Sicherheitslücke: Android-Apps können Schadcode in Samsung-Smartphones einschleusen

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Die XDA Developers haben eine kritische Sicherheitslücke in Samsung-Smartphones mit Android entdeckt. Dort können sich nach Aussagen des Foren-Mitglieds Alephzain Anwendungen Lese-und Schreibrechte für den Speicher verschaffen. Dadurch können die Apps beliebigen Schadcode auf den Android-Kernel der Smartphones mit Samsungs ARM-basierten System-on-a-Chip Exynos einschleusen.

Ein Angreifer könne laut XDA-Developers den gesamten Inhalt des RAM auslesen, weiterleiten oder auch im Hintergrund vorhandene Daten verändern, heißt es im Forum der XDA Developers. Außerdem könne sich eine manipulierte App Root-Rechte verschaffen. Entdeckt wurde die Anfälligkeit laut Alephzain bei dem Versuch, einen neuen Root-Zugang für das Galaxy S3 zu finden. “Die gute Nachricht ist, dass wir auf diesen Geräten ganz einfach einen Root-Zugang erhalten. Die schlechte Nachricht ist, dass es keine Kontrolle darüber gibt”, schreibt Alephzain.

Andere Nutzer des XDA-Developers-Forums haben unabhängig von Alephzain die Schwachstelle bestätigt. Ein Mitglied namens Chainfire hat inzwischen auch eine Anwendung veröffentlicht, die die Anfälligkeit ausnutzt. Sie soll mit Samsung-Smartphones funktionieren, die die Exynos-SoCs 4210 und 4412 verwenden. Dazu gehören die Modelle Galaxy S2, S3, S3 LTE, Galaxy Note und Note 2, Note 10.1 und Galaxy Tab Plus. Das zusammen mit Google entwickelte Galaxy Nexus 10 sei nicht betroffen, da es von einem Exynos 5250 angetrieben werde.

In dem Forum wird auch darüber diskutiert, wie die Schwachstelle veröffentlicht wurde. Unter anderem wird die Bereitstellung von Beispiel-Code kritisiert, ohne dass Samsung die Möglichkeit hatte, einen Patch zu entwickeln. Ein Mitglied namens Supercurio erstellte daraufhin einen Fix, der vor einem Missbrauch der Lücke schützen soll. Samsung hat sich bisher noch nicht zu dem Sicherheitsleck geäußert.

[mit Material von M Stefan Beiersmann, ZDNet.de, via ZDNet.com]

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