Immer und überall online – Segen oder Fluch?

Der fast schon Standard gewordene Luxus, immer und überall online zu sein muss nicht immer von Vorteil sein – wo man früher die Nacht schlafend im Schlafwagon bzw. über den Wolken verbrachte, wird heute gearbeitet. Wäre es nicht viel schöner, hin und wieder mal wie früher nicht erreichbar zu sein?

Zugegeben, ich bin im Grunde ein ziemlicher Fan mobiler Technik. Das zeigt sich nicht nur in meinem Blog, sondern auch darin, dass ich dazu neige, so ziemlich jedes erdenkliche Kabel, jeden eventuell benötigten Adapter und jeden Akku mit mindestens 100 % Füllung mit mir zu führen, wenn es auf Reisen geht. Die Möglichkeit, all das, wozu früher ein eigenes Büro benötigt wurde bequem aus der Tasche heraus erledigen zu können begeistert mich, und selbst für Gizmodo habe ich schon Artikel von unterwegs verfasst.

Trotzdem denke, ja fast schon sehne ich mich hin und wieder nach der Zeit, als der Zugang zum Internet noch auf statisch angebrachte Telefonbuchsen begrenzt war. Wo früher zwangsläufig Freiräume waren, wird heute Zeit verschwendet, wo man früher entspannt hat, sitzt heute die zumindest gefühlte Verpflichtung. Ist das wirklich die Art von Fortschritt, die man bedenkenlos für gut befinden sollte? Was meint ihr? [Joe Brown / Johannes Geissler]

Bild: Flickr/mutatedjellyfish

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5 Antworten auf Immer und überall online – Segen oder Fluch?

  1. timelock 27 Jul 2012, 10:04

    Es gab von Vodafone UK mal nen schönen Spot zum Thema UMTS Sticks, bei dem Nerds zum ersten mal in ihrem Leben die Wohnungen verlassen konnten und wie Kinder plötzlich die reale Welt entdeckten (bisschen wie in dem sensationellen Film “Willkommen Mr. Chance” von Hal Ashby).
    Ich hab mir mal die zugespitzte Frage gestellt, was passieren würde, wenn so in 10 Jahren durch ein Computervirus plötzlich in ganz Europa der Strom ausfällt. Und man nicht mehr über jemanden digital den Daumen hoch oder runter machen kann, ohne in Gefahr zu laufen, eine in die Fresse zu bekommen. Wenn man plötzlich keine sauberen, neutral bis gar nicht riechenden 10000 digitale Freunde mehr hat, keine unangenehmen oder nervige Situationen einfach weckklicken kann und nur digital kopieren plötzlich keine Leistung mehr ist. Abgesehen von kein Geld, kein Benzin,… ein spannender Plot für nen Film. Zurück in die alte, schmutzige, stinkende, gefährliche reale Welt. Wer kann dann noch wirklich kommunizieren, sich arrangieren, nicht nur nach dem Lustprinzip handeln. Wer kann etwas zum Überleben beitragen, welche Fähigkeiten sind gefragt. Insofern könnte man digitale Offlinezeiten auch nutzen, seine analogen Skills wieder etwas zu schulen ;-)

    TL

  2. Tom 27 Jul 2012, 10:20

    Naja ich bin sehr internetaffin. Arbeite viel mit dem Netz und bin privat auch sehr viel online zugange. Gaming, Facebook, etc alles in starkem Maße.
    Tagsüber 8 – 10 Stunden im Büro und abends 2 -6 Stunden zuhause im Netz.
    Ich bin der absoluten Überzeugung dass es mehr ist als man braucht und habe daher mein Smartphone ohne Internet. Ich benutze dieses nur zum telefonieren und SMS (kein WhatsApp) schreiben. Bin wie gesagt fast durchgehend online zu erreichen und wenn was wichtiges ist, telefonisch sogar 24/7.
    Aber die Zeiten in denen ich beim Sport, im Biergarten oder mit Freunden zugange bin, möchte ich dann doch bitte ohne Emails, Messages und diesen Kram geniessen können.

  3. Luc 27 Jul 2012, 12:12

    Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Wenn ich mit meinen Freunden abhänge, dann holen diese immer ihr Handy raus und es wird alle 10 Minuten darauf geguckt. Keiner ist mehr wirklich nur an einem einzigen Ort. Mich stört es maßlos und ich wünschte mir, dass diese Entwicklung es nicht in die Hosentasche geschafft hätte.

  4. Markus 28 Jul 2012, 10:04

    Ich finde das eben gerade nicht. Ich bin entspannter, wenn ich mal eben schnell eine email beantworten kann oder Kundenspezifische Dinge spontan und kurz kläre. Mich machen eigentlich die Leerräume viel mehr fertig, in denen man nicht weiss ob die Dinge auf die man wartet gekommen sind oder man weiss der Kunde wartet auf meine Antwort und ich würde auch gerne schreiben, kann aber nicht weil gerade kein Inet verfügbar ist. Was ja zum Glück, wie im Text erwähnt, nur noch selten der Fall ist… :D

  5. Mel 26 Okt 2012, 21:25

    Ich bin auch der Merinung, dass Internet nicht überall verfügbar sein muss. Auf Reisen und per Smartphone nutze ich es gar nicht.