Android nach vier Jahren iOS: Wenn dein Smartphone plötzlich Dir gehört

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Nach über vier Jahren iOS in Form von drei iPhones und dem iPad der ersten Generation kehre ich dem Apfel entspannt den Rücken zu, um mich unter Googles Flagge an neu gewonnener Freiheit zu erfreuen - ich habe Android für mich entdeckt. Wie es dazu kam und wie sich die ersten Kontakte mit Ice Cream Sandwich für ein iOS-Gewohnheitstier wie mich anfühlt, will ich euch nicht vorenthalten.

Anders als in den meisten Fällen fiel der Entschluss und die Entscheidung für Android nicht etwa nach sorgfältigen Überlegungen oder gar einem intensiven Abwägen von Vor- und Nachteilen der erhältlichen Systeme im Bezug auf meine Bedürfnisse, sondern ist deutlich spontanerer Natur: Ich habe mich ganz einfach verliebt. Inwieweit dieser Umstand auf das Gerät, die durch das System gegebene Freiheit oder auch meine Vorbelastung durch die jahrelange iOS-Erfahrung zurückzuführen ist, kann ich zwar nicht wirklich beantworten –  fest steht aber, das mich das Gesamtpaket aus Android (Ice Cream Sandwich) und dem Motorola RAZR i schon nach dem ersten Start in seinen Bann gezogen hat.

Während ein Vergleich der Hardware in Anbetracht der mehr als weit auseinanderliegenden Markteinführungen des iPhone 3GS und des RAZR i schon von vornherein entschieden ist, sieht das auf Seiten der Software natürlich anders aus. Auch auf die Gefahr hin hier eine weitere, aus meiner Sicht überflüssige Diskussion zur Frage nach dem “besseren” System loszutreten kann ich nicht leugnen, dass mir Android in der Tat mehr zusagt, als jede bisher erhältliche Version von iOS. Die Gründe dafür liegen aber nicht etwa im Versagen Apples oder besonders herausragenden Eigenschaften von Googles Android, sondern schlicht in meiner Person: Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und verbringe zudem meistens mehr Zeit damit, Geräte an meine Bedürfnisse anzupassen, als diese im eigentlichen Sinne zu nutzen.

Vor diesem Hintergrund ist die mit Android erlebte “Liebe auf den ersten (genauen) Blick” daher kaum verwunderlich, denn mit Freiheit geizt das System – ganz im Gegenteil zu iOS – nun wirklich nicht . Ganz egal ob es sich um die Installation von Anwendungen, die Verwaltung von Medien oder die Wahl eines Standard-Browsers drehte, häuften sich von Beginn an die Momente, in denen mir Android selbstverständlich Optionen anbot, die unter iOS lediglich durch einen Jailbreak zu verwirklichen wären. Tatsächlich habe ich unter iOS sogar Geld für Software ausgegeben, die ohne die Umgehung Apples auferlegter Barrikaden nie den Weg auf mein iPhone gefunden hätten und – Überraschung – selbst  diese findet sich bereits nach dem ersten Start in den Einstellungen. Durch die schier endlose Freiheit beschleicht mich schon fast das Gefühl, dass mein Smartphone zum ersten Mal wirklich mir gehört – hergeben würde ich es aber sowieso nicht mehr.

Zwar fühlt sich iOS mittlerweile schon an wie eine Art tonnenschwerer, digitaler Käfig, birgt aber dennoch Vorteile, die nicht zuletzt auf eben diesen Käfig zurückzuführen sind. Apps zum Beispiel, ganz speziell im Hinblick auf das Angebot: Es mag zwar irgendwo belustigend anmuten, über unzählige sich ähnelnde Anwendungen zu stolpern, die sich zudem offenbar am liebsten einen Namen geteilt hätten, der Effizienz beim Finden brauchbarer Anwendungen ist dieser Umstand aber alles andere als dienlich. In meinem Fall ist das zwar nicht weiter problematisch, für Smartphone-Neulingen könnte diese “Undurchsichtigkeit” (oder Freiheit?) aber schnell zu Frust führen. Ich hingegen bereue meine Entscheidung nicht im Geringsten – ganz im Gegenteil.

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