Google: Passwörter der Zukunft funktionieren wie Autoschlüssel

Wenn es nach Google geht, ist die Zeit der klassischen Passwörter bald abgelaufen. An ihre Stelle sollen physikalische Kleingeräte treten, die euch in Zukunft auf Webseiten einloggen oder euer Smartphone freigeben. In einem Forschungsbericht, der Ende des Monats in dem Magazin IEEE Security & Privacy erscheinen wird, spekulieren die Google-Entwickler über diverse Möglichkeiten.

Dazu zählen zum Beispiel ein Ring am Finger oder ein in Smartphones verbauter Chip. Für eine konkrete Abschätzung, welche Technologie es werden wird, ist es noch zu früh. Aktuell jedoch experimentiere Google mit einem Yubico-Schlüssel, einer kleine Karte, die via Tastendruck ein einmaliges Passwort generiert und so für zusätzliche Sicherheit bei der Nutzererkennung sorgt.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die zum Einsatz kommenden Programme, wie zum Beispiel Browser und Internetseiten, mit dem Schlüssel kompatibel sind. Zu Testzwecken programmierte Google eben jene Kompatibilitäts-Funktion in Chrome. Danach konnten sich die Entwickler durch Einsetzen des Yubikeys in einen USB-Slot automatisch bei Google einloggen.

Laut Google könnte uns diese Technologie in Zukunft komplexe Passwörter ersparen – zumindest in den meisten Fällen, denn eine zusätzliche Passwort-Funktion für Account-Änderungen und Ähnliches will der Internetriese nicht ausschließen. Offen bleibt jedoch die Frage, ob ausreichend Internetseiten und Software-Unternehmen mitwirken, um das physikalische Passwort massentauglich zu machen. Bis sich eine großflächige Akzeptanz abschätzen lässt, will Google mit weiteren Webseiten experimentieren.

Ring am Finger, Chip im Smartphone oder ein weiterer Schlüssel am Schlüsselbund – was haltet ihr von dem physikalischen Passwort?

[Wired]

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2 Antworten auf Google: Passwörter der Zukunft funktionieren wie Autoschlüssel

  1. Chwarg 20 Jan 2013, 20:31

    Sowas gobs doch schon längst.
    Im Endeffekt ist das doch nichts anderes als ein Token / Dongle…
    Wird schon seid Jahren z.B. für VPN-Zugänge benutzt.

  2. micha 21 Jan 2013, 0:08

    Ich denke, dass wird sich kaum durchsetzen… Mir fallen da spontan einige Szenarien ein, in denen ich das sehr unpraktisch bis “tödlich” fände. Man stelle sich zum Beispiel vor, man nutz als Firma einen Account, z.B. für ebay, paypal, usw… Meistens wird dieser Account dann von mehr als einer Person betrieben/genutzt. Und die sitzen sich auch nicht unbedingt immer gegenüber und können ihre Schlüsselkarte oder was auch immer physisches rüberreichen… Oder man befindet sich im Ausland und möchte es Leuten in der Heimat ermöglichen die emails für einen zu checken… Zu dem gibt es genug Anwendungsfälle, in denen man mehr als 1 Passwort benötigt bzw. haben möchte. Sei es um berufliches von Privatem zu trennen oder um zu unterscheiden, worauf z.B. dein Partner Zugriff haben darf und worauf nicht. Z.b. habe ich kein Problem damit, wenn meine Freundin an meinen Computer geht. Aber gleichzeitig auch einen Schlüssel, zu allen Portalen und Diensten, die ich nutze? Und es ist wesentlich leichter, ein “physikalischen” Gegenstand zu verlieren als einen virtuellen bzw. “psychischen”….
    .
    Alles in allem denke ich daher nicht, dass so etwas in naher Zukunft die “Generallösung” sein wird…