CES: Huawei präsentiert 5-Zoll-Full-HD-Smartphone Ascend D2 und 6.1-Zoll-Gigant Ascend Mate

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Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas hat Huawei seine zwei neuen High-End-Smartphones mit Android-Betriebssystem vorgestellt, die laut Huawei neue Maßstäbe setzen sollen. Die Euphorie des chinesischen Herstellers ist jedenfalls so groß, dass sie uns ihr Full-HD-Smartphone Ascend D2 als das leistungsstärkste Smartphone aller Zeiten und das 6.1 Zoll große Ascend Mate als das bisher größte Smartphone auf dem Markt anpreisen.

Als Beschreibung für das Ascend D2 ist das wohl ein bisschen weit hoch gegriffen, aber wie wir finden auch nicht allzu weit. Der erste Eindruck des D2 ist nämlich positiv. Das D2 kommt zwar nicht ganz so elegant wie das Xperia Z von Sony daher, ist aber nicht weniger imposant. Mit einem fünf Zoll großem Full-HD-Display, einem Vierkern-Prozessor, einer 13-Megapixel-Kamera und einem Gehäuse, das ebenfalls wasserdicht ist, bringt es jedenfalls eine ebenso hochkarätige Ausstattung mit.

Mit seinen Maßen von 14,0 mal 7,1 Zentimeter ist das Ascend D2 praktisch gleich groß, allerdings mit einer Tiefe von rund 9,9 Millimeter einen Hauch dicker als das Xperia Z. Mit einem Gewicht von 170 Gramm bringt es ein gutes Stück mehr auf die Waage und ist fast schon so schwer wie das Lumia 920 von Nokia. Dieser Vergleich ist natürlich etwas unfair, denn das D2 hat ja auch ein um 0,5 Zoll größeres Display. Die Rückseite des Ascend D2 ist ähnlich wie beim Lumia 920 leicht gewölbt und besteht aus lackiertem Hochglanz-Kunststoff, der sich ein wenig rutschig anfühlt. Ummantelt ist das Ascend D2 mit einem Metallrahmen, der an das iPhone erinnert. Insgesamt wirkt es aber gut verarbeitet.

Das Gehäuse ist zudem resistent gegen Wasser und Schmutz. Auf der Pressekonferenz hat es Huawei-CEO Richard Yu zwar nicht wie der Sony-Chef in das vorbereitete Behältnis geworfen, aber eine gute Ladung Wasser aus einer Karaffe darüber geschüttet – und siehe da, es funktioniert noch.

Die Vorderseite und das Display sind wie bei meisten High-End-Smartphones üblich durch Cornings kratzfestes Gorilla-Glas geschützt. Bei der Anzeige setzt Huawei auf ein fünf Zoll großes IPS-Panel mit einer dem Xperia Z identischen Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel und einer Pixeldichte von 443 ppi. Das Display bezeichnet Huawei offiziell als Super-Retina-LCD. Die Werte lassen auf eine ebenso scharfe Darstellung wie beim Xperia Z schließen, allerdings dürfte Sonys Gerät aufgrund der Bravo-Engine die Nase etwas vorne haben. In Sachen Blickwinkel sind IPS-Panels jedoch generell weniger anfällig, als das bei Sony verbaute TFT-Display.

Unter der Haube des Ascend D2 werkelt der 1,5-GHz-Quad-Core-Prozessor K3V2 von HiSilicon mit Balong-V7R1-GPU. In ersten Benchmarks hatte der Vierkern-Prozessor von HiSilicon überraschend gut abgeschnitten. Jedoch gibt es noch zu wenige Tests um eine klare Aussage zu treffen, ob er oder der Snapdragon S4 Pro des Xperia Z schneller ist. Was man sagen kann ist, dass er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor den Konkurrenz-Produkten verstecken muss, und das Ascend D2 auch mit genügend Power befeuert. An Arbeitsspeicher hat Huawei ebenso wie Sony zwei GByte verbaut. Der interne Speicher des Ascend D2 ist mit 32 GByte um 16 GByte größer als beim Xperia Z, lässt sich dafür aber auch nicht mehr erweitern. Denn einen microSD-Kartenslot findet man beim D2 nicht. Hier ist es also etwas unterlegen, denn das Sony-Gerät lässt sich auf bis zu 64 GByte aufstocken.

Die 13-Megapixel-Kamera mit BSI und HDR-Funktionalität wird vermutlich nicht ganz mit der Knipse des Sony-Gerätes mithalten können, sollte aber akzeptable Bilder liefern. Große Erwähnung fand sie in der Pressekonferenz nämlich nicht. Videos zeichnet sie natürlich auch in einer Auflösung von zu 1080p auf. Für Videotelefonie steht auch beim D2 eine Front-Kamera zur Verfügung – allerdings mit 1,3 Megapixel (Xperia Z: 2,0 MP).

In Sachen Konvektivität zieht das Ascend D2 abermals den Kürzeren. Denn NFC oder LTE unterstützt es nicht. Wer jedoch keinen besonderen Wert auf diese Technologien legt, wird hier keinen großen Nachteil haben. Denn sonst hat das Huawei-Flaggschiff alle üblichen Techniken an Bord: GSM, GPRS, EDGE, UMTS mit HSPA+, Dual-Band-WLAN nach 802.11a/b/g/n, DNLA sowie Bluetooth 4.0 und GPS. Eine MHL-Schnittstelle gibt es dann wiederum nicht. Wer häufig Inhalte auf den Fernseher streamt, dürfte damit beim Xperia Z besser aufgehoben sein.

Als Betriebssystem kommt ebenfalls Android 4.1 Jelly Bean zum Einsatz. Ob es ein Update auf Version 4.2 geben wird, ist noch nicht klar, aber zu vermuten. Daneben bekommt Huaweis eigene Benutzeroberfläche Emotion UI zum Einsatz. Besonders betont Huawei noch eine Funktion des Ascend D2, die der chinesische Hersteller “Super-Hands-Free” nennt. Diese soll sich für Telefonkonferenzen mit mehreren Personen eignen. Huawei zeigt ein Büro, indem mehrere Kollegen um das Smartphone herumsitzen und aus einer Entfernung von rund 1,5 Metern in das Mikrofon sprechen können. So sollen sich alle Personen an der Konferenz beteiligen können. Ganz nett, aber ehrlich gesagt, haut das uns nicht vom Hocker.

Deutlich mehr begeistern kann uns der Akku des Ascend D2. Er bringt eine Kapazität von 3000 mAh mit und ist auf dem Papier deutlich stärker als die Batterie des Xperia Z. Im Schlafmodus soll das Gerät dadurch auf eine Betriebsdauer von bis zu sechs Tagen bei eingeschalteter 3G-Verbindung kommen. Bei einer durchschnittlichen Benutzung soll es für zwei Tage Saft haben. Muss das D2 an die Steckdose soll das laut Huawei auch um bis zu 30 Prozent schneller gehen als bei der Konkurrenz. Zu Verdanken ist das Huaweis spezieller Schnell-Lade-Technologie. Der größere Akku wird wohl auch seinen Beitrag zum höheren Gewicht leisten.

Das Ascend D2 wird in den Farben Crystal Blue und Pure White im Juli 2013 in Deutschland auf den Markt kommen. Kosten soll es rund 600 Euro.

Daneben hat Huawei das noch größere Smartphone Ascend Mate vorgestellt. Mit seinen Maßen von rund 16,3 mal 8,6 mal 1,0 Zentimeter und einem 6,1 Zoll großem Display ist es wahrlich riesig. Das Gewicht schlägt mit 198g zu Buche. Aber mal ehrlich, kann man des überhaupt noch Smartphone nennen? Das 5,5 Zoll große Galaxy Note wird ja schon zu den Phablets gezählt – und das Mate rückt jetzt noch ein Stück näher an die Maße eines Tablets heran. Das Nexus 7 ist nur noch drei Zentimeter größer als das Mate.

Das Design des großen Bruders ist im Prinzip identisch mit dem D2. Die Vorderseite und das Display sind wiederum durch Cornings kratzfestes Gorilla-Glas geschützt. Bei der Anzeige kommt abermals die IPS-Technik zum Einsatz. Jedoch verfügt das Display „nur“ über eine HD-Auflösung mit 1280 mal 720 Bildpunkten und eine Pixeldichte von 240 ppi. Eine Besonderheit: Der Touchscreen ist wie beim Lumia 920 äußerst sensibel und reagiert auch auf Fingerberührungen, wenn man Handschuhe trägt. Wasserdicht ist das Mate im Gegensatz zum D2 scheinbar nicht. Wir werden hier aber nochmals genauer nachforschen.

Das Herzstück des Mate ist wieder ein 1,5-GHz-Quad-Core-Prozessor K3V2 von HiSilicon allerdings mit Intel-XMM6260-GPU, der auf einen Arbeitsspeicher von zwei GByte zurückgreifen kann. Weitere Unterschiede betreffen die Kamera. Auf der Rückseite ist eine 8-Megapixel-, auf der Vorderseite eine 1,0 Megapixel-Variante verbaut. Der Akku ist noch etwas größer bemessen und bringt eine Kapazität von 4050 mAh mit. Dieser soll das Mate für neun Tage im Schlafmodus wach halten.

Weitere Besonderheiten des Mate finden sich dann bei der Software. Generell kommt auch hier Android 4.1 Jelly Bean und Huaweis eigene Benutzeroberfläche Emotion UI zum Einsatz. Um auch die einhändige Bedienung komfortabeler zu gestalten, hat Huawei die Oberfläche speziell angepasst. Tastatur und Wähltasten sind etwas kleiner und gehen nicht über die volle Fläche. Zudem wechselt das Mate die Tastatur je nach Haltung auf die passende Seite.

Außerdem bringt das Mate eine AR-Navigation, einen Lesemodus mit schnellem Zugang zu Übersetzungsanwendungen, Wikipedia und Google-Suche sowie mit „Floating Windows“ eine an Samsungs Mulit-Window-Technik angelehnte Funktion mit. Der Anwender kann kleine, eigenständige Miniatur-Fenster von häufig verwendeten Apps wie dem Browser öffnen, während im Hintergrund noch die gerade eben genutzte Anwendung läuft.

Das Huawei Ascend Mate soll ebenfalls im Juli 2013 in Deutschland auf den Markt kommen, und wird in den gleichen Farben erhältlich sein. Informationen zum Preis gibt es derzeit noch nicht.

[Fotos: Gizmodo]

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  1. Oh Mann…
    Früher war man froh, das man keinen Koffer mehr mit sich herum schleppen musste, wenn man ein Handy sein eigen nennen durfte. Heute kann das iPhone/Smartphone fast nicht groß genug sein….
    Bin ja gespannt, wann sich der erste wieder seinen 8″ Zoll Minicomputer ans Ohr hält zum telefonieren LOL

    1. Geht doch schon, nennt sich dann iPad oder Galaxy Tab (Fanboys mögen hier gerne ihre Lieblingsmarke einsetzen). Für die einen ist es ein Tablet, für die anderen ein Smartphone für Grobmotoriker. Und ja, es sieht völlig bekloppt aus, aber die Leute, die ständig an einem vorbeikommen und mit sich selber reden (wo man dann immer denkt: Ich hoffe, du hast ne Freispreche an…) sehen irgendwie auch nicht besser aus. ;)

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