Unglaublich schneller Tipper straft Kritiker von Onscreen-Tastaturen Lügen

Bis eben war ich ganz zufrieden mit mir. Seit ich von Zeigefinger auf Daumen umgestellt habe komme ich ganz gut vorwärts mit der Bildschirmtastatur meines Smartphones. Aber jetzt bin ich nur noch neidisch auf den Typ, der in diesem Video die Tasten seines iPhones malträtiert.

Offensichtlich verwendet er die iTextSpeed-App auf dem iPhone, um die Zahl der Worte pro Minute zu testen. Er bringt es auf 83, was der Leistung der meisten gelernten Schreibkräfte sehr nahe kommt. Respekt! Nur chatten würde ich mit ihm nicht wollen – der quatscht mich ja an die Wand. [Dan Nosowitz / Tim Kaufmann]

[Via 148Apps]

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  1. Naja, da kann einer schnell auf einer virtuellen Tastatur tippen. Aber was sagt das über den Komfort virtueller Tastaturen aus? Richtig. Nix. Was sagt das über die Tippgeschwindigkeit untrainerter Menschen aus? Richtig. Nix. Das ist fast so, als schließt man von einer einzelnen Person, die im Kopf die Wurzel aus 10stelligen Ziffern ziehen können, auf die Banalität des hilfsmittelfreien Wurzelziehens für alle. Für mich sind Eingabesysteme, die kein sensuelles Feedback geben, ein Schritt zurück und eine modische Scheininnovation. Fortschrittlich wären Systeme, die ein natürliches Schreiben von Hand ermöglichen – die immernoch intuitivste und schnellste Eingabeart. Aber so weit ist Microsoft, Apple leider nicht.

  2. @Frank: was meinst du mit “Schreiben von Hand”?
    Doch nicht etwa das kritzeln mit einem Stift… Man kann normalerweise wesentlich schneller tippen als per Hand schreiben. Zumindest Fließtexte. Nur in speziellen Bereichen wie bei mathematischen Formeln ist man per Handschrift schneller.

  3. schließe mich zara-dingsbums an. hab ein wacom tablet und das ist bei weitem nicht so schnell wie meine tastatur. außer dem glaube ich, dass man mit tasten langsamer ermüdet als per handeingabe.

  4. Naja, nur dann, wenn man seine Art, zu schreiben konsequent der Maschine unterordnet. Die beschränkt grenzt die Möglichkeiten natürlichen Schreibens und damit die Effizienz gnadenlos ein. Spätestens, wenn man mal versucht, eine Vortragsmitschrift oder Recherchearbeit anzufertigen, die neben dem normalen Text am Rand Schlagworte, Literaturverweise o.ä. enthält, man ein Textzitat oder ein PDF annotieren will, “Markerfunktionen” benutzt, ist man mit Tastatur und Maus von Gott verlassen.
    Ich finde es rückwärtsgewandt und uninnovativ, Bedienkonzepte zu entwickeln, die dem Benutzer abverlangen, sich im Denken und Verhalten der Maschine anzupassen und nicht umgekehrt. Faktisch ist das ein Prozess, der Verhaltensweisen und Potenziale des Menschen abstrakt und konkret einschränkt, statt zu ergänzen und zu erweitern. Und die meisten Maschinen, Automaten o.ä. schränken ein, statt Funktionalität zu erweitern. Beispiel: Finde mal heraus, ob ein Bahnticket von Hamburg nach Kiel in Form eines Normaltickets, Gruppentickets oder SH-Tickets günstiger. Am Bahnautomati braucht man dazu ewig, die Frau am Schalter kann mir das sofort sagen, weil sie das 10 Mal am Tag beantworten muss. Bedienkonzepte sind nur dann innovativ, wenn die Überschreitung der Grenze von Maschine-/Nichtmaschine keine Änderung des “Eingabemodus” erfordert. Daher frage ich mich immer wieder, warum Apple mit Produkten, die eigentlich das Potential haben, nur die Hälfte umsetzt und statt auf flexible Eingabekonzepte zu setzen, die eigene Defizienz der Geräte mit Sprechakten wie “Nobody needs a stylus” auszuschalten. Ich frage mich immer wieder, was das mit intuitiver Bedienung zu tun haben soll. Intuition heißt in diesem Fall nichts anderes, als das der Mensch sich selbst schnell in Denken und Verhalten an das anpasst, was die Maschine vorgibt. Genau das ist aber innovationsfern.

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