Google einigt sich mit amerikanischen Buchverlagen

Google hat seine bisher eisern vertretene Position aufgegeben und einigt sich mit der Association of American Publishers (AAP) bezüglich der amerikanischen Copyright-Bestimmungen die zu einer angemessenen Nutzung (Fair Use) berechtigen.

Google scannte Ausschnitte von etwa 20 Millionen in Bibliotheken eingestellten Veröffentlichungen um sein „Google Books“ möglichst vollständig zu gestalten. Der Suchmaschinenbetreiber ging dabei davon aus, sich im Rahmen des in den amerikanischen Copyright-Gesetzen geregelten „Fair Use“ zu bewegen. Das sah die der Association of American Publishers (AAP) anders und zog vor Gericht. Ein wichtiger Streitpunkt war die Frage, wie Google mit Publikationen umgehen soll, die zwar vergriffen aber dennoch urheberrechtlich geschützt sind. Hier ergab sich durch die sehr langen Schutzfristen das Problem der „verwaisten Werke“ – also Bücher deren Rechteinhaber nicht oder nur mit großem Aufwand zu ermitteln sind.

“Der Vergleich erkennt die Rechte und Interessen der Copyright-Inhaber an”, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. “Die US-Verleger können wählen, ob sie ihre von Google für sein Bibliotheksprojekt digitalisierten Bücher und Zeitschriften verfügbar machen oder entfernen wollen.” Unabhängig von dieser Einigung können die Verlage mit Google individuelle Vereinbarungen über die Nutzung anderer digitaler Werke treffen.

Ein früherer Vergleich, den Google mit der amerikanischen Authors Guild und dem Verlegerverband AAP ausgehandelt hatte, wurde im letzten Jahr von einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat New York abgelehnt. Der jetzt neu ausgehandelte Vergleich bedarf keiner solchen gerichtlichen Zustimmung.

Das Abkommen sieht vor, dass Google bis zu 20 Prozent des Textes in seiner Suche anzeigen kann. Google erhält außerdem die Erlaubnis, die Bücher und Periodika über Google Play zu verkaufen. Weitere Einzelheiten zum Vergleich wurden nicht genannt. Grundlegende Streitfragen wurden offenbar nicht gelöst, sondern einfach ausgeklammert.

“Hinsichtlich der Frage, was als angemessene Nutzung anzusehen ist, stimmen wir darin überein, dass wir nicht übereinstimmen”, sagte ein Sprecher des Verlegerverbands. “Wir konnten das hinter uns lassen und geschäftliche Beziehungen aufnehmen. Haben wir eine universelle Definition von ‘Fair Use’ gefunden? Nein.”

Der Vergleich mit den Verlegern beendet zudem nicht einen weiteren Rechtsstreit zwischen Google und der Authors Guild. “Google profitiert weiterhin von seiner Nutzung unter Copyright stehender Bücher ohne Rücksicht auf die Rechte der Autoren”, erklärte der Autorenverband. “Wir führen unsere Sammelklage im Namen der US-Autoren weiter.”

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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