Nachgesehen: Bomben in Toner-Kartuschen

printerbomb

Terroristen sind kreativ, wenn es um Verstecke für Bomben geht. Bei den fehlgeschlagenen Anschlägen auf UPS-Flieger wurden die Höllenmaschinen in unverdächtigen Toner-Kartuschen untergebracht. Wir haben sie uns angesehen.

Die Bomben sind eine Mischung aus Improvisationskunst und Allerwelts-Elektrokram, wie er sich in den meisten Büros oder Wohnungen findet. Als Sprengstroff kam PETN (Pentaerythritol Tetranitrat) zum Einsatz, ein recht stabiles Material, das man mit einem anderen Sprengstoff zünden oder sehr hart aufschlagen muss, um es zur Explosion zu bringen. Versehentlich explodieren solche Bomben üblicherweise nicht. Zugleich ist PETN ziemlich starker Tobak. Eine Portion von 5 Gramm reicht aus, um ein Loch in Metal zu sprengen das doppelt so dick ist wie ein Flugzeugrumpf.

Nun haben die noch unbekannten Bombenbauer satte sechs Pfund PETN verbaut. Besser gesagt: Sie haben es in die Toner-Kartuschen gestopft, recht eigenwillig verkabelt und mit einer SIM garniert. Bombenexperten merken an, dass die Konstruktion zwar nicht professionell aber doch gut genug war, um eine ganze Reihe von Sicherheitsmaßnahmen zu unterlaufen. Es wird vermutet, dass die SIM-Karte genutzt werden sollte, um die Bomben zu zünden, doch da keine Antenne gefunden wurde, ist unklar, wie das Signal hätte empfangen werden sollen. Auch ein Zünder fehlte. So bleibt ein Design, das eine morbide Cleverness ausstrahlt, andererseits aber auch jede Menge Fragen aufgibt. [Sam Biddle / Tim Kaufmann]

[Via Danger Room]

Tags :