Test: “Dishonored – Die Maske des Zorns” – Eine düstere Steampunk-Perle!

Nach all den im Vorfeld geschürten Erwartungen kann Dishonored eigentlich nur enttäuschen, oder? Keinesfalls! Mit ein paar Abstrichen liefern Arkane Studios und Bethesda ein wirklich gutes Schleichspiel, das sich erfolgreich gegen die Konkurrenz behauptet.

Dishonored – Die Maske des Zorns erzählt die Geschichte des königlichen Leibwächters Corvo Atano, dem der Mord an seiner Königin untergeschoben wird. Nach Corvos „Entehrung“ wird er zum Assassinen und macht von nun an in der viktorianischen Metropole Dunwall Jagd auf die, die ihn verraten haben. Das Spiel findet durchgehend in der Egoperspektive statt und erweckt gut umgesetzte Schleicheinlagen in einer düsteren Spielwelt zum Leben.

Königsmord mal anders

Im Vorspann wird die Königin ermordet und Corvo der Tat beschuldigt. Danach beginnt das eigentliche Spiel, in dem man als Corvo einer Gruppe Loyalisten behilflich ist, die Tochter der Königin aus den Fängen der Umstürzler zu retten und das Mädchen auf dem Thron zu etablieren.

Die Thematik der (weiblichen) Marionette, die von (männlichen) Aktionisten entweder gestürzt oder beschützt werden muss, stellt die interessante Variation eines in Games oft genutzten Themas dar: Wo der Königsmord z.B. in Oblivion häufig andeuten soll, dass die alte Ordnung aufgebrochen wird, verknüpft Dishonored die Gefühle der Spieler stärker mit der getöteten Autoritätsperson. Schließlich ist diese Mutter, Beschützerin und enge Freundin. Das weckt im besten Fall schon zu Spielstart Rachegelüste oder zumindest eine Bindung zur entführten Tochter. Die wird auch gleich zu Anfang als niedliche Göre eingeführt, mit der man vor Beginn des Blutvergießens zwischen Müllcontainern Verstecken spielt. Eine Mutterfigur, die man nicht beschützen konnte, eine kleines Mädchen, das Hilfe braucht.

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This is still a man’s world

Das sind Klischees, die sicher vor allem das männliche Ego ansprechen. Die passen auch gut zur sonstigen Atmosphäre: Eine viktorianische Science-Fiction-Welt, die im Kollaps begriffen ist. Teslaspulen gemixt mit HalfLife2-Robotern, ein Grafikstil wie bei Team Fortress 2 und dazu bluttriefende Kampfszenen. Irgendwie eine Mischung aus Comic und beständig lauernder Brutalität, gewürzt mit dekadenten Adligen und hilflosen Frauen. dishonored-04 Die mit jedem Auftrag stärker verfallende Stadt – zunächst sind es nur Ratten in den unteren Ebenen, dann (schon wieder…) Zombies – trägt  weiter zum Gefühl unausweichlichen Chaos bei.

So wird trotz der teilweise recht kleinen Maps eine packende Atmosphäre kreiert. Ein wenig wird man zurückversetzt in die Tage von Deus Ex oder Hitman, wo mit sparsam eingesetzten Mitteln dem Spieler ein direktes Eintauchen in die Spielwelt ermöglicht wurde. Bei Dishonored fühlt man sich schnell als Teil des dreckigen Sündenpfuhls Dunwall, in dem ein Leben nicht viel wert ist und über kurz oder lang die Ratten die Macht übernehmen werden.

Spannende Missionen mit verschiedenen Ausgängen

In beinahe allen der im Test gespielten Missionen ging es darum, bestimmte Zielpersonen mehr oder weniger elegant über die Klinge springen zu lassen. Dabei boten sich stets eine Vielzahl an Möglichkeiten. Zum Beispiel soll man in einer Mission zwei Adlige in einem Bordell ausschalten. Natürlich kann man hier direkt ins Gebäude stürmen, alle Granaten von sich werfen, sich dann weiter vorkämpfen und die beiden frontal erledigen. Viel spannender ist es aber, zunächst den Hauptschlüssel aus der Tasche der Besitzerin zu stehlen, dann in den Raum zu schleichen, wo sich die Dampfpumpe für die Sauna befindet und… ohne zuviel zu verraten, sei hier gesagt, dass die ausgefallenen Todesarten viel mehr Spaß machen.

Ab 18

Dishonored hat von der FSK keine Jugendfreigabe erhalten, und das ist auch gut so. Hier wird gemordet was das Zeug hält, und das vor den Kulissen einer Welt, die trotz der Cell-Shading-Comicgrafik sehr düster daherkommt. Lasst alle Hoffnung fahren – für Erwachsene dank toller Atmosphäre ein Riesenspaß, für Kinder und Jugendliche nicht zu empfehlen.

Seite 2 – Gameplay, Kämpfe und Upgrades

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2 Antworten auf Test: “Dishonored – Die Maske des Zorns” – Eine düstere Steampunk-Perle!

  1. donmatteo 12 Okt 2012, 12:05

    bissl wie “thief”, oder?

    • butan 12 Okt 2012, 12:18

      dazu noch eine brise assassins creed und elder scrolls und schon hast du dishonored. es macht jedenfalls einen heidenspass!