CES: YotaPhone – Dual-Screen-Android-Smartphone mit E-Ink-Display

Android-Smartphone mit zwei Displays? Das gibt es beim russischen Hersteller Yota Devices. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas hat er einen Prototyp seiner Entwicklung, dem YotaPhone präsentiert. Die Front des Smartphones ziert ein LC-Display, auf der Rückseite ist ein monochromes E-Ink-Display verbaut.

Aber was soll das Ganze überhaupt? Das E-Ink-Display soll als stromsparende Anzeige dienen und zum Einsatz kommen, wenn der Anwender einen langen Artikel oder ein Buch liest. Der Vorteil daran? Das E-Ink-Display kann dauerhaft angezeigt werden und verbraucht dabei fast keinen Strom – und der ist ja bekanntlich bei Smartphones chronisch knapp. Nur zum Aktualisieren des Displays wird Strom benötigt. Zum Zocken, Browsen, Anschauen eines Videos & Co. dreht man das YotaPhone dann einfach wieder um und verwendet das LC-Display. Da will man wohl die stärken eines E-Book-Readers auf ein Android-Smartphone übertragen.

Der Nutzer hat zwei Möglichkeiten Inhalte auf das Display der Rückseite zu “verschieben”. Wischt er auf der Vorderseite mit zwei Fingern von oben nach unten über das LCD, spiegelt das Gerät den aktuell angezeigten Inhalt als statisches Bild auf das E-Ink-Display. Zum Beispiel einen Kartenausschnitt von Google Maps, Kalendereinträge oder die Einkaufsliste.

Zudem klappt das Übertragen von Inhalten mit speziell für diesen Zweck entwickelten Apps. Diese sind dann auch nicht statisch, sondern interaktiv. Angesteuert werden diese Anwendung allerdings nicht über den E-Ink-Screen selbst, denn dieser ist nicht berührungsempfindlich. Yota hatte ein paar wenige Anwendungen zur Demonstration parat. Zu sehen gab es einen RSS-Reader, eine Wetter-App und einen Twitter-Client. Es wird möglich sein, das E-Ink-Display mit verschiedenen Apps ähnlich wie Widgets auf dem Homescreen zu füllen. Der Hersteller plant das SDK für Entwickler freizugeben, sodass diese ihre eigenen Anwendungen für das YotaPhone optimieren können.

Eine weitere Besonderheit des YotaPhones ist neben dem zweiten Display die Bedienung. Der Hersteller setzt nicht wie üblich auf Soft-Key-Tasten, sondern auf Gesten. Anstatt auf den Zurück-Button zu klicken, um den vorherigen Bildschirm aufzurufen, wischt der Anwender einfach bis zur Hälfte über das untere Ende des Phones. Ein Fingerwisch über die gesamte Fläche bringt ihn zurück zum Homescreen, ein langer Fingertipp holt die zuletzt verwendeten Apps auf den Schirm. Mit diesen Gesten steuert der Nutzer dann auch das E-Ink-Display. Die Gesten führt man dann natürlich auf der Rückseite aus.

Unter der Haube des YotaPhones werkelt zwar nicht die allerneueste Hardware wie beispielsweise bei den neuen Android-Flaggschiffen von Sony, Huawei oder ZTE, doch mit Qualcomm’s 1.5-GHz-Dual-Core Snapdragon-S4-Plus-Prozessor (MSM8960), zwei GByte RAM, 32 oder 64 GByte Speicher, dem 4,3 Zoll großen HD-LCD mit einer Auflösung von 1080 mal 720 Bildpunkten, einer 12-Megapixel-Kamera, LTE und NFC verfügt das YotaPhone über eine Top-Ausstattung. Das E-Ink-Display ist ebenfalls 4,3 Zoll groß und schafft 200dpi. Der Akku kommt mit einer Kapazität von 2100 mAh.

Verpackt ist die Technik in ein 13,1 Zentimeter hohes und 6,7 Zentimeter breites Gehäuse aus Kunststoff. An der dünnsten Stelle misst es 0,7 an der dicksten Stelle 1,0 Zentimeter. Zudem ist das Gehäuse leicht gewölbt. Beide Displays schützt der Hersteller mit der Gorilla-Glas-3, das Corning erst wenige Tage vor der CES vorgestellt hat.

Auf den Markt kommen soll das YotaPhone im dritten Quartal 2013 erst einmal in der Heimat des Herstellers. Wann es das Gerät in Europa geben soll, ist noch nicht bekannt. Ob sich das YotaPhone tatsächlich auf dem Markt durchsetzten wird, bleibt natürlich fraglich. Bis zur Markteinführung hat Yota Devices auch noch mit einigen Problemen zu kämpfen. Hält man das Gerät in der Hand, aktiviert man beispielsweise schnell mal ungewollt das Display auf der Rückseite. Eine Sperrvorrichtung wäre hier sinnvoll. Ein wirklicher Hingucker ist das E-Ink-Display mit seinen monochromen Farben auch nicht gerade. So toll wie auf den Pressefotos sieht es in Wirklichkeit nämlich nicht aus. Trotzdem ist das YotaPhone – wie wir finden – ein spannendes Projekt und zwischen all den Full-HD-Android-Smartphones eine nette Abwechslung.

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