Google Zürich: Arbeiten auf dem Spielplatz

Unsere Kollegen des schweizer Nachrichtenmagazins Tagesanzeiger hatten die Gelegenheit Einblick in Googles Office in Zürich zu gewinnen. Stellt euch einen Spielplatz mit kostenloser Verpflegung und einen wirklich flexiblen Arbeitsplatz vor. Dennoch ist hat das Ganze auch seine Schattenseiten.

Das Unterhaltungsangebot ist einzigartig. Wer bei Google Schweiz beschäftigt ist, kann sich wirklich nicht über graue Wände am Arbeitsplatz beschweren. Schließlich ist das schweizer Office der größte Standort des Suchmaschinenbetreibers außerhalb der USA. Rund 500 Mitarbeiter aus 40 verschiedenen Ländern dürfen das Büro als ihr zweites Zuhause bezeichnen. Deswegen unternimmt Google auch alles Erdenkliche, um für ein angenehmes Klima am Arbeitsplatz zu sorgen. »Jeder Mitarbeiter kann hier im Office arbeiten, wo er will: An seinem Pult, in der Bibliothek, im Palmenraum namens Jungle, auf der Terrasse – einfach dort, wo man sich am wohlsten fühlt«, meint Mattias Meyer, Pressesprecher von Google Schweiz.

Dass der Arbeitsplatz zum Spielplatz wird, bedeutet allerdings nicht, dass dort nicht gearbeitet wird. Der durchschnittliche Google-Mitarbeiter ist nämlich den ganzen Tag im Büro. 12- bis 14-Stunden-Tage sind dabei eher die Regel als die Ausnahme. Selbst nach 19 Uhr wird man in dem Unternehmen noch viele Schreibtische besetzt finden. Verantwortlich dafür ist die Zeitverschiebung, da Google ja ein amerikanisches Unternehmen ist. Wenn man als Europäer also mit seinen amerikanischen Kollegen kommunizieren möchte, muss man länger wach bleiben. Sonst wird es schwierig mit den Konferenzcalls. Wer länger bleibt, kommt später ins Büro und frühstückt gegen 10 Uhr erstmal in aller Ruhe im Office. Feste Vorgaben und Ziele für Mitarbeiter gibt es nicht – jeder definiert seine Ziele selbst. Außerdem darf jeder Entwickler 20 Prozent seiner Arbeitszeit in eigene Projekte investieren – das entspricht in der Regel rund einem Tag pro Woche. Klingt nach einem entspannten Arbeitsplatz, oder?

Bis es aber soweit ist muss der Bewerber für den angeblichen Traumjob harte Tests und Einstellungsverfahren in Kauf nehmen. Die Auswahl ist hart und die Googles Job-Abteilung ist es auch. Doch ist es wirklich so traumhaft für Google zu arbeiten? Unsere schweizer Kollegen haben sich die gleiche Frage gestellt: Für eine Antwort haben Sie sich dabei an den Sektenexperten Hugo Stamm gewandt. Warum Sekten? Ganz einfach: Ein solches Arbeitsumfeld gibt es nicht ohne Hintergedanken: »Was will der Arbeitgeber von mir, wenn er mich mit solchen Wellnessangeboten ködert? Will er mich verführen? Mit Haut und Haaren ans Unternehmen binden?«, wundert sich Stamm.

Trotzdem hält der Experte Google nicht für eine Sekte: Lediglich der Machtanspruch hätte seiner Meinung nach einen leicht sektiererischen Anstrich. »Der Wille, die IT-Welt zu beherrschen und die Mission auf der ganzen Welt voranzutreiben, hat schon fast etwas Religiöses«.

Weiter Informationen und das Interview in voller Länge, lässt sich beim Tagesanzeiger nachlesen. [Maxim Roubintchik]

[via Interview mit dem Sektenexperten, Weitere Informationen zum Zürich-Office]

Bilder: Google.ch

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