Saudi-Arabien: Ikea photoshoppt Frauen aus seinem Katalog

Ikea

Ikea druckt jedes Jahr 208 Millionen seiner Möbelkataloge für 43 Länder. Sie sind bis auf den Text alle gleich, bis auf die Ausgabe für Saudi-Arabien. Dort wurden sämtliche Abbildungen von Frauen aus den Fotos getilgt. Sie zeigen angeblich zu viel Haut. Aber das ist nicht alles, was geändert wurde.

Eine Frau beim Abendessen mit ihrem Mann wurde komplett aus dem Katalog getilgt. Dort sieht man nur noch einen leeren Tisch. Eine andere Frau beim Zähneputzen mit ihrem Sohn wurde aus dem Bild entfernt. Sogar eine der Ikea-Angestellten, die bei der Katalogpräsentation fotografiert wurde, fiel der Selbstzensur von Ikea zum Opfer. Die anderen Angestellten sind weiter zusehen. Sie sind alle männlich.

Die Änderungen gehen aber noch weiter. Ein Weinglas heißt bei Ikea Saudi Arabien auf einmal Festlichkeiten-Glas. Weil Alkohol in Saudi-Arabien verboten ist.

Ikea weist Schuld von sich

Ikea sagt, dass der Katalog für Saudi-Arabien von einem Tochterunternehmen produziert wurde. Man bedauere nicht vorher eingegriffen zu haben und bestätigt, dass die Entfernung der Frauen aus dem Katalog mit Ikeas Firmenethik in Konflikt steht.

Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein solcher Eingriff passierte. Ein Foto wurde in den frühen 90er Jahren aus dem Katalog entfernt, weil darauf eine Frau (ordentlich angezogen) gezeigt wurde, die auf einem Sofa lag und las. Nach Angaben der Übersetzerin Anne-Marie Colliander Lind dürfen nur Frauen abgebildet werden, die Haushaltstätigkeiten verrichten. Alles andere würde als Problem gesehen.

Die schwedische Wirtschaftsministerin Ewa Björling bedauerte die Selbstzensur, und sagte, dass man Frauen nicht wegdiskutieren könne und dies ein trauriges Beispiel dafür sei, wie weit Saudi-Arabien von der Geschlechtergleichheit entfernt sei. [Jesus Diaz / Andreas Donath]

[Via Metro]

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