Mit Knarren und Piraten: Far Cry 3 ist digitales Abenteuerland für Erwachsene

Far Cry 3 lockt mit aufregenden Kämpfen, massenhaft Waffen und einer lebendigen Spielwelt. Jason Brody muss sich in Ubisofts Sandbox-Ballerei mit Piraten herumschlagen, die nach einem missglückten Fallschirmsprung seine Freunde gekidnappt haben.

Jason Brody: Urlauber und Emo-Rambo

Der erzählerisch mitreißende Anfang hinterlässt vor allem ein Gefühl: Jason Brody ist eine Heulsuse. Unfair, weil der Amerikaner eben kein Ex-Marine sondern „nur“ Tourist ist. Trotzdem, so oft wie in der ersten Viertelstunde gejammert wird, erwartet man jeden Moment, Jason würde sich einfach auf den Rücken rollen und aufgeben. Zum Glück fügt er sich bald in sein Schicksal des Explosionen verteilenden Übermenschen und das Gejaule hat erstmal ein Ende. Dafür fliegen jede Menge Gegner durch die Gegend und das Spiel verteilt freudig Punkte für ausgefallene Kills. Ab dann wird man nur noch ab und zu mit den „realistischen“ Reaktionen eines Mittzwanzigers im Kriegsgebiet genervt.

Vaas: Pirat und… Psychopath

Was nicht heißen soll, dass die Story langweilig wäre. Jasons Gefühlsausbrüche mal beiseite, warten starke Charaktere und spannende Szenen auf die Spieler. Vor allem Hauptschurke Vaas macht einen wunderbaren Job als richtig mieser Hund. Die deutsche Version bestätigt dabei den erfreulichen Trend der letzten Jahre und wartet mit exzellenten Sprechern auf.

Vaas: Bester Bösewicht 2012?

Auf der Tropeninsel Rook Island entspannt sich in den ersten Stunden ein Kampf zwischen Eingeborenen und Piraten. Der wird genretypisch über Stützpunkte geregelt, welche man einnimmt, und so einen bestimmten Inselbereich der eigenen Seite zuführt. Anders als in Farcry 2 kann der Spieler sich die eigene Fraktion nicht aussuchen, Gut und Böse stehen von Anfang an fest.

Jason Brody nimmt dabei eine unkomplizierte Rolle ein: Wenn es  ein Problem gibt, dann kommen die Eingeborenen zu ihm und er regelt das. Wir schleichen durch riesige Schiffswracks und schalten die Gegner lautlos mit dem Messer aus, oder zünden mit dem Granatwerfer ganze Palmwälder an und erfreuen uns an der schnell wachsenden Feuersbrunst. Die treibende Motivation hinter Jasons Zerstörungstrip bedarf ebenfalls keiner großen Erklärung und ist so alt wie Super Mario: Die Piraten haben seine Freundin! (und seinen Bruder, aber das scheint nicht ganz so schlimm zu sein.)

Stimmiges Südseefeeling

Die Atmosphäre der Spielwelt haben die Entwickler sehr schön hinbekommen. Spätestens wenn man zum ersten Mal in einen Jeep einsteigt und über die holprigen Pisten düst, während rechterhand die Tropensonne an einem Berghang vorbeiblitzt, ist die Illusion perfekt. Die Grafik präsentiert sich bei vollen Details beeindruckend und lässt das Erforschen der Dschungelsandbox auch optisch zum Genuss werden.

Fast als wär man da – Südseeflair vom Feinsten

Im Verlauf des Spiels wechselt man übrigens noch auf eine zweite Insel. Die ist merkwürdigerweise verglichen mit dem Erstschauplatz irgendwie uninteressant, vor allem der Antagonist dieser Map überzeugt im Vergleich zu Vaas überhaupt nicht. Möglicherweise liegt es daran, dass unterschiedliche Teams am Werk waren. Zum Glück darf man nach Abschluss dieses Abschnitts aber wieder nach Rook Island zurück.

Seite 2 – Gameplay, Waffen und Fahrzeuge

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