„Lineare Drehtüren“ für mehr Sicherheit

Türen sind ein seit Jahrtausenden äußerst bewährtes Stück Technik. Türen haben allerdings das Problem, dass sie unerwünschte Leute, schlechtes Wetter und die Katzen des Nachbarn nur dann draußen halten, wenn sie verschlossen sind. Die amerikanische Firma Barbecan hat nun ein etwas ungewöhnliches, aber sehr kluges System aus zwei elektronisch gesteuerten sich gegeneinander verschiebenden und sich drehenden Türen entwickelt, das sie „Linear Revolving Door“ (LRD) nennt.

Der Zweck dieser linearen Drehtür besteht darin, berechtigte Personen durchzulassen und gleichzeitig die Bösewichte entweder einzusperren oder wieder nach draußen abzuschieben. Sogenannte Vereinzelungsanlagen, also Sperren, durch die jeweils nur eine einzelne Person gehen kann, gibt es schon lange. Und auch Doppeltür-Systeme, die Eindringlinge bis zum Eintreffen der Polizei festhalten können, sind im Security-Bereich bereits Standard. Aber keines dieser Systeme kann einen unerwünschten Eindringling aktiv wieder nach draußen schieben.

Bei der LRD von Barbecan ist das anders. Sensoren im Bereich der Tür prüfen die Passanten vollautomatisch auf Waffen, Sprengstoff und andere erkennbare Bedrohungen. Im Fall eines Treffers wird die Sperre aktiv und hält die Person entweder fest oder schiebt sie wieder raus. Das geschieht ohne dass dabei eine Person vom Sicherheitsdienst sich selbst in Gefahr begeben muss, was vor allem bei Selbstmord-Attentätern wichtig ist.

Das Türsystem umhüllt jede Person, die durchgehen will, für wenige Augenblicke mit einer kleinen, privaten Sicherheitszelle, die sich mit der Person mitbewegt (siehe Video). Wenn es jemand eilig hat, bewegt sich die Zelle schnell, wenn jemand langsam dahinschlendert, bewegt sich die Zelle langsam, und man kann sogar im Überprüfungsbereich stehen bleiben und auch jederzeit umdrehen und zurück gehen. Dabei muss man nie selbst eine der Türen berühren. Alles wird durch Sensoren gesteuert.

Bis jetzt gibt es diese Türen nur als ein Patent, das der Firma Barbecan erteilt wurde. Es ist aber vorgesehen, dieses Türsystem so zu entwickeln, dass es auch mit großen Menschenmengen, die innerhalb kurzer Zeit ein Portal durchqueren wollen, fertig wird, ohne den Personen-Strom allzu sehr zu behindern. Das geplante Einsatzgebiet sind daher nicht nur militärische Anlagen, Fabriken und private Firmen, sondern auch Universitäten und Schulen, Shoppingcenters, Kinos, Sportstadien und Konzerthallen und natürlich auch die Ein- und Ausgänge von U-Bahnen.

[Barbecan.com via prlog.org und Gizmodo.com]

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2 Antworten auf „Lineare Drehtüren“ für mehr Sicherheit

  1. Kramer 09 Jan 2013, 16:13

    Was ist wenn’s im Gebäude brennt? Deaktivieren sich die Türen dann automatisch sodass die Ausgänge frei sind?

  2. Johannes 29 Okt 2013, 16:30

    Hi Kramer,

    dass ist wirklich eine gute Frage und ich würde sagen, dass sollte schon sein, ansonsten würde ich meinen “nicht mitgedacht!”

    VG
    Johannes von Mobiler Sicherheitsdienst