Test: Motorola Droid (Milestone)

Wir hatten jetzt Gelegenheit das Droid ausführlich zu untersuchen. In Deutschland erscheint es als Milestone. Pro und Contra lässt sich recht einfach zusammenfasen: Wenn du kein iPhone kaufst, dann kauf dir ein Droid!

Android 2.0 macht das Handy zum zweitbesten Smartphone, das man für Geld kaufen kann. Es hat allerdings ein paar Macken, ziemlich schlimme teilweise.

Das Droid eröffnet neue Möglichkeiten. Sowohl für Android 2.0, die Provider als auch für Motorola. Stellt euch das Droid als eine Art Super G1 vor. Es zeigt uns, was ein Android-2.0-Handy wirklich können muss. Ein potenter, neuer Prozessor, knackiges neues Display und eine gigantische Auflösung. Wenn das Droid für eine neue Welle von Android-Handys steht, gibt es viel worauf wir uns freuen dürfen.

Das strahlende neue Betriebssystem

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Eines der Highlights des Droid (Milestone) ist die neueste Version des Google-Betriebssystems. Es ist so wichtig, dass wir dazu einen separaten Test veröffentlichen werden. Der erscheint demnächst ebenfalls auf Gizmodo. Haltet also die Augen offen!

Bald wird man Android 2.0 auch auf anderen Handys sehen. Das OS macht das Droid einfach großartig. Es gibt diese neue Navigationsanwendung, eine neue Kontakt- und Social-Networking-Synchronisation, ein besseres E-Mail-Management und einen besseren Browser. Allerdings hinkt das Droid beim Thema Musik und Video stark hinter dem iPhone her.

Design und Aufbau

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Das Droid ist massiv. Steckt voller Funktionen, ist industriel gehalten und einfach männlich. Das zeigt sich an der Glas- und Metall-Oberfläche und diesen kompromisslosen Kanten. Es ist ein Smartphone mit Power unter der Haube, das trotzdem in einem recht schlanken Gehäuse gehalten wurde. Es ist all das.

Dann gibt es da noch diese Gold-Akzente. Fassen wir also mal zusammen: Das Design ist einfach toll und die Verarbeitung ebenfalls. Das Gerät fühlt sich an, als könne man damit Nägel in die Wand schlagen – natürlich muss man das nicht ausprobieren.

Dieser Bildschirm

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Der 3,7-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 854 x 480 Bildpunkten. Das sorgt für eine Pixeldichte von satten 267 ppi. Das ist der Bildschirm, nach dem man sich sehnt. Ein Vergleich an dieser Stelle: Erinnert ihr euch noch daran, wie toll die Spiele auf dem Nintendo 64 vor zehn Jahren ausgesehen haben? Habt ihr euch diese kürzlich mal angeschaut? Also ich zumindest war schon enttäuscht, wenn ich sie mit der heutigen Generation verglichen habe. Gleiches könnte man zum Beispiel auf Doom oder Half Life 1 anwenden. Jetzt schaut mal die heutigen Handys mit einer Auflösung von 480 x 320 Bildpunkten an. Vor paar Jahren noch haben wir alle gestaunt, jetzt müssten wir eigentlich frustriert sein. Im Vergleich zum Droid sind sie nämlich leblos und in einer sehr niedrigen Auflösung gehalten.

Es ist vor allem der scharfe Text, der uns umhaut. Klar, gab es schon Windows Mobile Handys mit dieser Auflösung. Das Rendering der Schrift war in diesen Geräten bislang schlecht. eBooks auf dem iPhone zu lesen hat bislang immer Kopfschmerzen ausgelöst, aber mit der Pixel-Dichte des Droid ist das Ganze kein Problem mehr. Man kann stundenlang die virtuellen Bücher lesen. Der Bildschirm ist wirklich so gut! Die Farben sind fantastisch, aber er kommt leider nicht an den OLED-Bildschirm des Zune HD heran.

Der Touchscreen reagiert meistens recht gut. Wenn es mal Probleme gibt und man zum Beispiel nicht das App-Menü öffnen kann, obwohl man mit dem Finger über den Bildschirm fährt, ist es schwer zu sagen ob es an der Soft- oder Hardware liegt. Das ist das erste Android-2.0-Handy und wir müssen mal schauen wie die nächsten Versionen sich verhalten. Eigentlich gibt es keinen Grund für ernste Beschwerden.

Tastatur und komische Knöpfe

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Die QWERTZ-Tastatur ist in Ordnung. Irgendwie gefiel sie uns aber am ersten Tag besser als jetzt. Das mag vielleicht daran liegen, dass man beim Tippen kein bisschen schneller wird. Die gesamte Oberfläche ist zu flach und eben – das ist der Preis, den man für das flache Handy bezahlen muss. Es gibt einfach keine Möglichkeit zu fühlen auf welchem Knopf dein Daumen gerade liegt. Das bedeutet, dass man ständig auf die Tastatur schauen muss beim Tippen. Das Layout hingegen, ist exzellent. Es ist nicht so, dass man jemals total darauf abfahren würde. Im Test waren wir beim Tippen auf der virtuellen Tastatur im Landschaftsmodus schneller, als auf der echten.

Der D-Pad ist vielleicht nicht ganz so cool wie ein Trackball. Dafür kann man damit aber recht gut im Text navigieren und er ist viel besser, als wir zunächst erwartet hätten. Man drückt relativ selten den falschen Knopf.

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Die vier Softtouch-Buttons auf der Vorderseite sind hingegen furchtbar. Es gibt keinen Auflegen- und Annehmen-Knopf. Wenn man jemanden also mitten in der Nacht anruft, muss man herausfinden, wie man über die Software das Telefonat beendet. Es gibt kein Hardware-Feedback. Das ist besonders ärgerlich, wenn man den Suchbutton gedrückt hält und einfach nichts passiert. Man weiß nicht, ob das so gehört, oder einfach nur Zufall ist. Wenn Android diese Knöpfe oft benutzt, dann ist das Ganze ein echtes Problem. Sie sollten schon echte Tasten sein – mit echtem Feedback.

Die Kamera ist schrecklich

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Die Kamera ist kompletter Müll. Es dauert geschätzte 10 Jahre, bis die Funktion gestartet ist. Weitere zwei Jahre braucht man zum fokussieren und letztendlich nochmal vier, um dieses Bild endlich aufzunehmen. Es gibt keine richtige Vorschaufunktion und die Fotos selbst sind furchtbar. Dieser Kürbis zum Beispiel wurde bei guten Lichtverhältnissen fotografiert. Besser werden die Bilder nicht. Unklar, ob es an der Hard- oder Software liegt, aber die Funktion ist einfach erbärmlich.

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Videos sind nicht ganz so schrecklich. Dafür allerdings in einem merkwürdigen Format, das selbst VLC nicht abspielen möchte.

Performance

Droids Gehirn ist der potente ARM Cortex A8 TI OMAP 3430 Prozessor. Das ist im Grunde derselbe Chip, wie er im iPhone 3GS oder Palm Pre eingesetzt wird. Einzelne Apps und Multitasking sind mit dem Gerät kein Problem. Allerdings hängt der Desktop hier und da. Das ist als ob meinen einen Ferrari mit einer quietschenden Tür fährt, die hier und da ein nerviges Geräusch von sich gibt.

Akkulaufzeit

Bei moderater Benutzung hält das Gerät locker 8-12 Stunden durch – einen ganzen Arbeitstag also. Wir haben damit gebrowst, das Gerät als Navi benutzt, push Google Mail, Benutzung von vielen Apps und einige Background-Anwendungen. Es hat nicht jeden Tag gereicht, aber die meisten Tage musste man das Gerät nicht zwischendurch aufladen. Es hängt alles davon ab wieviele Anwendungen man im Hintergrund laufen hat und wie intensiv man die GPS-Funktion benutzt. Unserer Erfahrung nach, ist die Akkulaufzeit aber sehr akzeptabel für ein modernes Handy.

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Fazit

Das sind die Nachteile: Die Kamera ist nicht toll, das Keyboard ebenfalls nicht und Android 2.0 fehlen ein paar Multimedia-Funktionen, um mit dem iPhone mithalten zu können. Dafür sind das Design, die Google-Dienste und Androids Anwendungen, fantastisch. Tolles Multitasking und ein toller Bildschirm. Das alles macht das Handy zum zweitbesten Smartphone, das man zurzeit kaufen kann – gleich nach dem iPhone.

Allerdings sollte man erstmal warten: Kein anderes Handy-Betriebssystem entwickelt sich so schnell wie Android. Sowohl auf der Hard- als auch auf der Software-Seite. Als das Hero herauskam, war es besser als jedes andere Android-Handy. Jetzt gibt es das Droid – es übertrumpft alle bisherigen Geräte. In vier Monaten haben wir vielleicht einen neuen Favoriten. Ihr solltet übrigens auch unseren Android-2.0-Test lesen, falls ihr euch für das Milestone interessiert. [Matt Buchanan/Maxim Roubintchik]

Display, Display, Display.


Design.


Tastatur ist vielleicht gerademal ausreichend.


Die Kamera ist Schrott.


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