Kontroverse: Apples Hardware-Änderungen sind angeblich zu unserem Besten

Apple Hardware Änderungen

Wenn Apple tatsächlich wie vermutet den 30-poligen Dock-Anschluss auf ein kleineres 19-Pin-Design umstellt, würden sich mit Sicherheit einige Leute ärgern. Ladegeräte, Zubehör und Docks für den 30-Pin-Connector wären auf einmal obsolet. Aber irgendwann wird das passieren - Apple hat so etwas schon oft gemacht.

Das ganze Manöver sieht auf den ersten Blick wie ein billiger Trick von Apple aus, noch mehr Geld aus den Anwendern herauszuquetschen. Ja, der 30-poligen Anschluss funktioniert seit 10 Jahren problemlos. Je länger er auf dem Markt ist, desto schwieriger wird es, einen neuen Stecker einzuführen, da immer mehr Zubehör mit dem alten Anschluss angeschafft wird. Für Apple hat der kleinere Stecker jedoch den Vorteil, mehr Technik im Inneren des iPhones und der anderen iOS-Geräte unterbringen zu können. In den Geräten geht es um wenige Kubikmillimeter für mehr Akkukapazität oder einen neuen Sensor. Vielleicht sind auch
schnellere Datenübertragungsraten durch Thunderbolt-Unterstützung möglich.

Es bleibt dennoch dabei: Neue Standards sind für alle ein Problem. Der Wechsel auf eine Technik sorgt immer für Anpassungsverluste. Gute Unternehmen sorgen wenigstens dafür, dass der Wechsel für die Anwenderschaft nicht abrupt verläuft. Trotzdem ist es für alle Alteigentümer eine bittere Pille, wenn ihr Zubehör nicht mehr passt.

Es ist nicht das erste Mal, das Apple einen alten “Standard” aufgegeben hat und es wird nicht das letzte Mal sein. Wir haben eine Liste aller Technologien erstellt, die Apple im Laufe der Zeit beerdigt hat.

Floppy Disk

Als Apple den iMac G3 1998 vorstellte, wurden noch von jedem Anwender Disketten eingesetzt. CD-Brenner gab es nur vereinzelt und die Flash-Speichertechnik war noch in ihren Kinderschuhen. Ein externes Diskettenlaufwerk war deshalb ein beliebtes Zubehör. Aber Apples Absichten waren klar: Die Diskette soll sterben.

CD-/ DVD-SuperDrive

Apples Entscheidung, das SuperDrive im MacBook Air von Anfang an nicht mehr einzubauen, war eine klare Ansage. Auch hier gab und gibt es ein externes Laufwerk als Zubehör. Aber Apple will optische Speichermedien verbannen und setzt voll auf Flash und das Internet beziehungsweise die Cloud, die CDs und DVDs als Backupmedium ersetzen soll. Apples Abkehr von physikalischen Medien schien zu Zeiten des ersten Macbook Air verrückt. Im letzten Jahr kamen dann Ultrabooks von mehreren Firmen auf den Markt, bei denen optischen Laufwerke ebenfalls fehlten.

Firewire

Firewire war eines von Apples Babys. Ab 1999 begannen auch andere Hersteller, eine Firewire-Schnittstelle in ihren Produkten zu integrieren. Nachdem USB 2.0 zum Erfolg wurde, begann Apples langsame Abkehr von Firewire.

Erst wurde USB als alleinige Anschlussoption für die iPods eingeführt, dann wurde der FireWire 400-Anschluss beim MacBook Pro gestrichen. Das neue MacBook Pro mit Retina Display hat gar keinen Firewire-Port mehr. Stattdessen setzt Apple auf Thunderbolt und USB 3.0. Dieser Übergang war vielleicht einer der sanftesten die Apple bislang vollzogen hat, da zumindest USB 3.0 abwärtskompatibel zu USB 2.0 ist.

Apples Display-Anschlüsse

Apples Entscheidung, kleinere Display-Anschlüsse in iBooks und Powerbooks einzubauen, löste die gleiche Hysterie aus wie wie die Gerüchte zu einem kleineren iPhone-Dock-Anschluss. Die Mini-VGA-Ports und später Mini-DVI-und Mini-DisplayPort / Thunderbolt ermöglichte es, kleinere Stecker zu bauen. Außerdem konnten über einen einzigen Port mehrere Verbindungsstandards unterstützt werden. Niemand dürfte sich darüber gefreut haben, für teures Geld neue Adapter zu kaufen. Auch bei dem 19poligen Stecker sollten tunlichst Vorteile für den Anwender klar erkennbar sein, weshalb es zu diesem Wechsel kam.

Magsafe

Apple hat den MagSafe-Anschluss geschrumpft. Die alten Anschlüsse passten einfach nicht mehr an die neuen Notebooks. Wer ein altes Netzteil an ein neues MacBook anschließen will, benötigt einen kleinen Magnetadapter. Teuer ist er allerdings nicht.

Ärgernisse bleiben

Nicht jedes Gadget wird mit einem Adapter an den neuen Connector angeschlossen werden können. Das wird vor allem für Einbaulösungen gelten, bei denen ein fester Sitz zwischen iPhone und Anschluss notwendig sind. Man denke nur an Autohalterungen. Dort dürfte ein Adapter die Konstruktion zu wackelig und damit die Hardware obsolet machen. Für alle anderen Zwecke kann man nur hoffen, dass der Adapter nicht überteuert angeboten wird. Dann könnte man Apple durchaus den Vorwurf machen, nur aufs Geld aus zu sein. [Adrian Covert / Andreas Donath]

Tags :