Ausprobiert: Kim Dotcoms Mega – das steckt dahinter

Kim Dotcoms Mega

Noch an diesem Wochenende startet Kim Dotcoms Mega. Der Dienst sieht aus den ersten Blick aus wie eine weitere Cloudspeicherlösung wie Dropbox oder Google Drive, aber dahinter steckt mehr. Mega ist eine Waffe, die sich direkt gegen Urheber richtet. Es ist der bislang vermutlich unverwundbarste Filesharingdienst überhaupt.

Kim Dotcom Mega soll 50 GByte Speicherplatz kostenlos bieten. Wer 10 Euro monatlich zahlt, erhält 500 GByte Speicherplatz und 1 TByte Transfervolume. Bei 20 Euro monatlich sind es 2 TByte Speicher und 4 TByte Transfervolumen. 4 TByte Speicher und 8 TByte Bandbreite werden 30 Euro kosten, berichten unsere US-Kollegen. Sie konnten den Dienst bereits vorab ausprobieren. Wenn man sich einloggt, sieht man ein einfaches Upload-Werkzeug, das mit Drag und Drop funktioniert. Das Mega-Upload-Werkzeug.

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Danach werden sofort die AGB anzeigt. Der Anwalt unserer US-Kollegen meinte dazu, dass sie nicht besonders gut formuliert sind, aber zusammengefasst sollen sie Mega von jeder Haftung bewahren für alles, was ihr vielleicht mit dem Dienst anstellt.

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Wenn man diesen Nutzungsbedingungen zustimmt, erscheint das Cloud-Drive. Das ist der Dateimanager, in mit dem die Daten verwaltet werden. Hier lassen sich Dateien und Ordner auswählen. Das Interface und der Upload arbeiten sehr schnell.

Die Dateien können mit einem Rechtsklick ausgewählt werden. Damit lässt sich zum Beispiel ein Download-Link erzeugen. Den kann man verteilen an wen man will.

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Was soll Mega davor bewahren, den gleichen Weg zu gehen wie Megaupload? Megas Datensicherheit, die ziemlich geschickt konstruiert wurde. Alle Daten werden vor dem Upload lokal verschlüsselt, so dass Mega nicht weiß, was ihr da heraufgeladen habt. Es können Familienfotos, Dokumente oder die gesamten Werke einer Band sein. Und das wichtigste: Mega hat die Schlüssel zur Entschlüsselung der Daten nicht. Das ist der eigentliche Geniestreich.

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Mega schreibt in den AGB, dass niemand an die Daten heran kommt, wenn er euren persönlichen Schlüssel nicht hat. Und Mega hat keine Kopie. Nur ihr seid im Besitz dieses Schlüssels. Die Firma schreibt zwar, dass sie mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wird. Aber was sollten sie aushändigen? Verschlüsselte Daten? Wenn Twitter und Facebook mit dem Behörden zusammenarbeiten, können sie auf eure Daten zugreifen. Alles was Mega hat, ist eine verschlüsselte Datei.

Warum ist das ein Angriff gegen Urheber? Tatsächlich ist das ein Online-Dienst, der einen besonders sicheren Datenaustausch ermöglicht. Für Neugierige könnte es sehr schwer werden, etwas auszuspähen.

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Das ist wichtig, denn der sichere Datenaustausch war schon immer ein Problem solcher Dienste. Sie müssen die Daten herausgeben, wenn ein entsprechender richterlicher Beschluss vorliegt. Das macht natürlich nur Sinn und ist nur dann für den Uploader gefährlich, wenn diese Daten auch lesbar sind. Und aus Mega herauszukriegen, wie die Verschlüsselung funktioniert ist juristisch kaum realisierbar.

Zwei große Fragen sind aber noch nicht beantwortet und das lässt sich anhand der Demo auch nicht erkennen: Zum einen: Wie sicher ist Mega. Können Hacker eindringen? Kann es das FBI?

Die zweite Frage: Was sind Kim Dotcoms Zukunftspläne für diesen Dienst?

Was meint ihr? Hat Mega das Zeug dazu, zum Copyright-Killer zu werden? Würdet ihr so einen Dienst benutzen?

[Via gizmodo.com]

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