XCOM: Enemy Unknown – spannend, unfair und brutal

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[singlepic id=9695 w=320 h=240 float=left]Alles dreht sich um das Team...

Die Soldaten sind zweifellos die wichtigsten Figuren in diesem Spiel. Und verdammt zerbrechlich sind sie obendrein. Rookies starten mit nur vier Trefferpunkten ins Gefecht. Da reicht ein kritischer Treffer und die Karriere ist beendet, bevor der Soldat mit dem ersten Stufenaufstieg auf eine Klasse festgelegt wird. Falls diese Phase überlebt wurde, ziehen die frisch gebackenen Squadmitglieder als Sniper, Sturmtruppe, Support oder Spezialist für schwere Waffen ins Gefecht. Getötete Aliens geben Erfahrung, die ehemaligen Greenhorns gewinnen Ränge. Je nach Rang entscheidet sich der Spieler einmalig für eins von zwei möglichen Talenten. Überleben die Soldaten den Aufstieg zum Colonel, sind sie je nach Klasse sehr mächtig geworden: Der Sniper schießt zum Beispiel mit dem richtigen Talent zwei Mal pro Zug. Kombiniert mit einer Laserwaffe und der Fähigkeit, den Sichtradius seiner Teamkameraden mitnutzen zu können, zerlegt der Veteran auch die stärksten Aliens in einer Runde und verfügt dabei über eine wahnwitzig hohe Reichweite.

… und die Gadgets!

Das Equipment der Kämpfer wird nach und nach verbessert. Die XCOM-Forscher im Hauptquartier basteln aus den Überresten erbeuteter Alientechnologie (oder Aliens…) neue Waffen, Rüstungen und Powerups. Die Soldaten können statt der Maschinengewehre vom Anfang bald Laser- und Strahlenwaffen benutzen, oder erreichen mit dem in den neuen Panzer eingebauten Wurfhaken auch höhergelegene Stellen problemlos in einem Zug. Für den Start empfiehlt sich übrigens, recht schnell eins der Aliens einer Autopsie zu unterziehen. Die aus den Forschungsergebnissen gewonnene Zusatzrüstung gibt den Soldaten zwei zusätzliche Trefferpunkte – gerade für Frischlinge erhöht sich die Lebenserwartung damit beträchtlich.

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Spannende Rundenkämpfe mit Suchtfaktor

Die Kämpfe spielen sich auf Maps ab, die allesamt in überschaubarer Größe gehalten wurden. Nur manchmal ist ein Alienraumschiff oder eine Untergrundbasis wirklich groß, meistens trifft man schnell auf die ersten Gegner. Um so erstaunlicher, wieviele taktische Möglichkeiten und knifflige Situationen sich dem Spieler bieten. Ob man hinter einer Häuserecke in Deckung sprintet und damit den Reaktionsschuss des Gegners auslöst, seinen Soldaten vor dem im nächsten Zug in Flammen aufgehenden LKW retten muss, oder mit freudigem Grinsen seinen Sniper auf einem Balkon in Stellung bringt und auf anrennende Killerkäfer wartet – immer ist man mittendrin, langweilig wird es einfach nicht. Das liegt zum einen an dem großartigen Mapdesign, zum anderen auch an der schon beschriebenen Spielmechanik. Drittens haben sich die Entwickler nach eigenen Aussagen Mühe gegeben, den Spieler in vertraute Umgebungen zu versetzen. So kämpft man zwar auch in Waldgebieten, muss sich aber oft in Supermärkten, Parks oder Wohngebäuden mit den Invasoren herumschlagen. Das steigert den Spielspaß auf schwer erklärbare Weise – wahrscheinlich hat es mit der Befriedigung zu tun, endlich mal die Front einer Fastfoodkette mit dem Raketenwerfer demolieren zu können. Aus rein taktischen Gründen, natürlich.

Überraschend anspruchsvolles Basismanagement

Die andere große Spielwiese von XCOM: Enemy Unknown ist die Heimatbasis. Die überblickt der Spieler wie einen Termitenbau im Querschnitt. Im Verlauf des Spiels bohren sich die Ingenieure immer tiefer in die Erde vor und schaffen Platz für neue Module wie Forschungslabore oder Satelliten-Uplinks. Auch Werkstätten und Alien-Verhörzimmer können gebaut werden, später entdecken die Forscher noch weitere mögliche Anlagen. Einige dieser Räume bringen einen Bonus auf die Grundressourcen: Geld, Wissenschaftler oder Ingenieure. Dazu kommen noch die aus den Kämpfen erbeuteten Alienleichen, technischen Bauteile und Metalllegierungen.

Besondere Module und Equipment-Updates lassen sich erst ab einer bestimmten Anzahl vorhandener Ressourcen erforschen oder bauen. Das klassische Erforschen von Technologien als Begleitung zur Rundenaction wird also noch um das Spiel mit den Ressourcen erweitert.

Chaos in den Städten, Panik in den Nationen

Als ob das nicht schon genug Management wäre, muss man gleichzeitig das Weltgeschehen über Satelliten im Auge behalten. Wenn die Panik in den angegriffenen Ländern zu hoch steigt, kann das Land aus dem XCOM Projekt austreten und lässt den Rettern der Erde trotz drohender Invasion keine Unterstützung mehr zukommen. Wenn das fünf Mal passiert, ist das Spiel zu Ende. Da immer drei Invasionen auf einmal stattfinden und man seinen Squad nicht aufteilen kann, muss man jedes Mal neu entscheiden, welchen zwei Ländern man einen Panikanstieg zumuten möchte. Mit der Heimatbasis sind XCOM-Spieler also auch abseits der Rundenkämpfe ordentlich beschäftigt.

Seite 3 – Fazit und Galerie

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  1. Danke für das ausführliche Review. Ich spiele das Game jetzt seit 13 Stunden und spiele auch die alten Teile von 1993/1994 regelmäßig.

    Einige Punkte sind mir im Spiel aufgefallen, die mir persönlich fehlen bzw. bei denen ich es schade finde, das sie nicht umgesetzt wurden:

    – Die einzelnen Missionen empfinde ich als zu kurz bzw. die Karten als zu klein (bis auf die größere Alien-Schiffe & Stützpunkte)
    – Es müßte mehr Karten für die Einsätze geben. Ich dachte schon öfters mal: Auf der Karte war ich schon, nur die Deckungen sind anders (kommt vielleicht noch mit Updates)
    – Die Soldaten werden bei Einsatz-Start bereits _vor_ dem Raumschiff abgesetzt. Früher mußte man sie noch aus dem Avenger herausführen. Das war zu Beginn einer Mission immer schonmal ein schöner Nervenkitzel, ob nicht doch ein Alien in der Flanke sitzt
    – Leider lassen sich die Waffen unendlich oft nachladen bzw. es gibt keine Munition.
    – Soldaten können nur sehr begrenzt Ausrüstungsgegenstände mitnehmen und sie während der Einsätze nicht “hin und her” reichen.
    – Die Soldaten können sich nicht auf freiem Feld hinknien oder hinlegen.
    – Die KI ist manchmal etwas merkwürdig, wie oben bereits erwähnt zuerst das Reagieren auf Geräusche und dann das Deckung suchen.
    – Zu den harten Entscheidungen: Ich habe 20 Soldaten in der Basis. Wieso kann ich nicht parallel zu mehreren Panik-Einsätzen fliegen?

    Ansonsten finde ich das Spiel gut umgesetzt. Seit langem fesselt mich ein Spiel endlich mal wieder an den Bildschirm.

    1. Am meisten stören mich die Kameraprobleme bei machen “Absturzstellen” Missionen.. Sobald man das Raumschiff betritt, wechselt die Kamera sporadisch eine Ebene höher und wieder zurück.
      Weitere Kontrapunkte:
      – Keine Munition
      – Kein Ducken/Hinlegen möglich
      – Kein Zielen auf bestimmte Körperregionen möglich
      Ansonsten ein echt tolles Spiel, kann gar nicht mehr aufhören!

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