298 Millionen Jahre alter Wald unter Kohlebergwerk gefunden

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Forscher aus den USA und China waren überrascht, als sie einen riesigen, knapp 300 Millionen Jahre alten Wald unter einem Kohlebergwerk entdeckten. Er ist fast vollständig erhalten und befindet sich in der Inneren Mongolei.

Die Forscher nennen ihre Entdeckung auch das “Pompeji des Erdzeitalters Perm”. Denn wie die römische Stadt wurde der Wald durch vulkanische Asche bedeckt und konserviert.
Die Forscher erkennen an den Überresten, wo sich jede einzelne Pflanze befand und ermöglichte ihnen so, diese Zeichungen anzufertigen. Paläobiologe Hermann Pfefferkorn von der University of Pennsylvania bezeichnete den Fund als Zeitkapsel.

Man findet nach Angaben von Pfefferkorn Äste mit Blättern und den Baumstamm, zu dem sie gehören, in direkter Nachbarschaft. Durch den Vulkanausbruch wurden die Einzelteile konserviert – wobei sich der Ausbruch von Pompeji im Jahr 79 ereignete und der Wald in China vor 298 Millionen Jahren im Zeitalter des Perm mit Asche bedeckt wurde. Auf einer 1.000 Quadratmeter großen Fläche haben die Forscher den Wald unterhalb der Kohlenmine erforscht. Dazu war der Einsatz riesiger Maschinen erforderlich, die zwar im Bergwerksbau üblich sind, aber normalerweise nicht bei Ausgrabungen genutzt werden. Insofern ist es ein Glücksfall, dass gerade an dieser Stelle ein Bergwerk steht.

Bislang wurden sechs verschiedene Baumsorten gefunden, wobei die größten rund 25 Meter hoch sind. Einige gehören den Familien Sigillaria und Cordaitales an. Sie sind zwar ausgestorben, aber dennoch gibt es in Form von Farnen nahe Verwandte in heutiger Zeit. Die Gruppe der Noeggerathiales ist hingegen vollständig ausgestorben.

Nadelhölzer und Blumen gab es im Perm noch nicht. Das Perm begann vor etwa 299 Millionen Jahren und endete vor etwa 251 Millionen Jahren. Damals waren die Kontinente größtenteils zu einem einzelnen Superkontinent, dem Pangaea verschmolzen. Tiere existierten schon – und natürlich sind die Forscher auch interessiert, im versteinerten Wald Hinweise auf die ehemaligen Waldbewohner zu finden. Da das Klima damals dem heutigen ähnelt, macht die Fundsstelle besonders interessant, auch für Umweltwissenschaftler.

Die Ergebnisse der bisherigen Forschung zum steinernen Wald wurden im Wissenschaftsjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht. [Jesus Diaz / Andreas Donath]

[Via University of Pennsylvania]

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  1. Leite, seid doch mal froh dass es Gizmodo DE gibt und man diese teils interessanten Berichte auch noch in deutsch bekommt!

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