Sechs Designs, die ohne Computer unmöglich gewesen wären

Nach drei Jahrzehnten Markpräsenz hat Autodesks Software einen deutlichen Einfluss auf die moderne Architektur, Wissenschaft und Kunst genommen. In San Francisco stellt Autodesk in einer Galerie 20 der interessantesten Designs aus. Wir haben uns sechs davon ausgesucht, um sie Euch zu präsentieren.

Ingenieure haben in unseren Beispielen Autodesk-Anwendungen eingesetzt , um Gebäude zu entwickeln, Wissenschaftler erstellten Modelle von Molekülen und Künstler haben zum Beispiel ein Legodesign entworfen, das einen gigantischen Dinosaurier zeigt.

Lego Dinosaurier

Es dürfte eine sehr dicke Anleitung werden, wenn man zeigen wollte, wie aus 62.500 Legosteinen ein riesiger Dinosaurier mit 2,6 Metern Höhe entsteht. Das Design wurde mit der Digital Designer Software von Lego und Autodesk AutoCAD in 3D entworfen. Die Entwickler haben das Modell im Rechner auf Stabilität getestet, bevor man daran ging, die Bausteine wirklich zusammenzusetzen.

Shanghai Tower

Der Shanghai Tower soll 2014 vollendet sein und dann das größte Gebäude Chinas darstellen. Er ist 128 Stockwerke hoch und den heftigen Winden ausgesetzt, für die Shanghai berüchtigt ist. Würde der Wolkenkratzer nicht vorher am Rechner simuliert, bestünde die Gefahr, dass er im Wind hin- und herschwankt und im schlimmsten Falle einstürzt. Man hätte unzählige Modelle bauen und im Windkanal testen können. Stattdessen nutzte das Team Software und testete die Widerstandsfähigkeit des Turms im Rechner. Durch Änderungen im Design konnte der Luftwiderstandsbeiwert im Modell um 24 Prozent gesenkt werden. Danach wurde dennoch ein echtes Modell im Maßstab 1:85 zur Sicherheit gebaut, um die Simulation doch noch im Windkanal auf ihre Stabilität hin zu bestätigen.

Xvivo Molekül-Rendering

Auf dem Bild sieht man ein Modell einer DNS-RNS-Transkription im Maßstab 10.000.000 zu 1. Das Modell wurde von der Animationsfirma Xvio entwickelt, die wissenschaftliche Modelle herstellt. Danach wurde ein 3D-Drucker verwendet, um das Computermodell in die Realität umzusetzen.

Masdar HQ

Der neue Hauptsitz des Energierzeugers Masdar in Abu Dhabi ist besonders energieffizent. Das Design wurde vor der Grundsteinlegung am Rechner optimiert – die optimale Ausrichtung auf dem Bauplatz gehörte genau so zu den Simulationszielen wie die Platzierung der Solarzellenmodule und die Form der Kühleinlässe, die sich an den Sockeln der Hauptsäulen befinden. Das Masdar-Gebäude soll so 70 Prozent weniger Wasser benötigen als eine andere Struktur gleicher Größe. Außerdem erzeugt das Gebäude 3 Prozent mehr Energie als es benötigt. Es ist damit das erste Plusenergiehaus des Nahen Ostens.

San Francisco Bay Bridge

Als der neue Ost-Abschnitt der San Francisco Bay Bridge entworfen wurde, schätzten Skeptiker, dass die Hängebrücke Brücke den morgendlichen Verkehr nicht standhalten wird. Die kalifornische Straßenverkehrsbehörde baute daraufhin realistische Modelle des Brückenabschnitts und des Bauprozesses, um zu zeigen, dass es doch möglich ist. Damit sollte die Öffentlichkeit von dem Projekt überzeugt werden. Außerdem sollte versucht werden, Verkehrseinschränkungen so zu planen, dass sie zu möglichst geringen Staus führen. Die Technik war so erfolgreich, dass die Behörde sie auch für bei der Instandsetzung des Doyle Drives einsetzte.

3D-Fotoautomat


Dreidimensionale Objekte lassen sich mit Lasern und ähnlichen Techniken abscannen, um 3D-Modelle für den Rechner zu gewinnen, aber das ist natürlich nicht so spannend wie die Fototechnik, die mit drei Dutzend Kameras arbeitet, die das Objekt aus unterschiedlichen Perspektiven aufnehmen, wobei sich die Fotos leicht überlappen. Autocad 123d Make macht daraus kein Panorama sondern ein 3D-Modell, das sich direkt von einem 3D-Drucker oder einer CNC-Maschine einlesen lässt, die zum Beispiel Schnitte aus Pappe herstellen, die dann zusammengeklebt werden. Das Resultat ist in diesem Fall der Kopf eines der Kinder vom Chef von AutoDesk. Die Augen leuchten auf Tonsignale hin auf.

Wer zufälligerweise in San Francisco ist, kann die Autodesk Gallery in der One Market Street besuchen. Die Führung beginnt jeden Mittwoch um 12:30 nachmittags.

Habt Ihr auch Beispiele aus Kunst und Architektur, die ohne 3D-Software (es muss natürlich nicht unbedingt AutoCAD sein) und könnt dazu eine Geschichte erzählen? Dann postet sie einfach in die Kommentare, am besten mit einer URL. [Andrew Tarantola/Andreas Donath]

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6 Antworten auf Sechs Designs, die ohne Computer unmöglich gewesen wären

  1. hoschi 08 Jul 2012, 10:46

    Designs? Wohl eher Konstruktionen.

    • karlchen 08 Jul 2012, 11:53

      Weißt du denn, was Design heißt? :P

      • hoschi 09 Jul 2012, 12:27

        Ja, im Deutschen ist das ein Begriff der eher im künstlerischen unBezug steht. Im Englischen aber auch für technische Konstruktion und “Aufbauten” verwendet wird. Da der Text hier aber auf Deutsch ist, ist die Verwendung dieses Begriffs mit der unterschwelligen Verwendung der enlgischen Bedeutung kontraproduktiv. Mal abgesehen davon, dass sowas wie Brücken und Gebäude Kontruktionen sind und keine lapidatren Designs…

      • Gustav 11 Jul 2012, 16:03

        Design = Entwurf

    • Andreas Donath 08 Jul 2012, 11:55

      Ich gebe Ihnen recht, wenn es ausschließlich Bauwerke gewesen wären, aber so fand ich den Begriff Design treffender.

  2. konexia 12 Jul 2012, 1:46

    Wie kann man/frau nur über solche Kinkerlitzchen streiten; das Wichtigste dieser Seite bleibt außen vor: UNBEGREIFLICH!!

    Fast vergessen: Es geht um die Bartschablone; die Innovation des Jahrtausends