8 coole Gadgets, die ihr wahrscheinlich nicht gekauft habt

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Irgendwo in einem alternativem Universum sitzt eine Version 2.0 von mir und tippt diesen Artikel auf einem brandneuen Commodore Amiga, trinkt Crystal Pepsi und wird von seinem Palm Pre 4 darauf hingewiesen, dass ein neuer CU-SeeMe Videoanruf eingegangen ist. In diesem Universum hingegen gewinnen nicht immer die besten Produkte.

In dieser Welt haben sich die Konsumenten entschieden, VHS anstelle von Betamax zu kaufen und das Blu-ray-System der HD-DVD vorzuziehen. Man hat sich leider auch vom Backupmedium Iomega Jaz oder dem Avatar Shark 250 abgewandt.

Deshalb hier einiger Lobgesang für die Gadgets, die es eigentlich verdient hätte, zu echten Verkaufsschlagern zu werden. Nur leider hat sie der Markt nicht angenommen. Dankeschön dafür!

Viliv N5 und andere UMPCs

Klar, eure Smartphone oder die Tablets können ganz tolle Sachen, aber läuft auf ihnen Microsoft Office oder Photoshop? Gegen Ende des letzten Jahrzehnts tauchten von einigen Herstellern 4- und 5 Zoll große Notebooks auf, die nicht viel größer waren als heutige Riesenhandys. Sie wurden UMPCs oder Ultramobile PCs genannt. Darunter war der Viliv N5,auf dem Windows 7 lief. Er besaß eine 1,3 GHz-CPU sowie einen 4,8 Zoll großen Bildschirm mit 1024 x 600 Pixeln.

Mit den ungefähr 500 Gramm schwerem Gerät konnte man echte Windows-Programme starten, Dokumente editieren und vieles mehr. Sogar eine Tastatur war dabei. Leider bevorzugten die Kunden eher Tablets. Toll – dadurch kann ich nicht mehr in der U-Bahn proggen.

Palm Pre und webOS

Als ich 2009 webOS das erste Mal auf einem Palm Pre sah, wirkte es mit seinem Karten-Interface eigentlich recht attraktiv. Es entstand sogar ein kleiner Kult um das Betriebssystem und nachdem HP Palm übernahm kam Hoffnung auf, dass webOS nun zu voller Blüte heranreift. Sogar auf PCs sollte die Plattform installiert werden, hieß es von HP.

Doch dann kams. 49 Tage bevor das erste webOS-Tablet (TouchPad) auf den Markt kommen sollte, killte HP seine webOS Hardware. Hätten mehr Kunden ein Pre und ein Pre 2 gekauft dann hätten wir heute neben Windows Phone 8 und Blackberry noch eine weitere Plattform auf dem Markt.

Commodore Amiga

Schwer zu glauben aus heutiger Perspektive. 1990 war der Commodore Amiga die bessere Wahl als ein Apple oder ein Win-Tel-Rechner. Das 32-Bit-Betriebssystem sah nicht nur gut aus, sondern konnte auch gut mit Multimediadateien umgehen und seine Multitasking-Fähigkeiten waren zukunftsweisend. Amiga User schnitten Videos, als wir lernten, mit der Maus Solitäre zu spielen.

1994 verschwand Commodore von der Bildfläche und Windows war das dominierende OS auf dem Markt. In einem alternativen Universum hätte der Amiga den Mac als Kreativplattform überholen können. Wir würden jetzt alle Amiga-Notebooks zum Videoschnitt und für Layoutgestaltungen verwenden, Musik mixen und Fotos bearbeiten.

Apple Newton

Den Apple Newton gab es nur fünf Jahre lang. Insgesamt wurden acht verschiedene Modelle angeboten. Den Start hatte sich Apple durch die miese Handschriftenerkennung selbst versaut. Da nutzte es auch nichts mehr, wenn sie mit Newton OS 2.0, das 1997 erschien, deutlich verbessert wurde. Der Ruf war ruiniert.

Hätte es der Newton überlebt, wäre eine Farbversion erschienen, wie sie auch Konkurrent Palm auf den Markt brachte. Apple wäre vermutlich auch viel früher in den Smartphone-Markt eingestiegen und hätte nicht bis 2007 gewartet. Außerdem hätten Apples Telefone und Tablets vermutlich den Stift-Input behalten. Heute können damit das Samsung Galaxy Note II und das LG Intuition auftrumpfen.

Kohjinsha DZ Series Doppelbildschirm-Notebook

Nach einer Studie von Microsoft erhöht ein zweites Display die Produktivität des Nutzers um 9 bis 50 Prozent. Wer mit dem Notebook unterwegs ist, kann davon nur träumen. Doch das hätte nicht sein müssen. 2009 stellte Kohjinsha seine DZ Series vor. Das Notebook mit zwei 10 Zoll großen Bildschirmen wurde auch als Onkyo DX verkauft und war die ultimative Multitasking-Maschine. Leider war das japanische Publikum nicht begeistert. Zwar gibt es nun tragbare USB-Displays, aber sie sind nicht direkt ins Gehäuse integriert.

Kyocera Echo

Man kann niemals zu reich oder stark sein. Und man kann nie genügend Displayfläche besitzen. Kyocera stellte 2011 das Echo vor. Ein Doppelbildschirm-Android-Telefon, bei dem entweder beide DIsplays zusammen genutzt werden konnten oder jedes für eine eigene Applikation. Eines der Displays konnte man sogar als Tastatur verwenden. Die Konsumenten nahmen das Gerät nicht an. 4G war nicht an Bord und das Echo war ziemlich fett. In einem Paralelluniversum hätten jetzt alle Hersteller ein Doppelbildschirm-Android-Telefon mit LTE im Angebot, auf dem Android 4.1 läuft.

BeBox und BeOS

Die Brillianz und Schönheit von BeOS sowie der BeBox PCs hätte Windows und Mac OS von der Bühne blasen können. Die Multitasking-Fähigkeiten waren so gut, dass man beim Kopieren von Daten von der Diskette problemlos das System weiter nutzen konnte. Das beste war jedoch die Optik der Oberfläche.

Mitte der 90er Jahre versuchte Be-Chef Jean-Louis Gasse sein OS Apple zu verkaufen, aber die Unternehmen konnten sich nicht über einen Preis einigen. Stattdessen kaufte Apple das Unternehmen NeXT von Steve Jobs und verwendete NeXTSTEP anstelle von BeOS als Basis für Mac OS X. Hätten sie Kunden doch einmal mehr als 1.800 BeBoxes gekauft und diese Plattform hätte sicherlich länger gelebt.

Sega Dreamcast

Bei den Spielkonsolen markierte die Sega Dreamcast eigentlich die Spitze der technischen Entwicklung: 128-Bit-Grafik, moderne Anschlüsse und dennoch war das Gerät 1999 das Ende der Spielkonsolen- Ära bei Sega. Die Kunden kauften lieber die Playstation 2 und Sega musste aufgeben. [Avram Piltch / Andreas Donath]

[Via Laptopmag.com]

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  1. Die Iomega Jaz Laufwerke sind völlig zu Recht ausgestorben. Ihre Medien verreckten am laufenden Meter wie Schwärme von Eintagsfliegen. Deren Unzuverlässigkeit war auch der Grund, weshalb sich dieses System eben genau nicht für Backupzwecke, sondern allerhöchstens als kurzfristige Transportmöglichkeit nicht allzu wichtiger Daten eignete.
    Es lag an der Technik. Sie enthielt alle Nachteile einer Festplatte ohne deren schützende vollständige Kapselung von Leseköpfen, Mechanik und Plattern. Definitiv nichts, dem man seine Daten für eine längere Zeit anvertrauen wollte.

  2. Den Newton wollte ich damals immer haben. Habe ihn nie gekauft weil zu teuer. Ansonsten habe ich doch die meisten gehabt:

    Dreamcast hatte ich – sogar vor Deutschland die Japanische über Schweizer Gamestore gekauft

    UMPCs hatte ich genüge im Laufe der Zeit – Wibrain zum Beispiel.

    Palm Pre hatte ich – war ganz cool aber eben eine Totgeburt.

  3. Stimme größtenteils zu, jedoch bin ich froh darüber, dass MS bisher keinen Fuß in das neuere Tablet-Geschäft gesetzt hat. M.E. ist MS die Weiterentwicklungsbremse schlechthin! Gemeinsam mit Intel hat dieses Unternehmen bislang erfolgreich verhindert, dass sich wirklich mobile Einheiten durchsetzen. Erst in jüngster Zeit, nachdem sich abzeichnet, dass die Absatzzahlen im Desktop-Bereich rückläufig sind, steigt MS mit einer Eigenentwicklung ein. Wer auch immer in diese Technik investiert, ihm muss klar sein, dass er damit weder seine Arbeitsfähigkeit verbessert, noch der Gesamtentwicklung moderner und vor allem flexibler mobiler IT-Systeme Vorschub leistet. Das mobile Segment gehört den innovativen Unternehmen, MS hat darin nichts zu suchen!

  4. Immerhin 4 von 8 die sich mal in meinen Besitz befunden haben. Amiga, Dreamcast, BeOs und Palm alles wirklich tolle Geräte (Bzw. Systeme) gewesen.

  5. Ein Apple Newton Messagepad 2100 (also die letzte erhältliche Version) mit viel Zubehör liegt bei mir noch im Schrank. :-)
    Die Versionen davor hatte ich auch.
    BeOS lief mal kurz auf meinem damaligen Mac.

  6. Nicht die Konsumenten entschieden sich für die VHS-Technik.
    Es war JVC mit der besseren Lizenzpolitik gegenüber Sony.
    Stellen Sie also bitte nicht den Konsumenten als den Dummen dar !!!

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