Die kleine Raumsonde, die uns uns alle retten könnte

original-1

Es wird irgendwann soweit sein: Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Damit wir das früh genug mitkriegen, will die B612-Foundation aus dem Silicon Valley ein Frühwarnsystem für diese Bedrohungen aus dem All entwickeln.

Kometen und Asteroiden stürzen regelmäßig auf die Erde. Kleine Kaliber verglühen bereits in der Atomosphäre und sorgen nur für schönes Feuerwerk. 60-Meter-Kaventsmänner können eine Großstadt dem Erdboden gleichmachen und Brocken, die einen halben Kilometer und größer sind, könnten zu einem Massensterben auf der Erde führen.

Die NASA hat mit dem Programm Near-Earth Object zur Suche von Asteroiden zwar ein System entwickelt, das den Himmel nach Steinbrocken absucht, die einen Durchmesser von mehr als 800 Metern haben. Rund 10.000 bekannte Objekte dieser Größe überwacht das System. Das sind 90 Prozent dieser Riesen, die es vermutlich in unserem Sonnensystem gibt, schätzen Experten. Near-Earth Object (NEO) wird mit Hilfe von Teleskopen betrieben, die auf der Erde stehen.
 Das NEO-Programm sucht jedoch nicht nach kleineren, aber fast ebenso gefährlichen Asteroiden. Einer dieser Himmelskörper schlug 1908 in Nordrussland ein – mit der selben Explosionskraft wie die Atombombe Fat Man. Wissenschaftler schätzen, dass bislang nur ein Prozent der Asteroiden in dieser Größe entdeckt wurden.

Nach Angaben des früheren Astronauten und jetzigen Chefs der B612 Foundation Ed Lu ist es wichtig, möglichst früh zu erfahren, ob es einen Asteroiden gibt, der uns in 10 oder 20 Jahren treffen wird. Bis dahin müsste dann ein Abwehrsystem entwickelt werden. 


Die B612 Foundation hat ihren Sitz in Mountain View in Kalifornien. Der Name stammt übrigens aus dem Buch “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupery und ist der Name des Heimatasteroiden des kleinen Prinzen. Die Stiftung hat mehrere Ex-NASA-Mitarbeiter und 
Ingenieure von Ball Aerospace auf ihrer Gehaltsliste. Sie arbeiten seit Anfang 2000 an dem Projekt und wollen nicht nur Techniken zur Erkennung sondern auch zur Abwehr von Bedrohungen entwickeln. Die Abwehrtechnik fehlt noch, aber zur Erkennung der Gefahren hat man bereits etwas in der Pipeline – die Raumsonde Sentinel.


An Bord der 200 Millionen US-Dollar teure Raumsonde Sentinel befindet sich ein Teleskop. 2017 soll Sentinel ins Weltall starten und wäre damit die erste Raumsonde zur Tiefenerkundung des Alls, die privat finanziert wurde. Die Sonde wurde von Ball Aerospace entwickelt, die auch die Teleskope Kepler und Spitzer bauten. Beim Sentinel griffen sie auf einige der Erfahrungen und Technologien aus diesen Projekten zurück. Eine hochauflösende Kamera, die aus mehreren kleinen Einzelsensoren besteht, kann den Weltraum nach Objekten absuchen, die bis zu 30 Meter klein sind. Damit soll eine Karte des Weltalls entwickelt werden, die es auch ermöglicht, die Bahnen der Asteroiden zu berechnen und ein Frühwarnsystem aufzubauen. Man wird ungefähr eine halbe Million Objekte finden, schätzt Lu.


Das ungefähr 7,6 Meter große Teleskop soll die Sonne in ungefähr 0,6 bis 0,8facher Erd-Sonnendistanz umkreisen und innerhalb von 5 1/2 Jahren rund 90 Prozent aller Asteroiden finden, die größer als 800 Meter sind. Auch eine große Zahl von kleineren, ab 30 Meter großen Gesteinsbrocken sollen auf diese Weise gefunden werden.

Das Infrarot-Teleskop wird in ein heliozentrisches Orbit gebracht. Die Distanz bis zur Erde wird ungefähr 274 Millionen Kilometer betragen. Innerhalb der 5,5 Jahre sollen insgesamt 98 Prozent aller erdnahen Asteroiden kartographiert werden. Schon im ersten Monat sollen allein 16.000 Stück gefunden werden. Das würde die Zahl der bekannten Objekte mit einem Schlag verdoppeln.


Die Projektgruppe will die Asteroiden-Laufbahnen über das Minor Planet Center in Cambridge, Massachusetts öffentlich machen. [Andrew Tarantola / Andreas Donath]


[Via Wired, B612, Popular Science, Space, BBC]

Tags :
  1. “Einer dieser Himmelskörper schlug 1908 in Nordrussland ein – mit der selben Explosionskraft wie die Atombombe Fat Man”
    tunguska war doch aller wahrscheinlichkeit nach kein asteroid…

  2. Also die nasa hat schon 90% der asteroiden gefunden die über 800m groß sind, und das neue ding findet nochmal 90%? und dann zusätzlich ein paar kleinere, toll :D dann könnten sie sich doch auf die kleineren beschränken

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Advertising