Test: GoPro Hero 3 Black Edition – Die beste Actioncam

Die Hersteller haben in den letzten Monaten viele neue Actioncams vorgestellt. Sony stieg in den Markt ein und Contour hat die Contour+2 veröffentlicht. Aber was ist mit der Marke, die die Kategorie erfunden hat? Wir haben die GoPro Hero 3 Black Edition einem Test unterzogen. Und sie konnte ihre Spitzenposition verteidigen.

Für wen ist sie geeignet?

Skateboarder, Skifahrer, Radfahrer, Fahrer, Taucher, Basejumper – ihr versteht schon. Praktisch jeder, der draußen Zeit verbringt und das für die Welt dokumentieren will.

Design

Von vorne sieht die Hero 3 fast genau so aus wie die alte Hero 2, obwohl das Objektiv etwas größer wurde. Von der Seite her betrachtet ist die Hero 3 deutlich flacher. Das Gehäuse ist bis zu 60 Metern Tauchtiefe wasserdicht und hat einen verbesserten Sicherheitsverschluss. Dazu kommt eine WLAN-Fernbedienung und mehrere Befestigungsoptionen. Die Hero verwendet jetzt MicroSD-Karten (bis 64 GByte) anstelle von normal großen SD-Karten. Es gibt keinen eingebauten Mikroeingang im 3,5mm-Format aber einen separaten Adapter dafür (20 US-Dollar).

Im Betrieb

Wer schon einmal ein GoPro verwendet hat, findet sich auch schnell mit der Neuen zurecht. Es gibt zwei Hauptbedienelemente. Oben den Knopf zum Starten, Stoppen und Aufnehmen und einen ander Vorderseite für die Navigation in den Menüs, die auf einem kleinen unbeleuchteten LCD gezeigt werden. Die Aufnahmemodi umfassen “Film”, “Foto” und “Zeitraffer” sowie “Serienaufnahme”. In den Menüs gibt es Dutzende von Optionen. Ein dritter Knopf schaltet das WLAN ein und aus.

Positiv

Die Bildqualität. Die Hero 3 kann wirklich schöne Aufnahmen machen. Bei Tag und bei schlechtem Licht übertrifft sie die Konkurrenz deutlich. In Punkto Schärfe kommt nichts an sie heran.

Negativ

Akkuleistung. Mannomann. Bei 1080p und 30 Frames pro Sekunde (und ohne WLAN) schafft sie gerade einmal 88 Minuten. Im Vergleich: Die Contour+2 kommt auf 120 Minuten, die Sony Action Cam auf 157 Minuten und die Drift 2 auf 166 Minuten. Natürlich kann man Ersatzakkus kaufen und das Battery BakPak als Aufsatz. Das braucht man auch für längere Aufnahmen, aber so sollte es nicht sein. Die Akkustandsanzeige soll mit ihren drei Balken zeigen, wieviel Saft noch über ist. Das funktioniert leider nur sehr ungenau. Eine Prozentanzeige wäre deutlich besser.

Das ist seltsam

Das Gerät nimmt Video in 4K-Auflösung mit 15 Bildern pro Sekunde auf. Niemand außer vielleicht seeeehr reiche Leute besitzt derzeit einen 4K Fernseher oder ein entsprechendes Computerdisplay. Deshalb kann man sich das Material in seiner vollen Pracht nicht ansehen. Natürlich kann man es beschneiden und daraus 1080p Videos machen, aber dann ist der Weitwinkel weg. Die Aufnahmen sind super, aber wehe im Bild bewegt sich bei 15 FPS etwas. Dann kommt die niedrige Wiederholfrequenz zum Tragen und alles ruckelt. Es ist kein Fehler – aber eine blödsinnige Eigenschaft. Wer eine Zeitrafferaufnahme machen will, kann hingegen die dazugehörige Funktion wählen und im 4:3-Format Bilder mit 12 Megapixeln machen. Das sieht im Ergebnis sehr gut aus.

Testnotizen

Die Hero bietet mit Abstand die meisten Befestigungsoptionen der uns bekannten Actioncameras. Es ist schwer vorstellbar, bei was man sie nicht verwenden kann. Es gibt nur so viele Optionen in den Menüs, dass einem schwindelig wird. Natürlich ist das gut für die Kamerakontrolle, aber wer nicht ausführlich das Handbuch studiert, verzweifelt. Das LCD Touch BakPak hilft etwas bei der Steuerung und die Smartphone-App erleichtert auch vieles.

Man kann die Hero 3 nach oben und unten neigen. Das ist beispielsweise beim Surfen gut, während man die Contour+2 und die Sony Action Cam nicht so bewegen kann. Deshalb sind manche Aufnahmewinkel nicht zu realisieren. Leider kann man die Position nur nicht wirklich sichern – bei Wellen, die über das Surfbrett rollen, verrutscht die Positionierung.

Und die Kamera beherrscht Protune. Was ist das? Die Hero 3 kann automatische Anpassungen für Kontrast, Schärfe und Farben vornehmen. Manchmal liegt die Kamera aber daneben. Im Protune-Modus können nicht nur andere Framerates und Zwischenauflösungen und andere Bitraten gewählt werden – die Kamera nimmt auch keinerlei Anpassungen des Bildes vor. Das macht die Aufnahmen farblich etwas flacher. Keine richtige Raw-Aufnahme – aber besser zu editieren. Für Otto-Normalfilmer allerdings eher nicht geeignet.

Die Hero 3 ist mit den alten wasserdichten Gehäusen aufgrund ihrer etwas anderen Anordnung von Bedienelementen nicht kompatibel. Deshalb muss man das mitgelieferte Gehäuse nutzen. Zum Glück passt es Gerät auf alle bisherigen Befestigungsoptionen.

Neben Mini USB ist auch ein Micro HDMI-Anschluss vorhanden. Wer mit 120 Bildern pro Sekunde dreht und das Ergebnis über HDMI am TV anguckt, sieht das Video in normaler Geschwindigkeit. Ohne Software am Rechner geht es nicht.

Außerdem werden die Deckelchen für die Anschlüsse nur gesteckt – und deshalb wird man sie über kurz oder lang sicherlich verlieren. Man braucht sie aber auch nicht wirklich.

Die beigepackte WLAN-Fernbedienung ist bis 3 Meter wasserfest und kann Aufnahmemodi ändern und die Aufnahme beginnen und beenden. Sie soll auf einer Entfernung von bis zu 200 Metern funktionieren – doch das dürfte unserer Einschätzung nach nur in der Wüste klappen. Wir haben maximal 25 Meter überbrücken können. Durch Decken geht das Signal nicht. Zum Vergleich: Die Fernsteuerungs-Smartphone-Apps für Contour und Sony, die mit Bluetooth arbeiten, können gerade einmal Distanzen von 5 bis 6 Metern überbrücken. GoPro behauptet, dass man mit der Fernbedienung bis zu 50 Kameras steuern kann – das haben wir nicht geprüft.

Aufnahmen bei schlechtem Licht sehen sehr gut aus. Sie sind deutlich rauschärmer als bei der Hero 2. Manchmal jedoch versagt die Belichtungsmessung und die Aufnahmen sind zu dunkel, wenn eine Mischung aus hellem Licht und Schatten im Bild zu sehen ist.

Von allen getesteten Actionkameras ist die GoPro am leichtesten zu tragen, weil sie so leicht und klein ist. Eine rotierende Linse wie bei Contour und Drift gibt es aber nicht.

Neben einem zusätzlichen Akku gibt es das LCD Touch BacPac, mit dem die Actionkamera auch ein Display bekommt und leichter zu bedienen ist.

Fazit – Sollte man sie kaufen?

Klares Ja. Es ist die beste Actionkamera, die wir jemals verwendet haben. Die Aufnahmen sind besser als die der Konkurrenz. Das größte Problem ist die Akkulaufzeit, die uns so wichtig ist, dass sie in der Bewertung einen halben Stern kostete. Wer lange Aufnahmen macht, sollte sich einen Zusatzakku besorgen. Und dann ist da noch der Preis. 400 Euro sind kein Pappenstiel. Aber dennoch ist die Bildqualität den Preis wert. Die Kamera ist eines der besten Gadgets des Jahres.

Technische Daten GoPro Hero 3 Black

Sichtfeld: 170° oder 120°

Speicher: bis zu 64 GB microSD

Frame-Raten: 4K (16:9 und 17:9) @ 12, 12,5, 15fps; 2,7K (16:9 und 17:9) @ 30, 25, 24fps; 1440p (4:3) @ 48, 30, 25, 24fps; 1080p (16:9) @ 60, 50, 48, 25, 24fps; 960p (16:9) @ 100, 48fps; 720p (16:9) @ 120, 100, 60, 50fps; WVGA (16:9) @ 240fps

Gizrank: 4.0

[Via Gizmodo.com]

GoPro Hero 3 Black Edition im Vergleich zur White Edition

Bild 1 von 8

Das könnte Dich auch interessieren

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

(*)

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

4 Antworten auf Test: GoPro Hero 3 Black Edition – Die beste Actioncam

  1. filmproduktion 16 Feb 2013, 21:11

    Klasse Bericht! In allem einig, die Hero 4 setzen wir auch schon ein und es ist ein Meilenstein im Vergleich zur GoPro 1 oder 2! Einzig der Akku….. grrrr….. :-(

    Also einige Ersatz-Akkus braucht man für Profi-Einsatz!

  2. Nie wieder GoPro 29 Mrz 2013, 13:09

    Es ist schon erstaunlich, dass Gizmodo die GoPro Hero 3 zur besten Action Cam kürt und eine klare Kaufempfehlung abgibt, obwohl fast alle Käufer über ihren Kauf frustriert sind. In diversen Foren kann man das ja leicht nachlesen. Ich möchte nicht wissen, was da möglicherweise für “Schmierereien” im Hintergrund gelaufen sind.

    Fakt ist: Die Kamera ist unbrauchbar, da sie regelmäßig einfriert. Außerdem ist sie in der Leistung teilweise schlechter, korrekt belichtete Fotos kann sie im Time lapse Modus nur alle zwei Sekunden machen.

    Mein Rat an alle, die sich durch diese unseriösen Testberichte zum Kauf animieren lassen: Erst in den diversen Foren über die Erfahrungen der tatsächlichn Nutzer schlau machen!

    • Rolf Hellmeier 06 Apr 2013, 22:22

      Totaler Quatsch…..
      Zusammen mit meinem Kolegen sind wir schon 2, bei denen die Cam tadellos funktioniert.
      Zufriedene User äußern sich auch selten in diesen Jammerforen.

      Freilich, ein wenig Ahnung sollte man von der Materie schon haben, dann klappt’s auch mit den Ergebnissen.

  3. dreiprodukte 08 Aug 2013, 10:50

    Das einfrieren der GoPro Hero 3 Black soll tatsächlich bei vielen auftreten. Besonders im Zusammenhang mit einer 64GB Micro SD Karte und dem exFAT wurden schon viele Micro SD Karten durch die Go Pro Hero Black zerschossen. Anscheinend kommt die Firmware mit dem exFAT Format und den in 4K, 2,7K und ProTune Modus durchgejagten Datenmengen nicht klar. GoPro hat erst am 29.07.2013 eine neue Firmware auf den Markt gebracht, die angeblich genau diese Probleme lösen soll. Erfahrungsberichte sind leider noch nicht bekannt. Ansonsten ist eine einfache Lösung eine 32GB Micro SD Karte mit Class 10 zu kaufen, da hier mit normalem FAT32 formatiert wird.