Energiewende: Winzige Windturbinen für Innenstädte

Windparks werden bevorzugt in ländlichen Regionen aufgestellt, weil ihre Rotoren riesig sind und besonders effizient bei konstantem Wind arbeiten. Dieser Prototyp hingegen lässt sich leicht zusammenbauen, benötigt wenig Wind und könnte auf Hausdächern stehen. Ist das die Zukunft?

Konventionelle Windturbinen sind dort angebracht, wo möglichst wenig Turbulenzen auftreten. Deshalb und damit riesige Rotoren daran passen, werden sie auf Masten installiert, die durchaus 100 Meter und mehr hoch sein können. In städtischen Umgebungen sind sie deshalb nicht zu finden.

In Hochhausschluchten entstehen durch Auf- und Abwinde zudem Windverhältnisse, für die normale Windenergieanlagen ungeeignet sind. Zudem: Man kann sich vorstellen, dass es keinen Sinn macht, die teuren Grundstücke in einer Stadt wie München oder Hamburg ausgerechnet für Windparks zu nutzen. Die Anwohner dürften über das ständige Flapp-Flapp und die Schattenspiele zudem wenig begeistert sein.

Für Innenstädte wurde deshalb ein vollkommen neuer Windenergieanlagentyp mit vertikaler Achse entwickelt. Der McCamley MT01 Mk2. Der MT01 dreht sich schon bei Windgeschwindigkeiten von 2 Metern pro Sekunde, bei denen herkömmliche Anlagen keine Mucks machen. Bei Windstille stoppt der MT01, läuft aber von alleine und ohne zusätzlichen Motor wieder an, wenn der Wind wieder über 1,8 Meter pro Sekunde (Anlaufgeschwindigkeit) auffrischt. Bei normalen Anlagen sind es 3 bis 4 Meter pro Sekunde. Und das Beste: Es ist egal, aus welcher Richtung der Luftzug kommt, damit sich der MT01 dreht . Der Generator kommt zudem ohne Getriebe aus. Vibrationen und die Geräuschentwicklung sind deshalb moderat.

Der MT01 misst im Durchmesser rund 3,7 Meter und ist etwa 3 Meter hoch. Durch diese im Vergleich zu herkömmlichen Windrädern geradezu winzigen Maße lässt sich das Gerät auf Flachdächern installieren, ohne die Skyline der Stadt zu ruinieren, verspricht die Herstellerfirma. Die achtbeinige Stützstruktur ermöglicht die Montage ohne allzu große Verstärkungen des Dachs.

Bei Windgeschwindigkeiten von im Schnitt 12 Metern pro Sekunde erzeugt das kreisrunde Gerät nur 1 Kilowatt Strom. Die Ingenieure von McCamley hoffen aufgrund eines Tests in der Stadt Lyaskovets in Bulgarien, dass die Ausbeute bei gleichem Wind auf bis zu 24 Kilowatt erhöht werden kann. Künftig sollen zudem noch Solarzellen in das Design integriert werden.

“Traditionelle Windfarmen sind sicherlich für Innenstädte ungeeignet”, so Dr. Scott Elliott, CEO von McCamley in Großbritannien. Deshalb gäbe es eine riesige Marktlücke für alternative Windenergieanlagen wie den MT01, so der Chef des Herstellers. Was meint ihr: Sollte man Windräder wie dieses in Innenstädten montieren oder sind sie nicht effizient genug und stören die Optik? [Andrew Tarantola / Andreas Donath]

[Via Gizmag, McCamley, Keele University]

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2 Antworten auf Energiewende: Winzige Windturbinen für Innenstädte

  1. gamesart 22 Jul 2012, 11:46

    also von der optik her schon mal nichts zu meckern, das die teile von selbst wieder loslegen ohne hilfsmotor ist auch ein plus ganz zu schweigen davon das es sogar egal ist aus welcher richtung der wind kommt. alles in allem also ein tolles gerät das wahrscheinlich nur 2 schwachstellen hat, die eine wird der preis sein und die zweite die ausbeute die das gerät bringt.

  2. netsurfer912 23 Jul 2012, 9:23

    Gibt’s schon längst, und zwar von Neuhäuser : http://www.neuhaeuser-windtec.de/de/technologie.html