Wie der Weltraumkugelschreiber der NASA die bemannte Raumfahrt weiterbrachte

Fisher_Space_Pen1

Auf dem Höhepunkt des Wettlaufs im Weltraum sahen sich sowohl Astro- als auch Kosmonauten mit einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert: Das Anfertigen von Notizen in der Schwerelosigkeit. Angeblich investierten die Amerikaner Millionen in die Entwicklung eines Weltraumstiftes während die Sowjets Bleistifte benutzten. Hinter dieser Anekdote steckt tatsächlich eine wahre Geschichte.

Der Stift fürs All wurde aber nicht von der NASA, sondern von der Firma Fisher Space Pen Co. entwickelt, die unter Leitung von Paul Fisher mehrere Jahre und Millionen Dollar in den Antischwerkraftskugelschreiber AG7 investierte. 1966 war das Design fertig und zwei Jahre später wurde er zusammen mit Apollo 7 Astronauten in die Umlaufbahn geschossen.

Der AG7 nutzt eine versiegelte Patrone, deren Inhalt nur bei Druck freigelassen wird. Dieser Druck entsteht durch eine andere mit Gas gefüllte Patrone. Durch die Wolframcarbid-Kugel an der Spitze des Stiftes wird die Tinte von der Umwelt abgeschirmt. Schreiben ist damit auch auf dem Kopf, unter Wasser und bei Temperaturen zwischen -45 und 120 Grad Celsius möglich – und natürlich in der Schwerelosigkeit.

Der Fisher Space Pen wird noch heute produziert und kann für umgerechnet etwa 40 Euro erworben werden. Das östliche Äquivalent und seine Komponenten Graphit und Holz zeigten sich als erwiesenermaßen gefährliche Materialien im sauerstoffreichen Inneren eines Orbiters. Nach dem Feuer in einer Kapsel der Apollo 1 Mission wurden sie darum durch den Fisher Space Pen ersetzt. Die ganze Geschichte kann man bei Smithsonian nachlesen.

Fisher_Space_Pen2

Bilder: Fisher Space Pens; USPTO

Tags :