Saphir-Festplatte soll eine Million Jahre funktionstüchtig bleiben

Saphir

Obwohl die Festplattentechnologie stetig Fortschritte macht, wagen es nur die Mutigsten, ohne Backup einer einzigen Platte über längere Jahre hinweg die wichtigsten Daten anzuvertrauen. Wissenschaftler haben nun aus Saphir eine Festplatte geschaffen, die eine Million Jahre funktionieren soll. Erschwinglich soll sie allerdings nicht sein.

Das Projekt wurde gestartet, um für die Zukunft Aufzeichnungen über die Orte von Endlagerstätten für radioaktiven Abfall speichern zu können. Da es sich hier um eine Zeitspanne von mehreren tausenden Jahren dreht, wurden aktuelle Speichermedien als nicht ausreichend erkannt.

Ein Team des Abfallentsorgungsunternehmens ANDRA hat darum das ultimative Speichermedium erschaffen: Eine Festplatte mit zwei Scheiben aus Industriesaphir. Die Daten werden in Platinum auf einer der Scheiben geätzt. Anschließend wird die andere Scheibe darauf gesetzt, sodass die Informationen zwischen den beiden Saphirplatten liegen. Danach werden die beiden Platten molekular verschmolzen.

Um die Strapazierfähigkeit zu testen, hat man die Festplatte in ein Säurebad gegeben. Die Forscher hoffen, dass die Festplatte mindestens eine Million Jahre überleben kann.

Die Nachteile: Der Prototyp kostet umgerechnet etwa 25 000 €. Außerdem wissen die Forscher noch nicht, in welcher Sprache die Informationen gespeichert werden sollen. Letztlich kann man kaum sicher sagen, welche Sprache in Zehntausend Jahren gesprochen wird. [Science]
Foto: Scoobay

[Oliver Schwab / Jamie Condliffe]

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  1. Das ist doch der größte Schwachsinn überhaupt wir können ja heute kaum Daten entziffern die von 30 bis 40 Jahre alten Systemen stammen. Wer soll den bitteschön in Zehntausend oder Einermillionenjahren die Arbeitsweise unserer heutigen PCs nachvollziehen können. Viel wahrscheinlicher ist dass das Teil nichtmal als Datenspeicher erkannt wird.

  2. Man könnte sich ja mal in der Geschichte umgucken. Papier und Tierhaut hat sich ja als ganz gut und langlebig erwiesen, wenn man es dicht einpackt. Und man braucht nicht mal einen Rechner um es zu lesen. Mal davon abgesehen das Elektronik, die 10000 Jahre lang nicht ausfällt, völlig utopisch ist.

  3. Man kann es ja wie beim Rosetta-Projekt (www.rosettaproject.org) machen, indem man die aufzuzeichnenden Daten

    a) in mehreren Sprachen verfasst

    b) in einer enger werdenden Spirale aufschreibt, wobei der Anfang der Spirale menschenlesbar ist und so neugierig auf die inneren, kleineren Inhalte weckt. :-)

    M.

  4. @bliss

    schlecht übersetzter oder blöd formulierter artikel; geht nicht um rechnerfestplatte, sondern um das äquivalent einer steintafel, also nicht “daten” werden geätzt, sondern tatsächlich schrift oder bilder, ähnlich mikrofilm. zitat science:

    “On one side, text or images are etched in platinum…All a future archaeologist would need to read them is a microscope…”

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