App-Test: San Juan von Ravensburger für iOS

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Das beliebte Kartenspiel „San Juan“ von Ravensburger gibt es nun auch als Universal-App für iOS. Wir haben uns San Juan auf dem iPad genauer angeschaut und verraten euch, ob sich der Kauf im App-Store für 5,99 Euro lohnt.

Das 2004 veröffentlichte Kartenspiel San Juan von Ravensburger gilt als vielschichtig und strategisch anspruchsvoll. Dabei sind die von Andreas Seyfarth (Puerto Rico) aufgestellten Regeln einfach, die Pausen kurz und der Langzeitspaß durch einen immer anderen Spielverlauf hoch. Noch dazu ist das Kartenspiel mit 17 Euro vergleichsweise günstig.

Eigentlich gute Voraussetzungen für die von Bit Barons für Ravensburger programmierte iOS-Version von San Juan, die versucht, so nah wie möglich am Original zu bleiben. Ziel ist es nach wie vor durch Bauen von bis zu zwölf Gebäuden oder Monumente so viele Siegpunkte wie möglich zu sammeln. Die Gebäude produzieren dabei entweder Güter oder besitzen spezielle Fähigkeiten, die den Spielverlauf maßgeblich beeinflussen.

Der Spieler entscheidet dann am Anfang jeder Runde, ob er bauen, Güter produzieren, Güter verkaufen oder extra Karten einheimsen will. Von Runde zu Runde entwickelt jeder Spieler abhängig von den gezogenen und eingesetzten Karten seine eigene Strategie. Das Spielprinzip ist trotz einer einfachen Spielmechanik erfreulich komplex.

App-typisch führt neben einer klassischen Spielanleitung ein interaktives Tutorial die Regeln ein. Dieses Tutorial ist bei San Juan richtig gut gelungen. Es begleitet den Spieler durch die erste Runde gegen zwei computergesteuerte Mitspieler – danach ist der Spieler auf sich selbst gestellt. Doch schon nach zwei weiteren Runden gehen die Regeln in Fleisch und Blut über.

Wirkt auf den ersten Blick vielleicht unübersichtlich, ist es aber nicht.

Die Optik von San Juan ist zweckmäßig. Sie reißt weder zu Begeisterungstürmen hin, noch fällt sie negativ auf. Wobei hier jedem klar sein muss, dass es sich um eine Kartenspieladaption handelt. Wer aufwändige 3D-Animationen erwartet, wird enttäuscht. Was mich jedoch tatsächlich gestört hat: Das eigene Profilbild kann außer in der Farbe kein bisschen angepasst werden. Hier wäre es schön gewesen, wenn man ein Bild aus der Foto-Galerie hätte einsetzen könnte oder zumindest aus ein paar vorgefertigten Bildern wählen könnte. (Wie die Entwickler diese Entscheidung begründen, lest ihr die nächsten Tage im Interview mit Alexander Zacherl von Bit Barons) Auch die Bildchen der Computergegner sind leider nicht animiert und wiederholen sich recht schnell. Würden diese Figuren dem Spielverlauf angepasste Emotionen zeigen, hätte San Juan gut und gerne ein paar Atmosphäre-Punkte sammeln können.

Vor Beginn kann sich der Spieler aussuchen, ob er gegen ein bis drei Kontrahenten antreten möchte. Bei den Computergegnern kann zwischen drei Schwierigkeitsgraden gewählt werden. Aber entweder bin ich ein geborener Meisterstratege und von Glück geküsst oder der Computer ist nicht wirklich der cleverste: Denn ohne allzu viel Erfahrung zu haben, gewann ich dreimal hintereinander gegen drei Computergegner auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Spaß hat das trotzdem gemacht und einige Male war es auch ziemlich knapp.

Strotzend vor Selbstüberschätzung gierte ich nun nach einem zufälligen menschlichen Gegner, um ihm das Fürchten zu lehren. Pustekuchen. Trotz mehreren Versuchen war über Game Center niemand aufzutreiben. Das kann natürlich daran liegen, dass San Juan noch relativ neu ist und noch nicht so viele potenzielle Opfer im Game Center herumlungern. Immerhin können Game-Center-Buddys auch direkt zu einer Partie eingeladen werden.

San Juan für IOS bietet auch die Möglichkeit, an einem Gerät mit bis zu vier Spielern zu daddeln. Das funktioniert auch ganz ok, allerdings nervt das hin- und herreichen des iPads oder iPhones doch ganz schön. Wer einfach nur mit seinen Freunden an einem Tisch San Juan spielen will, sollte vielleicht eher zur Kartenversion greifen. Alles in allem ist das jedoch Jammern auf hohem Niveau.

Fazit

San Juan für iOS spielt sich fast 1:1 wie die beliebte Kartenspielvorlage des gefeierten Erfinders Andreas Seyfarth. Ohne lange Wartezeiten und mit einer erstaunlichen taktischen Tiefe schafft es die Ravensburger-Umsetzung, auf lange Zeit zu motivieren. Die eher zweckmäßige Grafik und der unaufdringliche Sound können zwar nicht begeistern, sind jedoch einer Kartenspielumsetzung angemessen. Was tatsächlich ein wenig enttäuschte war der (noch) nicht funktionierende Mehrspielermodus via Game-Genter mit zufälligen Gegnern.

Die nächsten Tage folgt ein Interview mit den Entwicklern in dem ich sie mit einigen Negativpunkten konfrontiere.

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