Notfall-USB-Stick für den Urlaub

Ihr habt euer Portmonee in Spanien verloren, hattet einen Autounfall in Italien oder müsst in einem schummrigen Internetcafé in der Türkei online gehen. In diesen Fällen hilft ein vorher präparierter USB-Stick, damit ihr auch im Notfall einigermaßen sicher seid. Wir zeigen euch, wie man den erstellt.

In einer fremden Stadt ohne Ausweis, ohne Kreditkarte oder ohne medizinische oder versicherungstechnische Dokumente zu stehen kann schnell sehr ärgerlich werden. In einem medizinischen Notfall sogar lebensbedrohlich. Deshalb sollte man ein Backup haben: Einen sicheren USB-Stick, der mit den wichtigsten Dokumenten und Details gefüllt ist. So baut man seinen eigenen Notfall-Stick:

Die Auswahl des Sticks

Zunächst braucht man einen USB-Stick in der Größe von ungefähr 1 GByte. Ein gewöhnliches Modell auf dem TrueCrypt läuft, reicht schon aus. Sinnvoll ist natürlich ein besonders kleiner Stick, der auch noch möglichst robust sein sollte. Das Minilaufwerk sollte als Notfall-Stick klar erkennbar sein, so dass die Polizei, der Arzt oder wer auch immer sofort sieht, dass er ihn sich anschauen sollte. Ein bisschen roter Nagellack reicht, um ein kleines Kreuz darauf zu machen. Wer will, kann auch noch vorher einen weißen Hintergrund zum Beispiel mit einem Stück Pflaster oder Tipp Ex aufmalen.

Datenorganisation

Das Laufwerk sollte in zwei Teile aufgeteilt werden – einem offenen frei zugänglichen und einen verschlüsselten Bereich. Es sollten nur allgemein gebräuchliche Textdateien im öffentlichen und unverschlüsselten Bereich liegen, damit sie auch wirklich jeder öffnen kann. Eine Datei mit dem Namen „Notfall“ oder auf Englisch „Emergency“ sollte euren Namen, eure Adresse und die Nationalität beinhalten. Darüber hinaus sollte in möglichst vielen Sprachen wie zum Beispiel Englisch, Spanisch und der Landessprache stehen, an wen sich die Behörden oder der Arzt im Falle eines Notfalls wenden soll. Da bietet sich an die Adresse eurer Familie oder anderer wichtiger Personen bzw. deren Telefonnummern und E-Mail-Adressen an.

Eine Datei „Kreditkarten-Kontaktinformationen” mit Details zu jeder Karte die ihr bei euch habt, ist ebenfalls sinnvoll, falls sie euch abhanden kommen oder gestohlen werden. Natürlich sollte die Kreditkartennummer, die CVV oder die Gültigkeitsdauer nicht enthalten sein. Diese Daten gehören in den verschlüsselten Bereich eures Sticks.

Eine Datei mit dem Namen “Medical” oder “Medizin” sollte eure Medikamente, eure Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Krankheiten auflisten. Auch die Adresse eures Hausarztes gehört dazu. Ganz oben auf dem Dokument sollte stehen, dass ihr eine Krankenversicherung habt. In manchen Ländern könnte es euch sonst passieren, dass ihr im Zweifelsfall nur die allernötigste Behandlung erfahrt. Wenn ihr eine Reisekrankenversicherung besitzt, gehört auch diese Information in diese Datei.

Der Scan eurer Versicherungskarte von vorn und hinten könnte ebenfalls in dieses Verzeichnis gelegt werden.

Ein Web-Browser in einer portablen Version gibt es von Chrome, Firefox und anderen Herstellern. Der Vorteil dieser Browser: Sie laufen direkt vom USB Stick aus – das ist etwas sicherer als ein Browser im Internetcafé, der mit Gott weiß was für Spyware verseucht sein könnte. Gegen einen Keylogger hilft das natürlich wenig –aber ein Virenscanner gibt es ggf. auch als portable Version – kennt ihr einen?

In den verschlüsselten Bereich, die man zum Beispiel mit TrueCrypt erzeugen kann, gehören:

  • Eingescannte Kopien eurer Kreditkarten und eurer Bankkarten von vorn und hinten
  • Eine Datei, die die Daten aller Kreditkarten inklusive Nummern, Ablaufdaten und CVVs sowie die kostenlosen Sperrnummern der Gesellschaften enthalten sollte.
  • Eure Kontodaten sowie die Kontaktinformationen zu eurer Bank, falls ihr ein Konto sperren oder Geld telefonisch überweisen müsst.
  • Eingescannte Kopien eures Passes, eures Führerscheins, des Personalausweises und anderer wichtiger Dokumente.

Sichere Aufbewahrung

Es ist natürlich wichtig, dass der Stick sicher aufbewahrt wird. Das geht am besten, wenn ihre ihn nicht in der Hosentasche oder im Portmonee sondern an einer Kette zum Beispiel um den Hals tragt. Es bietet sich auch an, ihn zum Beispiel am Gürtel zu verbergen, oder ihn im Schuh zu verstecken. Wenn ihr noch andere sinnvolle Aufbewahrungsorte kennt, lasst es uns wissen.

Habt ihr noch andere Ideen, was man auf dem Stick unterbringen könnte? Dann schreibt es in die Kommentare. Wir sind sehr gespannt. [Andrew Tarantola / Andreas Donath]

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17 Antworten auf Notfall-USB-Stick für den Urlaub

  1. Charox 12 Aug 2012, 9:22

    Bezüglich der Gefahr von Keyloggern in Internetcafes:
    ” KeyScrambler: Verhindert das Ausspähen von Tastatureingaben per Keylogger, indem es die Eingaben verschlüsselt.(Kompitabel mit Firefox und IE in der kostenlosen Version)”
    Zu finden unter: http://www.heise.de/download/keyscrambler.html

    • Roman 13 Aug 2012, 12:33

      Gegen einen Hardware keylogger, wie sie gerne in Internet-cafes benutzt werden, hilft diese Software-Lösung allerdings auch nichts ;)

  2. ui 12 Aug 2012, 9:59

    USB sticks haben einen großen Nachteil,
    man kann sie nicht ohne Hilfsmittel lesen.

  3. der dicke Admin 12 Aug 2012, 10:34

    mit TC kann man sich die übelsten Sachen einfangen (“Conficker” etc). Insbesondere dann wenn man das ganze Laufwerk oder einen Ordner verschlüsselt. Das geht so:

    -> mit dem Stick in ein InternetCafe gehen. (oder an einen verseuchten Rechner).
    -> reinstecken, TC aufrufen.
    -> Wenn Laufwerk/Ordner frei sind bzw gebootet haben, springen alle Bootviren des InternetCafe munter auf euren Stick über.
    -> Wenn ihr wieder zuhause seid habt ihr die Krätze auf eurem eigenen Rechner.

    Tip:
    Wenn schon verschlüsseln dann auf dem Stick IMMER nur Einzeldateien – nie das ganze Laufwerk!

    • Michael 12 Aug 2012, 10:58

      Na dann würde ich einfach den Container “read only” mounten, dann hast du zumindest das Problem nicht. Das funktioniert natürlich nur, wenn man nichts im Container speichern will/muss. Für diese Zwecke sollte das aber ausreichen.

    • Justin 12 Aug 2012, 18:47

      Die daten verändern sich doch relativ selten, da kann man einfach immer nen neuen kaufen, die dinger bekommt man doch inzwischen geschenkt

  4. hgdhg 12 Aug 2012, 11:11

    Ich stelle mir gerade vor wie der stick im Schuh gefunden werden soll wenn man nicht mehr ansprechbar ist ?

    • anon 12 Aug 2012, 16:40

      vielleicht als schmucke kette um den hals?

      • timelock 13 Aug 2012, 11:43

        Den Artikel habs schon bei den amerikanischen Kollegen. Und wie bei denen, hier der Link zu der USB-Halskette, die ich mir 2008 gemacht habe
        http://timelockin.wordpress.com/2012/04/25/60-2/

        • Andreas Donath 13 Aug 2012, 13:57

          Das ja sehr hübsch geworden. Gibt es das auch zum kaufen? Nur bei der Befestigung der Kette habe ich etwas Zweifel, ob das haltbar genug ist.

      • timelock 13 Aug 2012, 17:44

        Danke fürs Kompliment.
        Ich hatte davor nen Dog Tag mit eingestanzten Daten und nen kleinen USB-Stick am Hals hängen, was aber nicht unbedingt praktisch und wirklich sexy war. Davon zurückgeblieben ist jetzt nur noch die Kette, die jedoch sehr stabil ist und dem ganzen einen nicht zu modischen form follows function Eindruck verschafft. Zu kaufen gibts das aber nicht, auch wenn ich das eigentlich mal vor hatte. Aber nach meiner Vorserienproduktion von 10 Stück ist der Kontakt zu der asiatischen Produktion (ohne Gründe) abgebrochen. Und so gibt es weltweit nur diese limitierte Auflage, von der ich neben meinem Exemplar mit der Sreiennummer 01 noch drei an Freunde verschenkt habe. Jetzt sind es also noch 7 und entweder ich verhöckere die für einen wirklich teuren Preis (je weniger da sind, um so teurer) – oder ich verschenke auch noch di anderen.

  5. Dolph 12 Aug 2012, 11:17

    Wichtige medizinische Notfallinformationen auf einem USB-Stick(!) zu speichern, und dann zu hoffen, dass da im Notfall irgendjemand schnell genug Einsicht nimmt, ist so ziemlich das dümmste, was ich jemals gelesen habe. Das Wundergadget, das einem in einem solchen Fall das Leben rettet nennt sich “Zettel”. Ist natürlich bei weitem nicht so cool…

    • Jablog 13 Aug 2012, 11:42

      Man sollte wichtige medizinische Informationen (Blutgruppe, Medikamente, Allergien, usw.) natürlich auch noch in der Brieftasche aufbewahren, wo ein Arzt zuerst nachsehen würde. Die Sicherung auf dem USB Stick dient ja nur dazu solche Informationen auch dann noch zu haben, wenn einem die Brieftasche geklaut wird.

  6. Björn K. 12 Aug 2012, 11:49

    Einen Notfall USB-Stick für einen solchen Zweck, huch Gizmodo hat das Sommerloch entdeckt.

    Wenn dann würde ich solche Dokumente in eine Dropbox oder auf meinen eMailaccount hochladen, aber nicht auf einem USB-Stick speichern, den ich bisdahin verloren habe oder der dann auch geklaut ist.

    • Timme 13 Aug 2012, 15:52

      Du baust einen Unfall, dein Portmonee wird geklaut, dein verstecker USB-Stick nicht………
      Die Daten einer Dropbox oder eines Email-Postfaches sind meiner Ansicht nach als equivalent zum Crypted Container zu vestehen. Die anderen Informationen sind für ALLE zugängig. Dies ist bei einem Unfall z.B. vom Vorteil.
      ( JA, hier habt ihr natürlich auch alle euer Portmonee immernoch in der Tasche, aber solltet ihr dies eben doch nicht mehr haben, freut ihr euch über den Stick =) ) Ich finde die Idee mit dem Stick sehr gut, so muss ich mich nicht auf andere Provider oder ähnliches verlassen !

  7. Christian Z. 13 Aug 2012, 11:21

    Ich habe seit Jahren meine für den Urlaub notwendigen Dokumente als gescanntes file auf meiner emailbox.
    Also kein USB Stick notwendig.

    LG

  8. Klaus G. 21 Aug 2012, 21:05

    Also, ich finde die Idee gut. Ich hab Scans der Impfpässe der Familie mit draufgelegt!