9 wissenschaftliche Durchbrüche, die durch Zufall entstanden

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Vielleicht wisst ihr, dass Erfindungen wie die Mikrowelle und Play-Doh zufällig gemacht wurden. Und viele werden auch gehört haben, dass Alexander Fleming das Penicillin nur durch einen Zufall entdeckte. Aber es gibt noch viel mehr wissenschaftliche Durchbrüche, die durch pures Glück entstanden, als man gemeinhin ahnt. Wir haben eine Liste aufgestellt.

Hier sind unsere neun Favoriten. Einige davon verwenden wir fast jeden Tag, andere hingegen noch nie.

Phonograph

Im Sommer des Jahres 1877 bastelte Thomas Edison mit Metallfolie und eine Papierzylinder, mit dem telegrafische Signale aufgezeichnet werden sollten. Irgendwie gelang es ihm seine Stimme aufzuzeichnen. Das war zwar nicht das erste mal, dass eine menschliche Stimme aufgezeichnet wurde, aber diese konnte auch wieder abgespielt werden. Die Entdeckung führte zur Entwicklung des Phonographen. Unser Bild zeigt aber offensichtlich ein Grammophon. Phonographen sind Walzengeräte.

Post-It Notes

Wo ständen wir heute ohne Post-Its? Wir würden ständig irgendwelche Sachen vergessen, unsere Einkäufe nicht komplettieren, unsere Passwörter würden nicht auf der Rückseite der Tastatur kleben und diese schönen Pixel-artigen Fensterverzierungen würde es auch nicht geben, die man an manchen Bürogebäuden sieht.

Die Basis für diese kleinen Papierzettel bietet ein wiederverwendbarer, durch den Anpressdruck klebender Kleber. Er wurde vom Wissenschaftler Dr. Spencer Silver bei 3M entwickelt. Der Forscher versuchte bei verschiedensten 3M-Abteilungen einen Verwendungszweck für die klebrige Masse zu finden – aber vergeblich. Niemand brauchte das Zeug. Sein Kollege Art Fry verschmierte das Material auf seinem Buch-Lesezeichen und auf einmal war er da – der Einsatzzweck. Das Post-It war geboren.

Vulkanisierung von Gummi

Charles Goodyear arbeitete viele Jahre daran, Gummi bzw. Kautschuk widerstandsfähiger zu machen und für eine leichtere Verarbeitung zu sorgen. Egal was auch immer er versuchte – das Material war Kälte- und Hitzeempfindlich und damit nur schlecht zu gebrauchen.

Seine große Erfindung passierte aus Schusseligkeit. Eine Mischung aus Kautschuk, Blei und Schwefel landete auf der Hitzeplatte seines Labortisches. Die Masse wurde zäh wie Leder. Das Zeug verwendet die moderne Zivilisation bekanntlich fast überall: Reifen, Schuhsohlen und bei vielem mehr wird vulkanisierter Gummi eingesetzt.

Strahlung

Die Entdeckung der Strahlung endete für Marie Curie letztlich mit ihrem Tod, aber hättet ihr gedacht, dass die ursprüngliche Entdeckung schlichtweg eigentlich Pech war? 1896 wollte der Physiker Henri Becquerel ausprobieren, ob natürlich fluoreszierende Materialien Röntgenstrahlen aussenden, wenn man sie in der Sonne liegen lässt. Das Problem war nur – es war Winter und es war bewölkt. Also ließ er alle seine Werkzeuge und Materialien inklusive eines Stücks Uran in seiner Schublade. Als er sie wieder hervorholte hatte das Urangestein die fotografische Platte teilweise belichtet ohne dass Licht daran kam. Mit der Hilfe von Pierre und Marie Curie fand er heraus, dass der Grund ionisierende Strahlung war.

Tintenstrahldrucker

Ein Canon-Ingenieur ließ einen heißen Lötkolben so nahe an seinem Füller liegen, dass die Tinte aus dem Schreibwerkzeug herausspritzte. Und weil der Ingenieur aufmerksam hinguckte und offenbar genügend Vorstellungskraft hatte, aus diesem Phänomen etwas zu machen, war das Prinzip des Tintenstrahldruckers erfunden worden.

Synthetische Farben

Chemiker William Perkin war nicht gerade ein Modezar wie Karl Lagerfeld. Er erfand eher zufällig auf der Suche nach einem Mittel gegen Malaria den ersten künstlichen Farbstoff. Eigentlich wollte er Chinin herstellen – entdeckte aber den Mauvein-Farbstoff. Die Farbe Mauve – ein ziemlich krasses Lila. Damit ließen sich besonders Baumwollstoffe hervorragend einfärben. Heutzutage spielt Mauvein zwar keine Rolle mehr – aber die Farbe ist immer noch modern.

Dynamit

Alfred Nobel besaß eine Nitroglyzerin-Fabrik. Hört sich schräg an – aber es gab tatsächlich Unternehmen, die diesen extrem brisanten Sprengstoff herstellten. Wie bekannt explodiert er bei leichtesten Erschütterungen. Ein Tropfen davon fiel beim Transport – so will es die Legende – auf die Pritsche des Fahrzeugs, das die Ladung transportierte. Die war mit Kieselgur bedeckt, die mit dem Sprengstoff verklumpte. Das soll die Arbeiter interessiert und sie dazu gebracht haben, das Resultat Nobel zu melden. So soll der handhabungssichere Sprengstoff Dynamit entdeckt worden sein. Nobel beharrte stets darauf, dass dies eine Legende sei.

Vaseline

Robert Chesebrough versuchte sich 1859 im Ölgeschäft. In Pennsylvania stieß nicht gerade auf schwarzes – aber auf gelbes Gold. Matschiges, gelbes Gold, um genau zu sein. Die Ölarbeiter beklagten sich bei ihm wegen eines schmierigen Rückstandes auf den Bohrgestängen,. Das verklebte Pumpen und machte die Arbeit noch schwieriger. Zufälligerweise war ihnen aber aufgefallen, das Schürfwunden und leichte Brandverletzungen damit schneller heilten. Das war für Chesebrough Ansporn genug, ein paar Proben mitzunehmen und zu versuchen, das Erdel-Gel im Labor nachzubauen, was ihm schließlich auch gelang. Die Vaseline war geboren. Chesebrough war so überzeugt davon, dass er angeblich bis zu seinem Tode jeden Tag davon einen Löffel aß.

Viagra

Was würden Männer über 60 mit ihren 22jährigen Ehefrauen anstellen, wenn es kein Viagra gäbe? Spaß beiseite: Ursprünglich war das Mittel in den 80ern von zwei Pfizer-Forschern gegen Angina Pektoris und Bluthochdruck entwickelt worden. Die Nebeneffekte sind bis heute bekannt. Damals wurde die Studie abgebrochen. Irgendwann besann man sich aber darauf und behandelte erektile Dysfunktionen mit Viagra – oder Sildenafil, wie der Wirkstoff eigentlich heißt.

Und nun seid ihr dran: Wir haben natürlich keine vollständige Liste aller Zufallserfindungen aufgestellt. Welche fehlen eurer Meinung nach noch? Schreibt sie einfach in die Kommentare! [Leslie Horn/Andreas Donath]

[Bilder: Ryan Kitko, Beverly & Pack, Nina Matthews Photography, Kristen Caston, Mad House Photograph, Kenny Louie, Jenny, Jimmy Harris, istolethetv, Adam_d_]

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  1. Finasterid / Propecia
    Das Medikament wurde ursprünglich zur Therapie der gutartigen Prostata-Vergrößerung entwickelt und ist eine Zufallsentdeckung. Man stellte bei den behandelten Männern fest, das auf zuvor kahlen Stellen Haarwuchs einsetzte und untersuchte diesen Vorgang genauer.

    Penizillin
    Der Engländer Alexander Fleming stieß 1928 zufällig auf die segensreiche Wirkung des Pilzes, als er ein paar stehen gebliebene Bakterienkulturen entsorgen wollte und bemerkte, dass sie teilweise abgestorben waren und sich stattdessen ein Pilz, eine Art grünlicher Schimmel, in den Petrischalen ausgebreitet hatte.

    Kartoffelchips
    1853 war Crum Koch im Hotel Moon Lake Lodge in Saratoga Springs. Auf Beschwerden eines Gastes hin, dass die frittierten Kartoffelscheiben nicht dünn und gewürzt genug seien, soll er die Scheiben extrem dünn geschnitten, stark gewürzt und so erstmals Kartoffelchips kreiert haben. Nach einer urbanen Legende soll der Gast Cornelius Vanderbilt gewesen sein. Das Gericht erfreute sich bald großer Beliebtheit. Crum eröffnete später ein eigenes Restaurant am südlichen Ufer des Sees von Saragota Springs, in welchem auf jedem Tisch ein Körbchen mit seinen “potato crunches” gestanden haben soll. Natürlich wurde das Restaurant vor allem durch die “potato crunches” bekannt, was George Crum auf die Idee gebracht haben muss, seine Erfindung auch in kleinen Schachteln zum Mitnehmen anzubieten.

  2. Stasi 2.0:

    Vor ein paar Jahren zufällig in Deutschland durch die Netzgemeinde entdeckt!
    Sehr beliebt bei Politikern und Polizei!

    Staatstrojaner:

    Entdeckt mithilfe des CCC! Schon sehr beliebt und häufig im Einsatz, aber noch kein Wundermittel!

    Porno-Pranger:

    Plötzlich entdeckt durch mehrere Rechtsanwälte! Wirkt vielversprechend, kommt aber noch nicht zum Einsatz!

    Leistungsschutzrecht:

    Erst vor kurzem durch Google entdeckt worden, als die ersten mündlichen Mahnungen bzgl. ihrer Suchanzeigen eingegangen sind! Veringert endlich wieder die große Medienvielfalt da viele ohne die Gratis-Werbung zusperren werden müssen! Dann gibts nur mehr Bild für jeden!!1 Yessss!

    @topic: der teebeutel wurde auch zufällig erfunden, der teehändler wollte den tee nur verschicken in so kleinen säckchen und die kunden haben gleich das ganze säckchen reingetan, fertig war der teebeutel!

    mfg jörg

  3. Der Richtigkeit halber – es gibt keine radioaktive Strahlung. Sehr wohl aber ionisierende Strahlung. Wenn es radioaktive Strahlung gäbe, wären die abgespaltenen Teilchen selbst instabil und würden weiter zerfallen. Zudem äussert sich der Gammazerfall ja als Welle. Und eine solche kann schlecht radioaktiv sein.

      1. Hätte es aber eher zu radioaktivität geändert, weil die strahlung kann ja auch normales licht sein etc. ;) und ich glaube radioaktive strahlung hat sich inzwischen schon “eingebürgert” wenn es nicht sogar im duden steht, dort steht ja auch das wort “googlen” für “etwas im internet suchen”

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