Toyota stellt Mini-Elektroauto iQ EV vor und beerdigt es

Die elektrische Version von Toyotas Kleinwagen iQ, die der Hersteller jetzt vorstellte, wird nur in einer Miniserie gefertigt. Grund sind die Einschränkungen von Elektrofahrzeugen, die den Kunden nicht zu vermitteln sind.

Toyotas iQ EV ist etwa 13,5 Zentimeter länger und wiegt rund 124 Kilogramm mehr als sein Benzinbruder iQ. Abstriche beim Laderaum oder der Passagierkapazität muss man nicht machen. Nur an die Reichweite des Benziners kommt das Elektrowägelchen nicht heran. Und das ist neben der Ladezeit das größte Problem.

Der 47-Kilowatt-Motor des Toyota iQ EV mit 163 Newtonmetern ist luftgekühlt und bringt seine Leistung ausschließlich auf die Vorderräder und erreicht die Grenze von 100 km/h in ungefähr 14 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 125 km/h beschränkt. Damit kann man das Auto natürlich auch auf der Autobahn oder Landstraße bewegen, doch es ist vornehmlich für die Großstadt gedacht. Der 3+1-Sitzer sieht zudem noch recht schmuck aus.

Der elektrische iQ misst 3,12 Meter. Der Akku sitzt unter der Passagierkabine in einem Stahlkäfig. Im Bremsbetrieb wird er wieder etwas aufgeladen. Dennoch: Mit 84 Kilometern ist die Reichweite recht begrenzt. Doch innerhalb von 15 Minuten soll der Akku wieder bei 80 Prozent stehen, wenn man den wassergekühlte Schnelllader verwendet. Am 230-Volt-Netz braucht man für die volle Ladung drei Stunden.

Die Heizung wird über eine Wärmepumpe realisiert. Auch die Sitzheizung und die beheizbare Frontscheibe wurde nach Angaben von Toyota auf minimalen Energiebedarf hin optimiert. Wie das gelang, verriet der japanische Hersteller nicht. Auch der Preis liegt noch nicht vor.

Toyota sieht die Zukunft von reinen Akku-Elektrofahrzeugen kritisch und hat vor, bis Ende 2015 stattdessen 21 neue Hybridfahrzeuge auf den Markt zu bringen. Auch auf den Wasserstoffbereich will man künftig setzen, wie eine neue Kooperation mit BMW zeigt.

Vom neuen IQ EV soll es nach Medienberichten nur 100 Stück geben. Damit wäre der Kleinwagen eines der seltensten Elektrofahrzeuge überhaupt. Toyota sieht bei Elektrofahrzeugen gesellschaftliche Akzeptanzprobleme wegen der geringen Reichweiten und der langen Ladezeit sowie den hohen Anschaffungspreisen. Als der IQ EV 2010 angekündigt wurde, hoffte Toyota noch tausende von Exemplaren weltweit zu verkaufen.

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Toyota iQ EV (Bild: Toyota)

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