USB-2.0-Fail: iPhone 5 Dock-Connector „Lightning“ langsam wie eh und je

schnecke thunderbolt Kopie

Schneller soll das iPhone 5 verglichen mit seinen Vorgängern sein. Das stimmt auch in den meisten Punkten - aber nicht überall. Der „Lightning“ getaufte neue Dock-Connector ist keineswegs schneller geworden. Er unterstützt nicht wie von vielen erhofft den "Thunderbolt"-Standard, sondern lediglich das zwölf Jahre alte und 20 Mal langsamere USB 2.0.

USB 2.0 ist seit Jahren Standard in Sachen Übertragungsgeschwindigkeit. Selbst das iPhone der ersten Generation aus dem Jahre 2007 unterstützte schon diese Spezifikation. Auch das fünf Generationen ältere iPhone 5 baut immer noch auf das angerostete USB 2.0. Das ist alles andere als „magic“. Vor allem in Anbetracht der Apple-Maxime mit dem neuen iPhone immer das „beste Smartphone aller Zeiten“ zu präsentieren.

Hier hätte es sich geradezu aufgedrängt, den zusammen mit Intel entwickelten Thunderbolt-Standard, der bereits seit letztem Jahr in der Macbook Pro Reihe verbaut wird, einzusetzen.

Ein theoretischer Vergleich: Mit USB 2.0 (480 Mbit/s) dauert es 16 Sekunden eine ein GByte große Datei zu übertragen. Mit Thunderbolt (10 Gbit/s) braucht die Übertragung eines GBytes dagegen deutlich unter einer Sekunde. Jeder, der schon einmal sein iPhone mit dem Rechner synchronisiert hat weiß, dass dort richtig große Datenmengen übertragen werden können. Ein mit 50 GByte vollgestopftes iPhone komplett über den Lightning-Dock-Connector zu synchronisieren dauert auch mit dem aktuellsten iPhone theoretisch knapp 14 Minuten.

Lahm sind auch die anderen

Doch Apple steht hier nicht alleine da. Bisher gibt es scheinbar kein einziges Smartphone, welches USB 3.0 unterstützt. Auch wenn dann eventuell 2013 die ersten Geräte USB 3.0 bieten, sollen die theroretisch möglichen 5 Gbit/s nicht annähernd erreicht werden. Die Krux soll hier im Energieverbrauch liegen. Je höher die Datenübertragungsrate, desto höher der Energiebedarf der sich derzeit noch nicht mit einem Mobilgerät vereinbaren lässt.

Trotzdem richteten sich die Augen der Experten gerade in diesem Punkt auf den selbsternannten “Innovationsmarktführer” Apple und mussten sich am Ende der Präsentation eine kleine Träne verdrücken. Vielleicht hätte Apple den Connector statt „Lightning“ lieber „Slug“ nennen sollen.

[Bild: shutterstock / Apple]

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