Skyfarming: Reisanbau im High-Tech-Hochhaus

Die Uni Hohenheim möchte mit einem Reis-Hochhaus gegen den Hunger in der Welt vorgehen. In dem Gebäude könnte der Reis über 50 Etagen geschützt vor negativen Umwelteinflüssen heranwachsen. Ein Modell für die Landwirtschaft der Zukunft gibt es bereits.

Am gestrigen Dienstag stellte Professor Folkard Asch in Schloss Hohenheim sein Modell „Skyfarming“ vor – und mit ihm ein ganzes Konzept gegen den Hunger in der Welt. Statt Reis wie bisher auf weit entfernten Feldern anzupflanzen, möchte Asch die wichtigen Nährstofflieferanten lieber in einem gewaltigen Gewächshaus heranzüchten. Ein Hektar Skyfarm ersetzt dabei laut Asch circa 10-40 ha Freilandanbau. Die Vorteile des Skyfarming liegen auf der Hand: Kurze Transportwege, die optimale Ausnutzung einer geringen Grundfläche, reduzierte Düngermengen sowie kontrollierte und bessere Umweltbedingungen.

Die Pflanzen sollen in dem hohen High-Tech-Gebäude auf Laufbänder gepflanzt werden, die sie ihrem Wachstumsstadium entsprechend in die Bereiche mit den jeweils optimalen Bedingungen transportieren. Die Wurzeln hängen frei in der Luft. So können die Reispflänzchen ihre Nährstoffe über einen künstlichen Nahrungsnebel beziehen. Konzipiert ist das Projekt als ein geschlossener Kreislauf in den nur wenige regenerative Energien investiert werden müssen.

Ähnliche Modelle des „Vertical Farming“ wurden bereits in einigen Städten realisiert. Bisher konzentrierten sich solche Projekte allerdings immer auf den Anbau von Gemüse und Obst. Mit Aschs Idee steht erstmals der Anbau eines Grundnahrungsmittels auf dem Programm.

Bisher befindet sich das Reis-Hochhaus allerdings noch im Konzeptstadium. Um einen ersten Prototyp des Skyfarming zu realisieren müssten 12-15 Millionen Euro und drei bis fünf Jahre Bauzeit investiert werden. Ein erstes Modell des Skyfarming im Maßstab 1:333 gibt es aber bereits. Vom 1. Juni bis 15. Oktober wird das Modell in 35 deutschen Städten zu sehen sein.


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Eine Antwort auf Skyfarming: Reisanbau im High-Tech-Hochhaus

  1. coriandreas 24 Mai 2012, 4:15

    Gegen den Hunger, ja klar. Kann über den Beitrag nur noch lachen. Die Hungernden können dies jedoch nicht!
    Den Hunger bekämpfen kann man also mit einem Aufwand von 99 Prozent (Hochhausbau a la Arche 2) etwa 1 Prozent Ertrag erwirtschaften (im Gegensatz zu einem praktisch kostenlosen Kornfeld, weil unerschlossen, reine Natur). Ich finde es peinlich, dass Wissenschaft sich mit solchen Schnappsideen befassen, nur der Selbstbeweihräucherung wegen: “Ach, wie öko und sozial wir doch alle sind – und jeder kann mitmachen.” PLONK.