Das Jahr in Hacker-Stories

Hacker haben eine etwas merkwürdige Reise durch das Jahr hingelegt, beginnend mit spektakulärem, chaotischem Erfolg und endend mit eher müdem Zucken. Wir sahen das Anonymous-Kollektiv einen kapitalen Absturz hinlegen, von der meistgefürchtetsten Hackertruppe zu ein paar unorganisierten Hinterbänklern abstürzen. Die schwindelerregenden Höhen, die lahmen Tiefpunkte, wir haben sie für euch zusammengefasst.

Januar – Anonymous rächt Megaupload

Ach, liebes Anonymous, es ist schwer vorstellbar, dass ihr mal so mächtig wart. Nachdem Megaupload plötzlich durch eine koordinierte Razzia von den USA und Neuseeland niedergestreckt wurde, drehte Anonymous durch: Das FBI, das US-Justizministerium, RIAA, MPAA und Universal Music wurden durch einen massiven, koordinierten DDoS-Angriff vom Netz genommen. So startet man ein neues Jahr, mit dem wohl größten einzelnen DDoS-Schlag in der Geschichte des Kollektivs. Ab hier ging es leider nur noch bergab für Anonymous.
 

Anonymous löscht CBS

Nur Tage nach dem Megaupload-Blitzkrieg zeigt Anonymous einmal mehr seine Muskeln mit der kompletten Löschung von CBS.com. Universal Music wurde ebenfalls ohne besonderen Grund per DDoS ausgeschaltet.

 

 

 

 

Februar – Anonymous veröffentlicht eine vollständigen geheimen FBI-Telefonkonferenz

Was ist noch besser, als sich der Polizei zu entziehen? Ihre “geheimen” internationalen Sprachchats zu infiltrieren, aufzuzeichnen und zur Freude des gesamten Internets zu veröffentlichen. So hat Anonymous einen Skype-Chat zwischen FBI- und Scotland Yard-Ermittlern verbreitet und zeigte so, dass die vorhergehenden Mega-Attacken sie nicht etwa vorsichtiger gemacht hatten. Und was liebt Anonymous wohl mehr, als die Polizei zum Narren zu halten? Wahrscheinlich nichts.
 

 

 

Anonymous zerstört eine militärnahe Anwaltskanzlei

Das Kollektiv hat sich auch um die militärfreundlichen Rechtspraktiken der Kanzlei Puckett & Faraj gekümmert, die einen US-Marine verteidigte, der beschuldigt wurde, in eine kontroverse Tötung von irakischen Zivilisten involviert gewesen zu sein. Also haben die Hacker die Website der Firma zerlegt, eine Reihe kritischer E-Mails zu dem Fall veröffentlicht und so die komplette Firma aus dem Verkehr gezogen. Man hörte nie wieder etwas von dieser Kanzlei, weder on- noch offline.

 

 

Anonymous weiß nicht, ob sie die CIA gehackt haben

Ab hier ging es richtig abwärts für die DDoS-Pfadfinder: Erst hieß es aus dem Kollektiv, man wäre für den Takedown der CIA-Website verantwortlich, dann wieder nicht, schließlich entschuldigte man sich sogar bei der CIA. Bis heute ist unklar, wer dafür verantwortlich war, aber diese Episode zeigte die ersten Zeichen des Untergangs: Anonymous löste sich auf, sprach mit acht Stimmen gleichzeitig. Was im Februar noch wie ein kurzer Moment der Schwäche aussah, wurde bald der Status Quo.

 

 

 

März – Sabu verrät sie alle

Die größte Hacker-Story des Jahres, vielleicht einer der größten Fälle in der Geschichte der Technik, was Dolche im Rücken angeht, war vielleicht auch das Ende von Anonymous, wie wir es kannten. In einem shakespearesken Moment offenbarte sich der Kopf von LulzSec, dem Elite-Arm von Anonymous, als Informant für das FBI und verriet seine gesamte Crew. Sie wurden alle festgenommen. Es stellte sich heraus, dass Sabu nicht nur ein gekaufter Spion war, sondern die ganze Zeit schon mit den Bundesagenten zusammenarbeitete. Die Legion war schwer angeschlagen, gedemütigt und zerstreut worden. Was von ihr übrig blieb, waren ein paar verängstigte Hobbyhacker.

 

Hacker stehlen Nacktbilder von den Smartphones von Christina Hendricks und Olivia Munn

Mal etwas leichte Kost. Hollywood-Hacker knackten die Telefone von zwei US-Filmstars und wir hatten unseren Spaß.

 

 

 

 

 

 

Mai – Virenattacke im Iran

Nicht jeder Onlineangriff soll Anarchie verbreiten. Die neueste Stuxnet-Welle schwappte durch den Mittleren Osten und zerlegte dabei viele Computer. Es gilt als fast sicher, dass dies Teil der Cyber-Kriegsführung der USA war (Wahrscheinlich war Israel daran nicht gerade unbeteiligt.)

 

 

 

 

Juni – 6,5 Millionen LinkedIn-Passwörter veröffentlicht

Während des Sommers brachten Hacker über sechs Millionen Passwörter, unter anderem von LinkedIn, ans Tageslicht. Darunter auch “bigpenis” und “ihatemyself” – interessant.

 

 

 

 

 

August – Mat Honan erwischt es

Gizmodo.com-Alumni und Wired-Autor Mat Honan wurde zum Pluto und zurück gehackt, dank ein paar armseliger Sicherheitssysteme von Apple. Sein Laptop wurde zerstört, sein Telefon gelöscht und er verlor hunderte unersetzlicher Bilder seiner Tochter. Selbst Gizmodos Twitter-Account wurde kompromittiert, man las dort die schwachen (und beunruhigenden) Passwörter heutiger Zeiten. Stellt also sicher, dass ihr komplizierte Passwörter habt. Bitte!

 

 

November – Teenie-Hacker bekommt sechs Jahre Internetverbot

Cosmo The God, Anführer einiger Hacker-Partisanen namens UGNazi, darf das Internet nicht nutzen, bis er 21 ist, nachdem er wegen eines groß angelegten Kreditkartenbetrugs überführt wurde. Mal sehen, ob er das schafft.

 

 

 

 

iPad-Hacker verurteilt

Mehr Schuld und Sühne: Hacker und Sicherheitsaktivist Weev wurde wegen seines 2010er Leak von 114000 Datensätzen mit iPad-Besitzerdaten verurteilt. Er ist in Berufung gegangen, aber wird wahrscheinlich einige Zeit absitzen müssen.

 

 

 

 

Anonymous führt einen schwächlichen Krieg gegen Israel

Ach ja, Anonymous gibt es ja noch. Die Gruppe positioniert sich als die Internet-Engel Palästinas und versucht, Israel über das Netz zu zerstören. Alles, was man aber bislang auf die Reihe bekommen hat, war das Defacement ein paar kleiner Unternehmen und das DDoS von kleineren Regierungswebsites. In einem Jahr kann sich so viel verändern… [via Gizmodo.com]

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3 Antworten auf Das Jahr in Hacker-Stories

  1. user 13 Dez 2012, 12:52

    bitte unterscheidet zwischen anonymous und das darin erhaltene hackerkollektiv!
    http://www.youtube.com/watch?v=JJiE-9FfIXM
    http://www.youtube.com/watch?v=WPJ7ii7yLEM

  2. user 13 Dez 2012, 13:28
  3. Konstantin68 13 Dez 2012, 14:59

    Selten so ein Blödsinn gelesen. Aber nachdem ihr gerade eben erst in den News festgestellt habt das sich Win8 Apps leicht knacken lassen, lasse ich es nochmal durchgehen.