Test MSI GT70: Der Gaming-Bolide mit Schönheitsfehlern

Der neue Gaming-Laptop GT70 von MSI hat es nicht einfach. Mit seinen 1800 Euro spielt der MSI GT70 in einer vergleichbaren Preisklasse wie der erst vor wenigen Wochen aktualisierte Alienware der M-Serie. Und wie ihr euch vielleicht erinnert, konnte mich der Alienware M17xR4 so begeistern, dass ich mich damit auf eine einsame Insel verkroch um ihn nie wieder hergeben zu müssen.

Ich selbst kaufte vor rund fünf Jahren meinen ersten MSI-Laptop, ebenfalls aus der Gaming-Serie. Es folgten mehrere MSI-Geräte unterschiedlicher Kategorien. Egal ob Business, Entertainment oder Gaming – ich hatte sie alle. Und ich meine alle. Einer der größten Schwachpunkte der MSI-Laptops war immer die Wärmeregulierung und die Qualität des Lüfters. Zu oft gab es nach wenigen Monaten bereits erste Probleme mit dem Kühlen unter Volllast. Zudem wurde der Luftauslass zu oft zur Seite hin verbaut, im schlechtesten Fall nach rechts – genau dort, wo die meisten Spieler ihre Zockhand liegen haben.

Auf die inneren Werte kommt es an

Egal. Werfen wir einen Blick auf das schicke Design des MSI GT70 und das hoffentlich ebenso schicke Innere. Irgendwann Anfang Juni kamen die ersten Ivy-Bridge-Prozessoren auf den Markt, die den Sandy-Bridge-Vorgängermodellen meilenweit (15 bis 25 Prozent) voraus sind. Den Ersten der Prozessoren, den 8-Kern-i7-3610QM, hat MSI im des GT70 verbaut. Wirklich gut! Das reicht für jedes aktuelle und voraussichtlich auch für jedes Spiel der kommenden zwei Jahre.

Als Grafikkarte werkelt, neben dem Standardchipsatz, eine GeForce GTX 675M mit dicken 2-GB-Speicher. Damit wurden mit dem Prozessor und der Grafikkarte also schon zwei absolute Spitzenprodukte verbaut. Was kann da noch schief gehen?

Mit der Speicherlösung geht MSI ebenfalls ganz klar auf einen spieletauglichen Kurs. Im Verbund arbeiten zwei SSD-Platten mit je 60 GB-Speicherplatz zum Booten und für Programme, gepaart mit einer 5400-RPM-Platte und 750 GB Kapazität. Als RAM arbeiten zwei Riegel mit je 4-GB-DDR3-Speicher – genug Speicher und Power also, um Spiele vollends genießen zu können. Für Videoverarbeitung von Ingame-Spielsequenzen via Premiere oder Lightworks hätte es dann aber auch gerne eine dickere Datenplatte oder der doppelte RAM sein können.

Oben angedeutet und jetzt besprochen: Die Wärmeableitung beim MSI GT70 ist wirklich gut gelöst. Es gibt auf der rechten Seite einen Auslass und an der Rückseite wartet rechts ein weiterer Auslass darauf, die Wärme aus dem Gerät zu pusten. Auf Knopfdruck gibt es einen manuell zuschaltbaren Lüfterbooster, damit das Ding auch wirklich kalt bleibt. Wichtig: Solltet ihr eine frühe Version des Laptops gekauft haben, ladet euch das BIOS-Update von MSI runter, ansonsten gibt es Probleme mit dem Prozessor unter Volllast und das System drosselt sich extrem runter.

Die Besonderheiten des Systems

Dicker Prozessor, tolle Grafikkarte oder feiner RAM – all das ist bei den meisten Herstellern nur eine Frage der Konfiguration. Kommen wir zu zwei Dingen, die der MSI GT70 quasi “exklusiv” für sich verbuchen kann.

Auf der einen Seite steht die erste Zusammenarbeit zwischen einem Gaming-Peripherie- und einem Laptop-Hersteller. MSI hat sich mit SteelSeries zusammen getan und eine hochwertige Tastatur im GT70 verbaut. Die Druckpunkte und die Qualität der Tastatur überzeugt, das Layout ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. MSI-typisch gibt es auf der linken Seite keinen Windows-Key, da wäre es (wenn der Laptop denn Mal im Office benutzt wird) smarter gewesen, die Funktion der Windows-Tasten via Schalter zu deaktivieren. So einen Schalter gibt es für das Deaktivieren des Touchpads.

Da MSI ein Numpad verbaut, aber links und rechts extrem viel Platz für einen Rahmen nutzt, sind die restlichen Tasten sehr gestaucht und einige Tasten umständlich erreichtbar. Auch die Funktionstasten sind gewöhnungsbedürftig angereiht – quer über das Keyboard verteilt verstecken sich Funktionen. Da hilft es auch nicht, dass MSI mit dem Gaming-Dreieck wirbt (WASD, Shift, Leertaste). Dass die Tastatur zehn Eingaben zeitgleich erkennt und mit unterschiedlichen Konfigurationen beleuchtet werden kann, dürfte in der Preisklasse keinen Gamer mehr vom Hocker hauen.

Auf der anderen Seite steht eine Kooperation mit Dynaudio, einem selbsternannten Audioexperten aus Dänemark. Im Test des M17x lobte ich die eingebaute Creative-Soundkarte, beim GT70 dominiert der Klang der Dynaudio-Boxen. Das ist natürlich schön, aber nutzen Gamer wirklich die eingebauten Notebookboxen um Spielsound abzuspielen? Ich selbst tue das nicht. Kurz also meine Freunde bei Steam gefragt. “Nutzt du aufgedrehte Laptopboxen beim Zocken oder ziehst du ein Headset auf?” – acht von zehn Freunden nutzen Boxen nicht fürs Spielen und wenn, dann schließen sie ihre Anlage an. Die anderen Befragten spielen hauptsächlich Einzelspieler-Titel. Wie dem auch sei: Die Dynaudio-Boxen sind wirklich exquisit.

Ebenfalls erwähnt werden sollte die verbaute Netzwerkkarte, die sich an Gamer richtet. Die Killer e2200 sorgt im Grunde genommen dafür, dass Gaming-Inhalte eine höhere Priorität genießen als andere Dienste, welche auf das Internet zugreifen. Einfach gesagt: Die Karte sorgt für flottere Performance beim Online-Gezocke.

Lest auf der nächsten Seite: Das MSI GT70 ist gut. Aber ist es besser als das Alienware M17xR4? Unser Fazit.

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4 Antworten auf Test MSI GT70: Der Gaming-Bolide mit Schönheitsfehlern

  1. Michael 18 Jul 2012, 11:15

    Wieder ein sehr guter Test von Chris. Habe mir den M17x nach seinem Test gekauft.

  2. Paule0815 18 Jul 2012, 11:26

    Das “schmierige” des Displays könnte doch eventuell an der Entspiegelung liegen? Bei matten Bildschirmen ist die Schärfe durch den Streueffekt der Oberfläche ja oft nicht so hoch.

  3. thgir_rm 19 Jul 2012, 0:34

    Interessanter Vergleich mit dem Alienware R17: Bei gleicher Ausstattung zum getesteten GT70PH-i789BW7H für 1799 Euro ist das mal gut 850 Euro teurer. Netter Aufpreis fürs Gehäuse…

  4. xXx2000 17 Aug 2012, 22:54

    ich habe mir das gt70 gekauft und das display ist verdammt gut, besser als bei alienware(spiegel). klar hat das msi display ganz kleine körnungen das ist aber normal bei einem non-glare display, andere seiten wie zb notebookcheck loben auch das display beim gt70^^.

    ich kann aufjedenfall jedem das msi gt70 empfehlen, der aufpreis bei alienware lohnt sich nicht. und asus g75 lohnt sich nicht das sie maximal die tx670m verbauen.

    preisleistung ist msi die beste marke in sachen gaming-notebooks von bekannten herstellern.