Wissenschaftler entdecken Möglichkeit, Ängste auszulöschen

Ängste

Ängste entstehen, wenn wir Dinge mit einer stark negativen emotionalen Reaktion verbinden. Ein Team von Wissenschaftlern hat nun eine Methode entwickelt, mit der noch neue emotionale Erinnerungen aus dem Gehirn gelöscht werden können.

Wenn das Gehirn etwas neues lernt, entsteht eine Erinnerung durch einen Konsolidierung genannten Prozess: Zuerst ist die Erinnerung noch instabil, wird durch Proteine aber fest im Gehirn verankert. Wird dieser Prozess unterbrochen, kann der Inhalt einer Erinnerung beeinflusst werden. Hierauf aufbauend versuchten sich ein paar schwedische Wissenschaftler der Uppsala Universität daran, emotionale Erinnerungen zu löschen, indem sie den Konsolidierungsprozess unterbrechen.

Hierfür wurden Testteilnehmern neutrale Bilder gezeigt – Bilder von Landschaften, Alltagsgegenständen, usw. – und gleichzeitig Elektroschocks verabreicht. Im Grunde wurde so eine Angsterinnerung erzeugt, indem ein Bildinhalt mit Schmerzen verknüpft wird. Wurde den Teilnehmern einige Zeit später das gleiche Bild gezeigt, verspürten diese Teilnehmer ein Angstempfinden.

Bei der Hälfte der Teilnehmer versuchten die Wissenschaftler allerdings, den Konsolidierungsvorgang zu unterbrechen. In der Zeit, in der das Gehirn aus einem Eindruck eine Erinnerung macht, wurde diesen Teilnehmern darum das Bild wiederholt gezeigt – nur diesmal ohne Elektroschocks. Bei diesen Teilnehmern zeigte sich am Ende beim Zeigen des Bildes keine Angst.

Obwohl man diese Entdeckung sicher kaum im Alltag anwenden kann, wollen die Forscher damit irgendwann einen Weg finden, Phobien, posttraumatische Störungen und Panikattacken behandeln zu können.  [Science via Uppsala]

[Oliver Schwab / Jamie Condliffe]

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  1. Warum sollte man das im Alltag nicht anwenden können? Das ist die alte Weisheit: Nach dem Unfall sofort wieder rauf auf’s Pferd / auf die Piste etc. …

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