Praktisch wäre ein Sensor für Aufprall-Warnungen, falls man auf überfüllten Skipisten zufällig auf Leute trifft, die gerade beim Snowboarden SMS tippen, telefonieren oder Filme schauen. Und man sollte bei DEM Preis der Brille auch gleich den Status eines Kommunalpolitikers dazu bekommen, damit man sich keine Gedanken über die Leute machen muss, die man durchs HUD-Brettern ins Krankenhaus bringt.

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